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Prüfe jetzt deine Instagram-Einstellungen: Andere können deine Fotos für KI-Bilder nutzen

Prüfe jetzt deine Instagram-Einstellungen: Andere können deine Fotos für KI-Bilder nutzen

Larissa Ceccio | 09.07.26

Öffentliche Instagram-Inhalte können künftig als Grundlage für KI-Bilder dienen. Meta setzt dafür auf ein Opt-out-Verfahren. Wir zeigen, wie du der Nutzung deiner Inhalte widersprichst. Dass Unternehmen die Verantwortung für den Datenschutz zunehmend auf ihre Nutzer:innen verlagern, sorgt immer häufiger für Kritik.

Wer ein öffentliches Instagram-Profil hat, sollte jetzt die eigenen Einstellungen prüfen. Meta gibt öffentliche Instagram-Konten im Zuge des neuen KI-Bildmodells Muse Image standardmäßig für generative KI-Remixe frei. Andere Nutzer:innen können damit auf Basis deiner veröffentlichten Fotos neue KI-Bilder erstellen – sofern du der Funktion nicht aktiv widersprichst.

Die Neuerung kommt mit Metas neuem Bildmodell Muse Image, das zunächst in den USA startet. Alle erwachsenen Nutzer:innen mit einem öffentlichen Instagram-Konto wurden standardmäßig für die KI-Wiederverwendung ihrer öffentlichen Inhalte freigegeben. In einem Blog-Beitrag erklärt Meta, dass andere Nutzer:innen über die Meta AI App künftig Teile oder alle öffentlichen Fotos eines Profils nutzen können, um neue KI-Bilder zu erstellen. Das Video zeigt, wie Meta AI mit Muse Image Bilder anhand von Prompts und Presets verändert und neue KI-Remixe erstellt.

KI-Remixe auf Basis öffentlicher Instagram-Inhalte mit Muse Image, © Meta

Die Funktion und vor allem das Opt-out-Modell sorgen für Kritik. WIRED und die New York Times erklären bereits, wie sich die Funktion deaktivieren lässt. Branchenexpert:innen wie Kara Swisher und Matt Navarra empfehlen, die neue Option möglichst schnell auszuschalten.

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Muse Image ist Metas erstes KI-Bildmodell
– mit 30 neuen Effekten für Stories

KI-Bildegenerierung von Frau, Sodadose und Hund mit Kleidung, violetter Hintergrund
KI-generierte Visuals von Muse Image, © Meta via Canva


So deaktivierst du die KI-Nutzung deiner Instagram-Inhalte

Meta bewirbt die neue Funktion als kreatives KI-Feature. Nutzer:innen sollen personalisierte Einladungen gestalten, Designideen entwickeln oder individuelle Grafiken erstellen können. Dafür genügt künftig ein öffentlicher Instagram Account: Wird das Profil in einem Prompt erwähnt, kann Meta AI auf die öffentlichen Fotos zugreifen und daraus neue Bilder generieren. Und so funktioniert es: In der Meta AI App können andere Nutzer:innen ein öffentliches Instagram-Konto markieren und den Chatbot anweisen, neue KI-Fotos auf Basis von Fotos aus dem Konto dieser Person zu erstellen.

Wer das nicht möchte, muss selbst aktiv werden. In der Instagram App findest du die Einstellung im eigenen Profil unter „Teilen und wiederverwenden“. Dort erscheint, wie in unserem Screenshot zu sehen, ein neuer Schalter mit der Bezeichnung „Erlaube anderen, mit deinen Originalaudioaufnahmen auf Meta AI kreativ zu werden und sie wiederzuverwenden“. Laut Meta werden diese Einstellungen derzeit schrittweise ausgerollt und sind deshalb noch nicht bei allen Nutzer:innen verfügbar. Betroffen sind ausschließlich öffentliche Konten – wer sein Profil privat nutzt, muss nichts unternehmen.

