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„Das günstigste, schnellste und leistungsfähigste kleine KI-Modell“ Anthropics: Claude Haiku 5.5 ist da

„Das günstigste, schnellste und leistungsfähigste kleine KI-Modell“ Anthropics: Claude Haiku 5.5 ist da

Larissa Ceccio | 08.10.26

Anthropic stellt mit Claude Haiku 5.5 das bisher schnellste und leistungsfähigste kleine KI-Modell des Unternehmens vor. Es soll bis zu 90 Prozent günstiger sein als die vorherige Version und schneidet in mehreren Tests sogar besser ab als GPT-6 Luna.

Claude Haiku ist das kleinere und auf Geschwindigkeit ausgelegte Modell der Claude-Familie von Anthropic. Mit Claude Haiku 5.5 gibt es jetzt eine neue Version, die vor allem große Mengen wiederkehrender Aufgaben schnell und günstig erledigen soll.

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Dazu gehören beispielsweise das Zusammenfassen von Texten, Datenbankabfragen oder die automatische Bearbeitung von Kund:innenanfragen. Auch bei der Programmierung kann Haiku 5.5 größere Modelle wie Sonnet 5.5 und Opus 5.5 bei einzelnen Aufgaben unterstützen.

Laut Anthropic bringt das Modell deutliche Leistungssteigerungen bei gleichzeitig niedrigeren Kosten. Im Durchschnitt soll Haiku 5.5 rund 75 Prozent günstiger sein als Haiku 4.5. Bereits verfügbar ist das Modell in Claude, auf der Claude Platform sowie über Amazon Web Services, Google Cloud und Microsoft Azure.



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Claude Haiku 5.5 kostet bis zu 90 Prozent weniger

Besonders groß ist der Preisunterschied bei Anfragen mit bis zu 100.000 Tokens. Dafür berechnet Anthropic 0,10 US-Dollar pro Million Eingabe-Tokens und 0,50 US-Dollar pro Million Ausgabe-Tokens. Das sind jeweils 90 Prozent weniger als bei Haiku 4.5. Laut Anthropic fallen etwa 90 Prozent der bisherigen Anfragen an Haiku 4.5 in diese Größenordnung. Bei längeren Eingaben beträgt die Ersparnis pro Token dagegen 50 Prozent.

Allerdings verarbeitet Haiku 5.5 Texte anders und benötigt dadurch teilweise mehr Tokens für dieselbe Aufgabe. Die tatsächliche Ersparnis kann daher geringer ausfallen, als die reinen Token-Preise vermuten lassen.

Tabelle mit Token-Preisen für Claude Haiku 5.5, Haiku 4.5 und Sonnet 5.5 im Vergleich.
Preisvergleich von Claude Haiku 5.5, Haiku 4.5 und Sonnet 5.5, © Anthropic

Anthropic senkt außerdem die Preise für Sonnet 5.5. Das erneute Abrufen zwischengespeicherter Informationen kostet nur noch 0,10 statt 0,20 US-Dollar pro Million Tokens. Vor allem bei mehrstufigen Aufgaben, die KI-Agents selbstständig bearbeiten, sollen die Gesamtkosten dadurch um rund 20 Prozent sinken.

Zusätzlich erhalten User mit einem Max- oder Team-Abonnement künftig jeden Monat Guthaben für die Claude API. Bei Max 5x sind es 100 US-Dollar, bei Max 20x 200 US-Dollar und bei Team-Abos bis zu 500 US-Dollar für das gesamte Team. Das Guthaben kann genutzt werden, um eigene KI-Anwendungen und Agents zu entwickeln und auszuprobieren.

Claude Haiku 5.5 übertrifft GPT-6 Luna in mehreren Tests

Neben den niedrigeren Kosten soll Haiku 5.5 auch deutlich leistungsfähiger sein. Besonders große Fortschritte gibt es laut Anthropic bei Computer Use. Dabei bedient die KI selbstständig einen Computer, öffnet Programme, nutzt Websites und erledigt Aufgaben Schritt für Schritt.

