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Technologie
Der Google Assistant liest Nachrichten aus WhatsApp und Co. – und lässt dich direkt antworten
Der Google Assistant verändert das Messaging, © Google

Der Google Assistant liest Nachrichten aus WhatsApp und Co. – und lässt dich direkt antworten

Niklas Lewanczik | 05.08.19

Bisher konnte der Assistant SMS vorlesen. Doch jetzt kommen Apps Dritter hinzu und eine Antwortoption ist ebenfalls gegeben. So muss man nicht tippen, um zu kommunizieren.

Die Zukunft, in der uns die KI so manches abnimmt, rückt immer näher. Sprachassistenzen bestimmen unseren digitalen Alltag inzwischen zusehends. Und eine der relevantesten, der Google Assistant, wird Berichten zufolge künftig die Nachrichten von Apps Dritter wie WhatsApp, Slack und Co. vorlesen können. Dazu ist auch das direkte Antworten über die Spracheingabe möglich. Noch ist das Update nicht umfassend verfügbar; aber es könnte zu einer Veränderung im Nutzungsverhalten führen.

Das Messaging über Voice

Sprachnachrichten haben sich bei WhatsApp längst etabliert und werden inzwischen auch überhall eingesprochen oder abgehört. Jetzt könnte sich das mobile Messaging noch weiter entwickeln. Android Police und 91Mobiles berichten übereinstimmend, dass der Google Assistant jetzt auch Nachrichten von Messaging-Diensten Dritter vorliest und sich nicht auf SMS beschränkt. So werden Texte aus WhatsApp, Telegram, GroupMe usw. vorgelesen und du kannst sie sogar direkt beantworten. Über die Aufforderung „Read my Messages“ konnte die Autorin Rita El Khoury dieses Phänomen nachvollziehen. Zunächst fragt der Assistant ab, ob Benachrichtigungen abgelesen werden dürfen und auf diese von Google zugegriffen werden darf. Dann erscheint eine Karte mit der letzten Nachricht. Der Assistant liest diese samt Ursprungs-App und Namen des Senders vor. Daraufhin kann via Voice direkt eine Antwort eingegeben werden.

Voice Messaging via Google Assistant, Quelle: Rita El Khoury, Android Police

Nicht zugreifen kann man via Voice auf Nachrichten mit Bildinhalten, Videos oder Audiodateien. Hier liest der Assistant dann vor, dass die Nachricht beispielsweise nur einen Audioanhang enthält. Den ersten Testern zufolge funktioniert die Funktion sogar in diversen Sprachen in beschränktem Maße. Nutzer geben aber an, dass bei mehreren beim Assistant voreingestellten Sprachen schnell eine Verwirrung auftritt.

Kein Tippen in Zukunft?

Nicht für alle Nutzer ist die Option schon jetzt zu reproduzieren. Doch es könnte das Verhalten der Nutzer grundlegend weiter in Richtung Voice-Nutzung verschieben, sobald es umfassend ausgerollt wird. Da verschiedene Nutzer darauf zugreifen können, scheint der Test schon in einem fortgeschrittenen Stadium zu sein. El Khoury merkt an, dass es sinnvoll wäre, wenn künftig auch Audionachrichten vorgelesen würden, auf die sich in derselben Weise antworten ließe. Doch schon jetzt ist klar: das Tippen auf dem Smartphone könnte im Messaging-Kontext schon bald der Vergangenheit angehören. Und so mag es auch in vielen anderen Bereichen kommen. Das ist für viele Anbieter ebenfalls ein Fingerzeig, sich auf Voice zu konzentrieren, ob Webmaster oder E-Commerce-Verantwortlicher usw.

Beunruhigend mag manchem erscheinen, welchen Zugriff Google durch die Nutzung dieser Optionen auf Nutzerdaten erhält. Diese sind aber ohnehin kaum davor geschützt, bei Google zu landen und zum Wachstum der Macht des Unternehmens beizutragen. Die großen Voice-Anbieter werden vieles kontrollieren, ihre Macht und ihr Wissen um die Nutzer werden so nur wachsen. Nichtsdestotrotz stellt dieser Zugriff für Nutzer eine Erleichterung und die nächste Entwicklungsstufe dar; und die ist nicht aufzuhalten.

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