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ByteDance AI Tool macht Kino per Knopfdruck: Seedance 2.0 lässt Disney und Hollywood durchdrehen

ByteDance AI Tool macht Kino per Knopfdruck: Seedance 2.0 lässt Disney und Hollywood durchdrehen

Niklas Lewanczik | 16.02.26

Das AI Tool Seedance 2.0 generiert in Kürze aus Prompts und Input filmreife Szenen – auch mit bekannten Figuren. Disney wirft TikTok-Mutter ByteDance Content-Diebstahl vor. Jetzt reagiert der Konzern.

Wenn es für die Produktion von Filmszenen in erstaunlicher Bildqualität nur noch wenige Prompts und etwas Input braucht, haben Hollywood und Filmemacher:innen ein Problem. KI-Video-Tools wie OpenAIs Sora, Runway 4 und Googles Veo 3.1 erlauben es Usern bereits, in kurzer Zeit aus Prompts und Bild- oder Videobeispielen ganze Videosequenzen zu kreieren. Jetzt sorgt das Tool Seedance 2.0 von TikTok-Mutter ByteDance für Furore. Im Handumdrehen können User damit KI-Szenen erstellen und laut ByteDance auf die „umfassendsten multimodalen Referenz- und Editing-Optionen der Branche“ zugreifen. Allerdings sind diese sogar so umfassend, dass Nutzer:innen bekannte und eigentlich geschützte Charaktere wie Spider-Man, Darth Vader und Co. in ihre AI-Videos integrieren konnten. Daher schickte Disney eine Unterlassungsaufforderung und warf ByteDance Produktpiraterie vor, als seien die geschützten Charaktere „frei verfügbare Clip Art“. ByteDance reagiert.

Seedance 2.0 verzückt Creator und bringt bekannte Figuren ins Spiel

In den sozialen Medien kursieren derzeit diverse Kurzvideos, die mithilfe von Seedance 2.0 erstellt wurden. Das AI Tool von ByteDance ist erst seit einigen Tagen für die Öffentlichkeit verfügbar, hat aber schon für viel Wirbel gesorgt. Zum einen zeigen sich viele User erstaunt über die Fähigkeiten. User können mit Text-, Bild-, Audio- und Video-Input AI-Videos kreieren. ByteDance verspricht eine „ultrarealistische immersive Erfahrung“. Dabei können User auch Einstellungen zu Licht und Schatten, Kamerabewegungen und Co. verwalten.

So kann eine AI-Szene von Seendance 2.0 aussehen, © ByteDance

Zum anderen zeigt sich die Branche aber ebenso überrascht, weil die Seedance 2.0-Videos vielfach bekannte und geschützte Charaktere hervorbringen können – oft sogar einfach per Prompt. Einige Beispiele, die User auf Threads teilen, offenbaren das.

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Deshalb schlägt Disney Alarm. Der Medienkonzern hat nach Angaben von Axios schwere Vorwürfe gegen ByteDance erhoben. Demnach soll der chinesische Tech-Konzern das Tool mithilfe der geschützten Content-Bibliothek Disneys trainiert haben. Eine Unterlassungserklärung hat Disney ByteDance ebenfalls geschickt – wie vor Kurzem auch Google. OpenAI wiederum darf beim KI-Video-Tool Sora auf Disneys Figuren zugreifen, da ein Deal zwischen Disney und OpenAI für lizenzierte AI-Inhalte mit Mickey Mouse, Elsa und Co. sorgt.


Mickey, Elsa und Co. bei Sora:

Disneys OpenAI Deal verhandelt Kreativität und Rechte neu

Logos von OpenAI und The Walt Disney Company auf farbigem Verlaufshintergrund als Symbol für ihre Kooperation im Bereich Künstliche Intelligenz.
© OpenAI/The Walt Disney Company


ByteDance sicher Disney und Co. Schutz der Charaktere zu

ByteDance aber darf nicht auf diese und andere Figuren zurückgreifen und den Usern deren Ebenbilder zur Verfügung stellen, wenn sie bei Seedance 2.0 prompten. Daher reagiert der Konzern jetzt mit neuen Schutzmechanismen. Gegenüber CNBC erklärte ein Mitglied des Presse-Teams:

ByteDance respects intellectual property rights and we have heard the concerns regarding Seedance 2.0. We are taking steps to strengthen current safeguards as we work to prevent the unauthorized use of intellectual property and likeness by users.

Nicht nur vonseiten Disneys hatte ByteDance Kritik und Vorwürfe erhalten. Auch Netflix, Sony, Universal und Co. haben dem Konzern Copyright-Verstöße vorgeworfen und eine sofortige Einstellung gefordert. Wie schon bei anderen Tools entbrennt mit Seedance 2.0 erneut die Diskussion um den Schutz von Inhalten im Rahmen der KI-Content-Produktion. Zwar beteuert ByteDance, nun auf die Nutzung geschützter Figuren und Inhalte verzichten zu wollen. Für das Training sind diese offensichtlich aber miteinbezogen worden. Diese problematische Herangehensweise haben andere Big Player wie Google, OpenAI und Character AI ebenfalls zur Schau gestellt und sie untermauert ein Problem für die Kreativbranche.

Derweil könnte sich Seedance 2.0 zu einer relevanten Konkurrenz für Veo 3.1, Sora und Co. entwickeln, auch ohne die Möglichkeit, Darth Vader und Co. kämpfen zu lassen. Auf der ByteDance-Plattform TikTok tummeln sich zumindest schon jetzt zahlreiche Videos, die mit dem Tool erstellt wurden und noch immer mit bekannten Charakteren daherkommen.


„ChatGPT-Moment für Videos“:
OpenAI launcht Sora 2 und KI-only Social App

Ein Kampfkünstler steht in einem Teich und hält einen Holzstab, während farbige Fische um ihn schwimmen. Im Hintergrund sind Bäume, Sträucher und eine Brücke zu sehen.
© OpenAI via Canva

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