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Social Media Marketing
Vom Influencer zum Kult-Leader: TikToker revolutionieren das Influencer Marketing
© Stepchickens App - App Store

Vom Influencer zum Kult-Leader: TikToker revolutionieren das Influencer Marketing

Aniko Milz | 26.05.20

Einige TikToker vereinen ihre Follower derzeit zu einem Kult. Damit eröffnen sie sich neue Monetarisierungsmaßnahmen auf der Plattform.

Für Influencer ist das Engagement ihrer Follower alles. Zwar gucken Brands vor der Kollaboration oft auch auf Kennzahlen wie Follower und Likes, doch besonders die Anzahl der Kommentare und Shares sagt viel darüber aus, wie loyal eine Fangemeinde ist. Das ist besonders auf Plattformen wie Snapchat, Instagram oder TikTok wichtig, auf denen Influencer anders als auf YouTube oder Twitch keinen Teil der Werbeeinnahmen bekommen. Gerade entstehende Fankults könnten dieses Problem lösen.

Follower der TikTok-Kults battlen sich unter Videos

Einige Influencer testen gerade neue Wege, um sich die Loyalität ihrer Follower zu sichern. Mit einer Community, die sich auch untereinander als solche versteht, ergeben sich direkt andere Monetarisierungsmaßnahmen. Die Social Media Influencerin Melissa (@chunkysdead auf TikTok) liefert hierfür ein gutes Beispiel. Anfang Mai erfand sie ihrer Aussage nach den ersten TikTok-Kult, wie Josh Constine auf seinem Blog schreibt. Ihre Follower nennt sie von nun an Step-Chickens (ein Name, über den zuvor auf TikTok abgestimmt wurde). Die erste Amsthandlung des Kults war es, die eigenen Profilbilder auf TikTok zu verändern. Jedes Step-Chicken sollte ein bläulich beleuchtetes Selfie von Melissa, die sich als Mother Hen bezeichnet, als TikTok-Profilbild einstellen.

@chunkysdead

RISE MY STEP-CHICKENS ##fyp##stepchickens##joinourcult##worlddomination

♬ Chunkysdead Song – Lil Young Old Man

In einem späteren Video ruft sie dazu auf, den Kommentarbereich der For You Page auf TikTok „zu dominieren“, also mit Kommentaren zu überschwemmen, die durch das einheitliche Profilbild leicht zuzuordnen sind. Denn mehrere Influencer nahmen die Idee bereits auf und gründeten eigene Kults, gegen die in sogenannten Battle Zones angetreten wird. Wessen Follower unter einem ausgewählten Video die meisten Kommentare schreiben, hat das Battle gewonnen. Erst kürzlich wurde angekündigt, dass die Battles auch auf YouTube stattfinden sollen.

Doch Melissa ging noch einen Schritt weiter. Mit der Hilfe von Sam Mueller, dem Entwickler der App Blink, kreierte sie eine eigene App, die bereits über 100.000 aktive Nutzer hat. Viele von ihnen kaufen außerdem Merchandise auf Melissas Online Shop. So nutzt sie clever die Reichweite, die sie durch ihre Kurzvideos auf TikTok erlangt hat.

Kult statt Follower: Was bedeutet das für das Influencer Marketing?

Derartige Fankults könnten eine Revolution im Influencer Marketing bedeuten. Der Austausch zwischen Influencer und Followern ist hierbei deutlich enger. Wichtig ist, die Follower in Entscheidungen einzubinden und auf sie einzugehen, wie Melissa es bei der Entscheidung für einen Namen gemacht hat, sodass sie sich gesehen fühlen. Die Entwicklung einer eigenen App als Messenger-Plattform unterstützt dabei. Hier können Fans sich austauschen, miteinander chatten und so als Gemeinschaft zusammenwachsen. Der gemeinsame Namen und das gemeinsame Ziel stärken das Wir-Gefühl.

Noch gibt es keinen Fall, in dem ein Unternehmen oder eine Marke eine Kollaboration mit einem der Kult-Leader eingegangen ist. Hier müsste wohl, stärker noch als beim „normalen“ Influencer Marketing, darauf geachtet werden, nicht zu werblich zu werden. Zwar besteht zu einem der Kult-Leader vermutlich ein größeres Vertrauen als zu einem Influencer, doch dieses kann sich schnell ins Gegenteil umschlagen, wenn der Content sich zu stark ändert. Dennoch sollte diese Entwicklung im Auge behalten werden. Und vielleicht lässt sich von der Nahbarkeit und dem Community-Aufbau der Kult-Influencer auch etwas für das eigene Marketing abgucken.

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