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1 Million Tokens und stärkere Agents: Anthropic stellt Claude Sonnet 4.6 vor

1 Million Tokens und stärkere Agents: Anthropic stellt Claude Sonnet 4.6 vor

Larissa Ceccio | 18.02.26

Anthropics Claude Sonnet 4.6 wird zum neuen Standardmodell und bringt bessere Computersteuerung, ein Kontextfenster mit bis zu einer Million Tokens sowie stärkere Coding Skills. Gleichzeitig soll die neue Version Opus-Leistung zu einem gleichbleibend günstigeren Preis liefern.

Claude Sonnet 4.6 bringt bessere Computersteuerung, ein Kontextfenster mit bis zu einer Million Tokens und mehr Fähigkeiten für komplexe Aufgabenketten in die Sonnet-Reihe. Mit dem Update rückt das Modell näher an die teurere Opus Klasse heran, bleibt aber preislich im bisherigen Rahmen und wird direkt zum neuen Standard in Claude. Das geht aus der offiziellen Produktankündigung oder auch aus einem Unternehmensbeitrag auf LinkedIn hervor.

Sonnet 4.6 setzt Anweisungen konsistenter um, reduziert fehlerhafte Ausgaben und organisiert Code effizienter. Für Nutzer:innen bedeutet das schnelleres Coding, klar strukturierte Auswertungen und eine KI, die zusammenhängende Aufgaben bearbeiten kann statt nur einzelne Prompts zu beantworten. Der folgende Überblick zeigt, was sich bei Computersteuerung, Benchmarks und Agent Workflows konkret verändert.



„Bestes Coding Model der Welt“:
Claude Sonnet 4.5 ist da

orangefarbener Hintergrund, grobe Skizze von Mensch mit schwarzem Strich, , Würfelform in Weiß
© Anthropic via Canva


Mehr Leistung bei Coding und Computernutzung

Aufgaben, die bislang eher der Opus-Klasse vorbehalten waren, lassen sich jetzt auch mit Sonnet 4.6 umsetzen. Nutzer:innen mit Vorabzugang bevorzugten das Modell laut Anthropic in rund 70 Prozent der Tests gegenüber bisherigen Versionen. Auch im Vergleich zu Claude Opus 4.5 wurde es intern häufig gewählt, weil es weniger unnötig komplex arbeitet und Anweisungen konsistenter umsetzt. Für besonders tiefgehendes logisches Denken bleibt Opus 4.6 laut Anthropic dennoch die stärkste Option, etwa bei großem Codebasis Refactoring, der Koordination mehrerer Agents innerhalb eines Workflows oder Aufgaben, bei denen maximale Präzision entscheidend ist.

Besonders bei der Computernutzung sieht Anthropic große Fortschritte. Frühe Nutzer:innen berichten von Fähigkeiten auf menschlichem Niveau bei komplexen Tabellen oder mehrstufigen Web-Formularen. Das Modell kann somit Software ähnlich wie ein Mensch bedienen, etwa durch Navigation im Browser, das Bearbeiten komplexer Tabellen oder das Zusammenführen von Informationen über mehrere Tabs hinweg.

Auf Threads ansehen

Auch neue Produktfunktionen werden in dem Post auf Threads hervorgehoben. Das Excel Add in unterstützt nun MCP Connectoren, sodass Claude direkt mit Datenquellen wie S and P Global, PitchBook oder Moody’s arbeiten kann. Auf der API-Seite sollen Web Search und Fetch Tools genauer und token effizienter arbeiten. Zusätzlich werden Features wie Code Execution, Memory, Tool Calling und Tool Search allgemein verfügbar gemacht.

Ein Blick auf die Benchmark-Grafik, die mehrere Tests von Coding über Computer Use bis hin zu Reasoning zusammenfasst, zeigt, wo Sonnet 4.6 im Vergleich zu anderen Modellen steht. Gegenüber Sonnet 4.5 legt es in fast allen Bereichen deutlich zu und schließt in vielen Disziplinen zur Opus-Reihe auf. Im direkten Vergleich mit Modellen wie Gemini 3 Pro oder GPT-5.2 wird deutlich, dass Sonnet 4.6 zwar nicht überall die Spitzenwerte erreicht, dafür aber konstant starke Ergebnisse über viele Aufgaben hinweg liefert. Genau diese Balance aus Leistung und Preis positioniert das Modell als Allround-Option zwischen High-End-Modellen und klassischen Mid-Range-Lösungen.

Benchmark-Übersicht zu Claude Sonnet 4.6 mit Vergleich der Modellleistung in Coding, Computer Use, Reasoning und Office Tasks gegenüber Opus, Gemini und GPT Modellen, © Anthropic
Die Grafik bündelt mehrere Benchmarks zu Coding, Computer Use, Reasoning und Office Tasks und zeigt, wie sich Claude Sonnet 4.6 im Vergleich zu Opus, Gemini und GPT-Modellen positioniert, © Anthropic.

Parallel hat Anthropic die Schutzmechanismen gegen sogenannte Prompt-Injection-Angriffe verbessert. Dabei platzieren Angreifer:innen versteckte Texte oder Befehle in Websites, Dokumenten oder Formularen. Diese Inhalte sollen die KI beim Lesen beeinflussen. Sonnet 4.6 wurde laut Anthropic so trainiert, solche Manipulationsversuche besser zu erkennen und riskante Inhalte zu filtern. Außerdem soll das Modell sich stärker an die ursprüngliche Nutzer:innenanfrage halten.

1 Million Token Kontext zeigt, wohin sich KI entwickelt

Das Kontextfenster mit bis zu einer Million Tokens sorgt dafür, dass die KI deutlich mehr Inhalte gleichzeitig verarbeiten kann. Statt nur einzelne Dateien zu analysieren, lassen sich ganze Code-Projekte, lange Reports oder mehrere Dokumente in einer Anfrage zusammenführen. Dadurch erkennt Sonnet 4.6 Zusammenhänge schneller. Aufgaben können über längere Strecken hinweg bearbeitet werden, ohne ständig neue Prompts zu schreiben.

Wie sich das in der Praxis auswirken kann, zeigt die Vending Bench Arena, eine Simulation zur Unternehmensführung. Dort plante das Modell zunächst größere Investitionen und wechselte später gezielt auf Profitabilität. Diese Strategie brachte laut Anthropic bessere Ergebnisse als bei anderen Modellen und deutet darauf hin, dass KI zunehmend längere Arbeitsprozesse strukturieren kann statt nur auf einzelne Anfragen zu reagieren.

Auch die Tools rund um Claude werden erweitert. Die Web-Suche kann Ergebnisse jetzt automatisch filtern, damit relevanter Kontext übrig bleibt. In Excel lassen sich über neue MCP Connectoren externe Datenquellen wie S and P Global, PitchBook oder Moody’s direkt einbinden, ohne die Anwendung zu verlassen. Preislich bleibt das Modell unverändert und startet weiterhin bei drei beziehungsweise 15 US Dollar pro Million Tokens.

Insgesamt bewegt sich die Entwicklung weg vom reinen Chat hin zu Systemen, die Aufgaben planen, Software bedienen und Workflows über mehrere Schritte hinweg begleiten.



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© eigene Aufnahme

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