Social Media Marketing
Spotify startet Gruppen-Chats und schüttet Rekordsumme an die Musikbranche aus

Spotify startet Gruppen-Chats und schüttet Rekordsumme an die Musikbranche aus

Larissa Ceccio | 29.01.26

Du kannst jetzt auf Spotify mit bis zu zehn Personen in Gruppen chatten und Songs direkt teilen. Während Streaming und Social immer stärker verschmelzen, meldet die Plattform parallel eine Rekordausschüttung in Milliardenhöhe. Doch vom System profitieren längst nicht alle Artists gleichermaßen.

Seit August 2025 können sich Listener auf Spotify via 1:1-Messaging über Musik, Podcasts und Co. austauschen. Und jetzt kommen Gruppen-Chats hinzu.

Auf Threads ansehen

Ab sofort können sich Nutzer:innen direkt in der App in kleinen Gruppen darüber austauschen, was sie gerade hören. Über die kürzlich eingeführte Höraktivität lässt sich zudem anzeigen, welcher Song aktuell bei dir läuft, was als subtiler Anstoß für Gespräche über Musik in der App dienen kann. Und mit der ebenfalls noch recht neuen Jam-Funktion wird aus diesem Austausch mit nur einem Tap eine gemeinsame Hör-Session in Echtzeit.

Parallel dazu hat das Unternehmen neue Zahlen zu seinen Lizenzzahlungen veröffentlicht – mit Milliardensummen, die aber nicht automatisch bei den Artists landen. Erst kürzlich hat Spotify bereits die Einstiegshürden für die Monetarisierung von Video-Podcasts gesenkt.



Spotify lässt dich jetzt sehen, was deine Freund:innen gerade hören

Spotify App mit Nachrichtenübersicht, Profilmenü und Anzeige aktueller Höraktivitäten von Kontakten auf zwei Smartphones.
© Spotify


Mit bis zu 10 Personen zusammen chatten – direkt in der Spotify App

„We have officially entered the group chat 🤝“ – so kündigt Spotify selbst das neue Feature auf Threads an. Über Spotify Messages kannst du jetzt mit bis zu zehn Freund:innen oder Familienmitgliedern in einer Gruppe Songs, Podcasts oder Hörbücher teilen und direkt darüber chatten. Der Clou: Die Inhalte lassen sich sofort im Chat abspielen. Das, was früher in WhatsApp-Gruppen oder Instagram DMs passierte, zieht damit direkt in die Streaming App um. Spotify baut damit weiter an seinem Ziel, nicht nur Audioplattform, sondern sozialer Treffpunkt zu sein.

Der Schritt reiht sich in die bereits umgesetzten Social-Vorstöße von Spotify ein, etwa Podcast-Kommentare oder interaktivere Feed-Formate. Doch Spotify ist mit dieser Entwicklung nicht allein. Bereits seit 2024 setzt CampfireFM auf Social Media im Podcasting. In unserem Podcast Interview mit Mitbegründer Sascha Lobo haben wir über seine Podcast-Plattform gesprochen, die Audioformate so eng mit Community-Interaktion verbindet wie kaum ein anderer Player. Jetzt reinhören oder den Artikel zum Interview lesen.

Mit den neuen Social Features wie Gruppen-Chats und Co. zeigt sich jedoch: Spotify bringt die eigene enorme Reichweite zunehmend in Richtung Social Experience in Stellung.

Spotify schüttet Rekordsumme aus, doch der Stream bleibt wenig wert

Parallel zum Messaging Update meldet Spotify neue Rekordzahlen. Für das Jahr 2025 hat das Unternehmen laut eigenen Angaben über elf Milliarden US-Dollar an Lizenzgebühren ausgezahlt – rund eine Milliarde mehr als im Vorjahr und so viel wie noch kein einziger Musikstreaming-Dienst zuvor in einem Jahr. Rund die Hälfte dieser Tantiemen sei erneut an unabhängige Künstler:innen und Labels geflossen. Das teilte der Streaming-Dienst unter anderem im Spotify for Artists Blog mit. Laut Spotify entspricht das etwa 30 Prozent der weltweiten Einnahmen der Musikindustrie aus Recorded Music.

Doch die Milliarden gehen nicht direkt an Musiker:innen, sondern zunächst an Rechteinhaber:innen, also Labels, Verlage, Distributor:innen und andere Rechteverwerter:innen. Wie viel bei einzelnen Künstler:innen ankommt, hängt stark von ihren Verträgen ab. Bei Major Label Deals sind Beteiligungen von nur rund 15 Prozent der Tantiemen keine Seltenheit. Indie Labels bieten oft bessere Konditionen, bei denen 50 Prozent oder mehr an die Artists gehen können.

Gleichzeitig bleibt ein strukturelles Problem bestehen, das seit Jahren kritisiert wird: Die Ausschüttungen werden aus einem begrenzten Erlös-Pool berechnet. Je mehr Musik gestreamt wird, desto kleiner fällt rechnerisch der Betrag pro Stream aus. Für einzelne Artists bedeutet das: Selbst wenn der Gesamtumsatz der Branche wächst, steigen die Einnahmen pro Titel nicht automatisch mit.



Eine neue Ära des Hörens:
Spotify Playlists per Prompt erstellen

Spotify Prompted Playlists auf zwei Smartphones vor grünem Hintergrund
© Spotify via Canva

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