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Social Media Marketing
Gegen Meinungsmache und Fake News: Facebook ergreift 2020 schärfere Maßnahmen
© Mark Duffel - Unsplash

Gegen Meinungsmache und Fake News: Facebook ergreift 2020 schärfere Maßnahmen

Michelle Winner | 20.12.19

Im Rahmen der US-Volkszählung verschärft Facebook seine Regeln bezüglich politischer Ads. Erste Schritte in die richtige Richtung?

Soziale Netzwerke, insbesondere Facebook, sind bekannt dafür, dass sie Einfluss auf politische Angelegenheiten und Meinungen haben können. Ungefilterte Aussagen, Fehlinformationen oder gezielte Werbungen können Wahlen und Co. manipulieren. Das Problem wird in den Nachrichten oft zum Thema, doch Schritte dagegen werden nur schleppend getan. In 2020, beginnend mit der großen Volkszählung in den USA, will Facebook nun schärfere Maßnahmen ergreifen.

Was hat die Volkszählung damit zu tun?

Um das Ganze zu verstehen, ist es zunächst wichtig zu erklären, was die U.S. Census überhaupt ist. Es handelt sich dabei um eine Volkszählung, in die jeder Bewohner der USA involviert sein soll. Es ist in der Verfassung festgeschrieben, dass sie alle 10 Jahre stattfindet. Die Zählung dient als Grundlage für wichtige, politische Maßnahmen. So wird anhand der Einwohnerzahl eines Bundesstaats oder einer Gemeinde bestimmt, wie viele staatliche Fördergelder für Schulen, Feuerwehr, etc. zur Verfügung gestellt werden und wie viele Sitze im Kongress ein Staat erhält. Es zählt also jeder Einzelne.

Doch trotz der Wichtigkeit der Volkszählung, gibt es immer wieder laute Stimmen dagegen. Sie rufen dazu auf, die Teilnahme daran zu verweigern. Die Gegner der Volkszählung fürchten unter anderem Datenmissbrauch und totalitäre Autorität des Staats. Um andere Bürger an der Teilnahme zu hindern, wird gerade auf Social Media viel Meinungsmache betrieben. Die dort genannten Argumente basieren jedoch oft auf Fehlinformationen und unwahren Fakten. Diese werden nicht nur in privaten Posts, sondern auch in Anti-Volkszählungs-Werbung verbreitet.

Facebook schiebt Stimmungsmache einen Riegel vor

Bezahlte Advertisement gegen die Volkszählungen sollen ab 2020 nicht mehr auf Facebook und Instagram zugelassen werden. Die eingeführten Regeln dafür ähneln denen, die auch Wahlmanipulation betreffen. Das Unternehmen selbst erklärt, was verhindert werden soll:

1) Misrepresentation of the dates, locations, times and methods for census participation;

2) Misrepresentation of who can participate in the census and what information and/or materials must be provided in order to participate;

3) Content stating that census participation may or will result in law enforcement consequences; 

4) Misrepresentation of government involvement in the census, including that an individual’s census information will be shared with another government agency; and 

5) Calls for coordinated interference that would affect an individual’s ability to participate in the census, enforcement of which often requires additional information and context.

Durchgesetzt werden die neuen Regeln, durch eine enge Zusammenarbeit von Technologie und Mensch. Ads, die mit der Volkszählung zu tun haben, werden ab Januar eine strengere Autorisierung durchlaufen. Wird darin verkündet, dass die Teilnahme nutzlos oder unbedeutend sei, wird die Ad direkt gebannt. Und auch Politiker selbst geraten ins Fadenkreuz: Fehlinformationen dürfen von ihnen nicht mehr geteilt und promoted werden.

Was kommt nach der Volkszählung?

Eine gute Frage, denn wieso sollten Facebooks Bemühungen hier aufhören? Auch in Bezug auf die Wahlen, sollte das Verbreiten von Fehlinformationen verhindert werden. Hierbei geht es nicht um Zensur und Unterdrückung von Meinungen, sondern den Schutz der Wähler vor ideologischer, unsachlicher Meinungsmache, die auf Unwahrheiten basiert. Hinzu kommt, dass diese Maßnahmen nicht nur auf die USA beschränkt sein sollten, sondern weltweit zum Einsatz kommen sollten. Hier in Deutschland wird beispielsweise bereits gegen die falschen Fakten von Impfgegnern vorgegangen und ebenso sollte das bei politischer Meinungsmache geschehen. Doch zunächst gilt es abzuwarten, ob Facebooks Maßnahmen bezüglich der US-Volkszählung überhaupt greifen und das erhoffte Ergebnis erzielen. Sollte dies eintreten, ist das Unternehmen dazu angehalten, weiterzudenken und seine Plattformen zu einem sichereren Ort zu machen.

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