Im entsprechenden Test OSWorld 2.1 erreichte Haiku 5.5 laut Anthropic 72,4 Prozent. Die vorherige Modellversion kam auf 15,7 Prozent, OpenAIs GPT-6 Luna auf 48,9 Prozent. Auch bei Programmieraufgaben und der Bearbeitung anspruchsvoller Wissensaufgaben liegt Haiku 5.5 in den veröffentlichten Tests vor GPT-6 Luna. Das größere Sonnet 5.5 erzielt in diesen Vergleichen allerdings noch bessere Ergebnisse.

Benchmark-Tabelle vergleicht Haiku 5.5, Haiku 4.5, GPT-6 Luna und Sonnet 5.5 anhand mehrerer Leistungstests.
Benchmark-Ergebnisse von Haiku 5.5 im Vergleich mit Haiku 4.5, GPT-6 Luna und Sonnet 5.5, © Anthropic

Erstes Haiku-Modell mit einstellbarem Aufwand

Bei Haiku 5.5 lässt sich erstmals einstellen, wie viel Rechenaufwand die KI für eine Aufgabe nutzen soll. So können User je nach Bedarf Kosten sparen oder mehr Leistung abrufen. Besonders geeignet ist das Modell für kleinere Aufgaben wie Zusammenfassungen oder die Unterstützung größerer KI-Modelle. Für aufwendige Programmieraufgaben bleiben Sonnet 5.5 und Opus 5.5 die bessere Wahl.

Zwei Diagramme zeigen die Leistung von Claude Haiku 5.5 bei unterschiedlichen Rechenstufen und Kosten.
Haiku 5.5 bietet erstmals verschiedene Rechenstufen, mit denen sich Kosten und Leistung steuern lassen, © Anthropic

Anthropic ergänzt außerdem die Entwickler:innenwerkzeuge für Python und TypeScript um Unterstützung für Computer Use und Browser Use. Damit können KI-Anwendungen selbstständig Programme und Websites bedienen. Beide Funktionen befinden sich noch in der Betaphase.

Haiku 5.5 legt bei der Sicherheit nach

Auch bei der Sicherheit verspricht Anthropic Verbesserungen. Haiku 5.5 soll Sicherheitsvorgaben zuverlässiger einhalten und sich seltener für missbräuchliche Zwecke einsetzen lassen. Bei Cybersecurity-Aufgaben gelten strengere Schutzmaßnahmen als bei Haiku 4.5. So werden beispielsweise Anfragen zu Penetrationstests, bei denen IT-Systeme auf Sicherheitslücken überprüft werden, weiterhin blockiert.

Die Sicherheitsfrage sorgt längst über die KI-Branche hinaus für Beunruhigung und prägt derzeit viele gesellschaftliche Debatten. Auch Anthropics CEO Dario Amodei warnt seit Längerem vor den Risiken leistungsfähiger KI und fordert unter anderem unabhängige Sicherheitsprüfungen. Die US-Regierung hat dagegen die Umbenennung von Artificial Intelligence in Super Intelligence angestoßen, wodurch KI weniger bedrohlich wirken und ihre Chancen und Möglichkeiten stärker in den Vordergrund rücken sollen, und mit der neuen Super Intelligence Force eine Einheit geschaffen, die die technologische Führungsrolle der USA sichern soll. Auch Amodei hat den White House Accord on Super Intelligence unterzeichnet, mit dem die US-Regierung freiwillige Sicherheitsstandards für KI-Unternehmen etablieren will. Dabei bleibt umstritten, wie wirksam diese Maßnahmen sind, solange verbindliche Vorgaben weitgehend fehlen und die Kontrolle größtenteils bei den KI-Unternehmen selbst liegt.



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© Gage_Skidmore, CC BY-SA 3.0


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