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Google Meet erhält Zoom Layout – und wird direkt aus Gmail verfügbar gemacht
© Christian Wiediger - Unsplash

Google Meet erhält Zoom Layout – und wird direkt aus Gmail verfügbar gemacht

Niklas Lewanczik | 17.04.20

Im Videokonferenz-Tool Meet können künftig 16 Personen gleichzeitig angezeigt werden. Zudem wird die Integration in Gmail umgesetzt.

Nicht erst seit der Coronakrise sind Videokonferenz-Tools ein wichtiges Instrument für Unternehmen, Lehrinstitutionen und Co. Doch gerade in diesen Zeiten ist die Nutzung deutlich gestiegen. Daher optimiert Google nun sein Tool Meet. Zu den wichtigsten Neuerungen zählt ein Layout, das ähnlich wie bei Zoom eine simultane und gleichberechtigte Anzeige vieler Teilnehmer der Konferenz ermöglicht. Außerdem können User die Calls direkt aus Gmail annehmen.

Google Meet wartet mit hilfreichen neuen Features auf

Das Tool Google Meet, das im Gegensatz zu Googles Hangouts grundsätzlich allein von Unternehmen, Regierungen und Lehrinstitutionen genutzt werden kann, hat in den vergangenen Wochen und Monaten einen starken Nutzerzuwachs verzeichnet. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, dass Google zuletzt sogar zwei Millionen neue User täglich verzeichnen konnte und nun über 100 Millionen Menschen in 150 Ländern allein im Lehrkontext auf Meet zurückgreifen. Nach Angaben von Google habe es zuletzt sogar einen Tag gegeben, an dem 60 Prozent mehr User als am Vortag gezählt wurden. Bis Ende September werden diese User aufgrund der Coronakrise auch nicht für spezifische Updates des Tools zahlen müssen.

Und Google kündigte einige Veränderungen für Meet an. Googles Vizepräsident und General Manager für die GSuite, Javier Soltero, gab gegenüber Reuters an, dass es künftig auch bei Meets möglich sein soll, diverse Konferenzteilnehmer im Video Call gleichzeitig und gleich groß auf dem Screen anzeigen zu lassen. Damit reagiert Google auf die Kritik, dass das Layout bei Meet beispielsweise dem von Konkurrent Zoom in Sachen Kachelansicht nachstehe. Deshalb sollen jetzt bis zu 16 Personen gleichzeitig in einer entsprechenden Ansicht dargestellt werden können.

Eine weitere nützliche Neuerung ist der Direktzugang zu Meet-Videokonferenzen direkt über Gmail. Business User oder solche im Lehrkontext können Calls direkt über ihre Mails beitreten, um schon den Start der Konferenz möglichst unkompliziert zu gestalten. Google Meet können die User andernfalls über den Browser oder die App öffnen. Zusätzlich zu diesen zwei Optionen wird die Video- und Tonqualität bei den Konferenzen optimiert. Dabei sollen Hintergrundgeräsche von Türen oder Tastaturen besser gefiltert und die Lichtverhältnisse besser angepasst werden.

Google möchte die Konkurrenz ausstechen

Vor allem im Kontext der schlechten Presse für Zoom, das zuletzt öffentlich mit zahlreichen Datenschutzproblemen konfrontiert wurde, könnte Google seine Videokonferenz-Tools stark positionieren. Google selbst und einige andere Unternehmen haben Zooms Tool für den Business-Kontext verbannt. Während das Unternehmen ebenfalls mit Lösungen von Cisco oder Microsoft konkurriert, könnte Google jedoch mit der Reihe von Updates, die den Konferenzen eine bessere UX ermöglichen dürften, noch mehr an Relevanz bei den Videokonferenzen gewinnen. Soltero erklärt bei Reuters:

I’ve seen time and time again customers and prospects coming from other solutions that have not been able to keep up or had concerns in security and reliability.

Damit dürfte er auf Zoom anspielen, dessen Nutzung beispielsweise von den öffentlichen Schulen in New York City gegen die von Google Meet getauscht wurde. Ein Problem, das bei Zoom auftauchte, war das „Zoombombing“, bei dem sich fremde Personen in Calls gehackt haben. Um dem vorzubeugen, hatte Google Meet Usern im Lehrkontext jüngst mehr Kontrolle darüber gegeben, wer zu den Calls überhaupt Zugang erhält.

Mehr private Nutzung von Google Meet?

Damit sich Google Meet als erste Wahl für Unternehmen und Co. etabliert, möchte Google laut Soltero einen spezifischen Tab für das Tool im Chrome Browser integrieren. Außerdem sollen die Screen-Sharing-Optionen – für diese Tools eines der wichtigsten Elemente – weiter optimiert werden.

Die wachsende Zahl der Meet User könnte Google im Nachgang der Coronakrise nicht nur mehr Popularität des Tools, sondern auch mehr Umsatz versprechen. Bis dahin wird Google Meet jedoch auch von vielen Usern mit Zugriff für private Calls genutzt, wie Reuters berichtet. Immerhin bietet das ohne Unternehmens- oder Lehrkontext einfach zugängliche Pendant Google Hangouts nur einen Bruchteil der Optionen von Meet. Und auch die Sicherheitsbestimmungen sind bei Hangouts nicht auf dem Standard von Meet, wie Soltero bestätigt. Daher sollen einige Features künftig bei beiden Optionen optimiert werden, um jeglichen Usern ein einfaches und sicheres Videokonferenz-Tool bieten zu können.

Wer nicht auf Google Meet setzt, kann mit diversen anderen Lösungen Video Calls abhalten, Adobe, Microsoft, Cisco und Co. bieten Optionen. Wer sich aber näher mit Google Meet auseinandersetzen möchte, kann Googles Schulungen und Tipps für das Tool wahrnehmen.

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