Instagram-Einstellung „Teilen und wiederverwenden“ mit Schalter zur Nutzung von Inhalten für Meta AI.
Instagram-Einstellung zur KI-Nutzung öffentlicher Inhalte, © eigener Screenshot Instagram Account @onlinemarketingde

Meta löscht KI-Inhalte nicht und informiert dich nicht

Mit dem Deaktivieren der Funktion ist das Thema allerdings nicht erledigt. Zwar lässt sich die Wiederverwendung für das gesamte Konto oder einzelne Beiträge und Reels ausschalten. Bereits mit Meta AI erstellte Inhalte werden laut Meta jedoch nicht gelöscht – selbst dann nicht, wenn das Profil später auf privat gestellt wird. Auch Originalaudio, Texte und Kommentare lassen sich über die Einstellung nicht von der KI-Nutzung ausschließen. Zudem weist Meta darauf hin, dass wiederverwendete Inhalte je nach Einstellungen anderer Nutzer:innen sogar in Suchmaschinen auftauchen können.

Hinzu kommt, dass Instagram Nutzer:innen nicht darüber informiert, wenn ihre Fotos oder Videos für KI-generierte Inhalte verwendet werden. Im Hilfe-Center heißt es dazu ausdrücklich:

You will not be notified about content created using AI features at Meta.

Minderjährige sind von der Funktion ausgenommen: Öffentliche Konten von Teenagern dürfen laut Meta weder als Grundlage für KI-Bilder verwendet werden, noch können Minderjährige die Funktion für fremde Profile nutzen.

Datenschutz wird immer mehr zur Verantwortung der Nutzer:innen

Die Nutzung personenbezogener Inhalte für generative KI gehört zu den umstrittensten Themen der aktuellen KI-Debatte. Auch OpenAI sah sich bei der Einführung des KI-Videogenerators Sora mit entsprechender Kritik konfrontiert. Im Unterschied zu Meta setzte OpenAI jedoch auf ein Opt-in-Verfahren. Wer das Abbild einer realen Person in einem KI-generierten Video verwenden wollte, musste deren ausdrückliche Zustimmung einholen. Sora wurde inzwischen wieder eingestellt, unter anderem aufgrund der hohen Betriebskosten. Während OpenAI auf eine ausdrückliche Zustimmung setzte, verfolgt Meta den umgekehrten Ansatz. Der Konzern gibt öffentliche Instagram-Inhalte standardmäßig für KI-Remixe frei und verlangt einen aktiven Widerspruch. Genau dieses Opt-out-Prinzip steht derzeit in der Kritik.

Wer die Standardeinstellung nicht ändert, gibt ein Stück Kontrolle über die eigene digitale Identität ab, insbesondere vor dem Hintergrund der zunehmenden Verbreitung KI-generierter Inhalte und Deepfakes. Für Unternehmen und Creator steht dagegen die Kontrolle über die Markenkommunikation im Mittelpunkt. Kampagnenmotive, Produktbilder oder Corporate Designs sind häufig zentrale und wertvolle Bestandteile der Markenidentität. Werden sie standardmäßig für KI-Generierungen freigegeben, betrifft das nicht nur den Datenschutz, sondern auch Brand Safety, geistiges Eigentum und die Kontrolle darüber, in welchen Kontexten eigene Inhalte künftig erscheinen.

Auch wenn es für viele Nutzer:innen inzwischen überwältigend sein dürfte, wie häufig Unternehmen eine aktive Abmeldung statt einer vorherigen Zustimmung verlangen, entwickelt sich dieses Opt-out-Prinzip zunehmend zum Branchenstandard. Auch Google rollt derzeit eine Funktion aus, bei der Medien-Uploads aus Diensten wie Google Lens, der Rückwärtssuche oder Google Translate zur Verbesserung der eigenen KI-Modelle verwendet werden können, sofern Nutzer:innen nicht widersprechen. WIRED hat auch dafür bereits eine Anleitung veröffentlicht, wie sich der Opt-out aktivieren lässt.

Wer selbst entscheiden möchte, wie die eigenen Inhalte für KI genutzt werden, kommt kaum noch darum herum, die Datenschutzeinstellungen regelmäßig zu prüfen – bei Instagram ebenso wie bei anderen Diensten.



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