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Social Media Marketing
Musikvideos auf Facebook: Konkurrenz für YouTube?
© Facebook

Musikvideos auf Facebook: Konkurrenz für YouTube?

Niklas Lewanczik | 15.07.20

Facebook wird Musikvideos von Künstlern und Labels künftig direkt bei deren Pages hochladen. Sobald ein Label ein neues Video veröffentlicht, soll es automatisch bei Facebook erscheinen.

Bislang können Musiker auf Facebook nur Ausschnitte von ihren Musikvideos teilen – aus Lizenzgründen. Doch ab August werden offiziell lizenzierte Musikvideos in den USA auf den Facebook Pages der Künstler hochgeladen werden können. Eine neue Funktion soll Facebook den direkten Upload neuer Tracks sowie das Erstellen von Performance Insights zu diesen erlauben. Mit dieser Neuerung könnte Facebook die Musikindustrie stark beeinflussen – und womöglich sogar YouTube Konkurrenz machen.

Neues Feature: Posts zu neuen Songs werden automatisch generiert

Facebooks Pläne, auf der eigenen Plattform Raum für das Hochladen und Teilen von Musikvideos zu schaffen, gehen aus Dokumenten hervor, die das Tech-Fachmagazin TechCrunch einsehen konnte. Sarah Perez berichtet auf Grundlage dieser Erkenntnisse. Auch bei Twitter tauchten inzwischen Teile einer E-Mail auf, die Facebook an diverse Künstler geschickt hatte; Social-Media-Experte Matt Navarra teilte einen entsprechenden Auszug:

Der Screenshot aus dem Tweet zeigt bereits, wie die Musikvideos bei der mobilen Facebook-Version dargestellt werden. Mit der E-Mail informierte Facebook Page-Betreiber, die selbst Musiker sind oder mit diesen Künstlern in Zusammenhang stehen, über eine neue Funktion, die in den USA ab ersten August 2020 wirksam wird. Die Page-Betreiber sollten eine Einstellung vornehmen, die es Facebook ermöglicht, Videos direkt zu dieser Seite hinzuzufügen. Dort können sie von Usern im Video Tab entdeckt werden. In diesem Bereich werden dann Musikvideos der Künstler ebenso zu sehen sein wie solche, in denen sie als featured Artist auftreten.

Facebook empfiehlt das automatische Teilen aller neuen Videos in der Timeline
Facebook empfiehlt das automatische Teilen aller neuen Videos in der Timeline, Quelle: TechCrunch

Die Musiker können die eingestellten Videos dann jederzeit bearbeiten oder entfernen. Denn die Posts zu den Videos werden von Facebook zunächst automatisch und generisch erstellt. Anpassungen wären also sinnvoll, um die Video Posts für User attraktiver zu gestalten. Sowohl der Titel und die Beschreibung als auch die Tags und das Thumbnail können verändert werden.

Auszug aus der E-Mail von Facebook, Quelle: TechCrunch

Bisher durften Künstler aufgrund fehlender Lizenzverträge der Labels mit Facebook nur Teile ihrer Songs auf der Plattform promoten. Doch schon im vergangenen Jahr berichtete Bloomberg davon, dass das soziale Netzwerk mit Label-Größen wie der Universal Music Group, Sony Music und der Warner Music Group wegen eben solcher Lizenzverträge in Kontakt stehe. Diese Verhandlungen scheinen erfolgreich verlaufen zu sein.

Eigene Official Music Page für Künstler möglich

Sollten die Musiker oder deren Page Manager das neue Setting bei Facebook bis zum ersten August nicht aktivieren, wird Facebook eine separate Musik-Page für den Künstler erstellen. Diese wird mit dem Künstlernamen und dem Zusatz „Official Music“ benannt. Fans können diese Seite – die von Facebook verwaltet und kontrolliert wird – dann über das Watch Tab oder eine neue Videorubrik wahrnehmen.

Auf dieser Seite werden neue Songs der Musiker, sobald sie vom Label veröffentlicht wurden, automatisch in der Timeline geteilt. Facebook darf Performance Insights zu diesen Posts mit den Rechtehaltern teilen.

Beispiel eines automatisch generierten Posts zu einem Musikvideo
Beispiel eines automatisch generierten Posts zu einem Musikvideo, Quelle: TechCrunch

Die Musikindustrie und die Labels hatten sich von Facebook schon länger ein stärkeres Engagement für die eigene Branche erhofft. Denn man wollte eine Alternative zu YouTube haben. Die Plattform Googles hat allein 2019 über drei Milliarden US-Dollar an die Musikindustrie ausgezahlt und gilt als Anlaufstelle Nummer eins für die Rezeption von Musikvideos. Facebook hat mit seinen 2,6 Milliarden monatlich aktiven Usern allerdings eine Nutzerbasis, die für Musiker ein äußerst vielversprechendes Publikum darstellt. Außerdem empfinden laut Bloomberg viele Labels übereinstimmend, dass YouTube ihnen zu wenig zahle. Da Facebook sich zu den bei TechCrunch beschriebenen Plänen noch nicht geäußert hat und keine näheren offiziellen Informationen vorliegen, ist allerdings nicht klar, ob die Labels über das soziale Netzwerk mit mehr Einkünften rechnen können.

Die bisherigen Musik-Deals von Facebook, beispielsweise mit Warner Music, waren nur darauf ausgelegt, die Nutzung lizenzierter Musik in „Social Experiences“ bei Instagram, im Messenger oder bei Oculus zu ermöglichen. Mit der neuen Einstellung zum Posten von Musikvideos könnte Facebook jedoch der digitalen Musikindustrie eine große neue Bühne bieten; und diese verändern. Außerdem könnte Facebook, wenn es auf diesem Wege für diverse Musiker wieder an Relevanz gewinnt, auch für die User ganz neue Engagement-Anreize schaffen. Für eine Konkurrenz zu YouTube reicht das vielleicht nicht, weil die Videoplattform seit 15 Jahren für Musikvideos steht wie keine andere. Eine Alternative könnte Facebook dennoch bieten; vor allem dann, wenn noch eine Verknüpfung zu Instagram-Konten möglich wäre. Ob und wann das Feature außerhalb der USA ausgerollt wird, ist noch nicht klar.


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