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Amazon, Google und Microsoft verklagt: Fotos ohne Erlaubnis in Datenbank für Gesichtserkennung
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Amazon, Google und Microsoft verklagt: Fotos ohne Erlaubnis in Datenbank für Gesichtserkennung

Niklas Lewanczik | 15.07.20

Die Anklage gibt an, dass Fotos von Usern für die Gesichtserkennnungs-Software genutzt wurden, für deren Verwendung die Unternehmen keine Erlaubnis gehabt hätten.

Amazon, Alphabet – das Mutterunternehmen Googles – und Microsoft müssen sich in den USA vor Gericht verantworten. Der Vorwurf: Alle drei Unternehmen sollen ihre Gesichtserkennungstechnologien mithilfe von User-Fotos trainiert haben, die sie gar nicht hätten einsetzen dürfen. Die US-Bürger Steven Vance and Tim Janecyk haben nun drei Klagen eingereicht, da sie Fotos von sich in der „Diversity in Faces“-Datenbank von IBM ausfindig gemacht haben, die für die Optimierung von Gesichtserkennungs-Software genutzt wird. Davon berichtet Cnet. Nun sind Vance und Janecyk allerdings Bürger aus Illinois und der dort 2008 verabschiedete Biometric Informatione Privacy Act untersagt die Speicherung und Nutzung biometrischer Informationen ohne schriftliche Einwilligung. Diese hatten die Kläger nicht gegeben. Laut Anklageschrift hätten die angeklagten Parteien entschieden von biometrischen Identifizierungsmerkmalen zu profitieren, die aus Bildern von aus Illinois stammenden Personen und deren Accounts generiert wurden.

In doing so, [defendants] exposed Illinois residents and citizens to ongoing privacy risks within Illinois, knowing that [their] conduct would injure those residents and citizens within Illinois.

Nach Angaben von Cnet hatte IBM, das für die Erstellung der betreffenden Datenbank verantwortlich zeichnet, bereits in der Kritik gestanden, weil einige Menschen, deren Bilder verwendet worden waren, darüber nicht informiert worden seien. IBM gab dazu an, dass es eine Opt-out-Option gäbe. Für Bürger aus Illinois ist diese Maßnahme aber nicht ausreichend. Im Juni kündigte IMB bereits an, sich aus dem Markt für Gesichtserkennungstechnologie zurückzuziehen, um keine Plattform für Rassismus und Diskriminierung zu bieten.

Die in Washington und Kalifornien eingereichten Klagen gegen Amazon, Alphabet und Microsoft zielen auf Schadensersatz und Unterlassung ab und sollen als Sammelklagen weitergeführt werden.

Wegen Bildernutzung für Gesichtserkennung: Anklage gegen Amazon, Google und Microsoft

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