Social Media Marketing
LinkedIn geht gegen AI Slop vor – diese Formulierungen lassen Posts nach ChatGPT klingen

LinkedIn geht gegen AI Slop vor – diese Formulierungen lassen Posts nach ChatGPT klingen

Larissa Ceccio | 21.05.26

Das Business-Netzwerk LinkedIn will gegen AI Slop, Engagement Bait und automatisierte Kommentare vorgehen und erkennt laut eigenen Angaben generische KI-Inhalte inzwischen mit einer Trefferquote von 94 Prozent. Diese Formulierungen, Hooks und Schreibmuster gelten inzwischen für viele als typische AI-Slop-Merkmale.

Mit jedem Entwicklungsschritt von KI wächst auch die Relevanz, Inhalte, die eigene Gedanken, reale Erfahrungen und persönliche Perspektiven zeigen, zu fördern. Weswegen auch Social-Media-Plattformen wie Instagram oder LinkedIn Systeme entwickeln, mit denen sie AI Slop begrenzen können. Instagram testet beispielsweise ein AI Creator Label und LinkedIn will künftig stärker gegen generische KI-Inhalte und Engagement Bait vorgehen.

Wie Laura Lorenzetti, VP und Executive Editor bei LinkedIn, in einem Blog Post erklärt, will das Business-Netzwerk künftig generische Inhalte, austauschbare Erfolgsweisheiten und Engagement Bait Posts nach Schema F einschränken. Solche Beiträge bleiben zwar für das eigene Netzwerk und Account-Abonnent:innen sichtbar, werden jedoch weniger vom Algorithmus gepusht. Denn „The ultimate value comes from the human behind the tool“, schreibt Lorenzetti in ihrem Beitrag.



LinkedIn stellt Ranking-System um:
Engagement-Tricks verlieren Wirkung

Person (Silhouette) dunkel vor blauem Kreis im Hintergrund
© Ben Sweet – Unsplash


LinkedIn entwickelt System zur Erkennung von generischem KI-Content

LinkedIn will allerdings nicht nur gegen AI Slop vorgehen, sondern auch gegen automatisierte Kommentare und generische Antworten, die lediglich bestehende Aussagen wiederholen, ohne neue Gedanken oder Perspektiven beizutragen. Um KI-generierte Posts und wenig originelle Inhalte zu identifizieren, setzt das Netzwerk laut Laura Lorenzetti auf ein eigens trainierte Modell, das gemeinsam mit dem internen Editorial Team entwickelt wurde und dessen Ziel es ist, Inhalte zu erkennen, die Expertise, Kontext oder persönliche Erfahrung liefern und sich deutlich von generischen Inhalten unterscheiden. In ersten Tests würden generische Inhalte bereits in 94 Prozent der Fälle korrekt erkannt werden. Wie die technische Erkennung im Detail funktioniert, erklärt die Plattform bislang allerdings nicht.

LinkedIn betont ausdrücklich, dass AI-unterstützte Inhalte weiterhin erlaubt bleiben. Entscheidend sei vielmehr, ob ein Beitrag originelle Gedanken enthält oder sinnvolle Diskussionen auslöst.

It’s ok to use AI to help you write, but your posts and comments need to represent your voice and your perspectives,

schreibt Lorenzetti. Gleichzeitig baut LinkedIn das Angebot an KI-gestützten Schreibfunktionen seit Jahren kontinuierlich aus. Bereits 2023 testete die Plattform ein eigenes KI-Tool zur automatischen Erstellung von LinkedIn Posts direkt im Composer sowie weitere generative KI-Funktionen für Profiltexte, Recruiting und Content-Erstellung. Heute bietet LinkedIn unter anderem AI-gestützte Schreibvorschläge für Nachrichten, Profiltexte und Beiträge an.

KI oder nicht? Diese Schreibmuster gelten als typische Merkmale

Wie genau LinkedIn diese Inhalte erkennt, bleibt zwar offen, die Plattform nennt jedoch typische KI-Formulierungen und wiederkehrende Muster, die häufig in generierten Texten auftauchen. Dazu gehören unter anderem bekannte Konstruktionen wie „Es geht nicht um X, sondern um Y“. Zu den häufigsten Merkmalen gehören laut Nutzer:innen im Subreddit r/linkedin sowie einem Bericht des Wall Street Journals und einem Artikel von Creative Bloq unter anderem:

  • Gegensätzliche „Es geht nicht um X – sondern um Y“-Konstruktionen wie „Es geht nicht um Produktivität – sondern um Klarheit“ oder „Es geht nicht um mehr Leads – sondern um die richtigen Prozesse“, die zunächst tiefgründig wirken sollen, inhaltlich aber oft sehr allgemein bleiben
  • Absichtlich zerstückelte Absatzstrukturen mit nur wenigen Wörtern pro Zeile, um Beiträge länger wirken zu lassen
  • Emoji-Aufzählungen wie ✅ 🚀 👇
  • Hooks wie „3 Dinge, die ich gelernt habe“, „Was dir niemand über Leadership erzählt“ oder „Diese eine Sache hat alles verändert“, die oft als austauschbare Einstiegsmuster genutzt werden
  • Übertrieben glatte und rhythmische Sprache, bei der Sätze auffällig perfekt formuliert, stark auf Wirkung optimiert und fast „zu sauber“ wirken
  • Auffällige Nutzung von Halbgeviertstrichen, die viele inzwischen mit KI-generierten Texten verbinden
  • Künstlich eingebaute „Authentizität“, etwa absichtliche Tippfehler, lockere Umgangssprache oder scheinbar spontane Formulierungen, um KI-Texte menschlicher wirken zu lassen
  • Kommentare und Antworten, die lediglich den ursprünglichen Beitrag umformulieren oder bestätigen, ohne neue Gedanken oder Perspektiven hinzuzufügen


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7 kreative Prinzipien für deinen Content auf LinkedIn

Grafik zeigt eine LinkedIn-Post-Ansicht mit überlagerten Analysewerten wie Kommentaren, Reaktionen, Video-Views, Follower-Zuwachs und Impressionen aus verschiedenen Social Media Tools.
© Gyanda Sachdeva auf LinkedIn via Canva

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