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Social Media Marketing
Furcht vor Werbekunden Schwund: Twitter und das Porno-Problem

Furcht vor Werbekunden Schwund: Twitter und das Porno-Problem

Tina Bauer | 28.05.15

Der Kurznachrichtendienst hat seit einiger Zeit mit Unmengen an Pornbots sowie unerwünschtem Content im Werbeumfeld zu kämpfen. Eine Lösung ist nicht in Aussicht.

Twitter macht seit einiger Zeit in Sachen Porno von sich reden. Weil der Kurznachrichtendienst offenbar unter anderem mit einem Bug zu kämpfen hat, der ungünstigerweise unangemessene Werbung neben den Promoted Tweets seriöser Werbepartner ausspielt, sind die Advertiser besorgt.

Beseitigung pornografischer Inhalte ist eine große Herausforderung

Weitestgehend sind technische Probleme für die Anhäufung der unangemessenen Inhalte verantwortlich, an denen der Kurznachrichtendienst seit einiger Zeit im stillen Kämmerlein arbeitet. Aber etwa 10 Millionen Pornbots in den Griff zu bekommen, kann selbst für Unternehmen wie Twitter zu einer großen Herausforderung werden, so Robert Peck, Internet Equity Analyst bei SunTrust Robinson Humphrey. Auch werde das Problem schon bei der einfachsten Suche ersichtlich, doch wird eine Software dies nicht binnen kürzester Zeit bereinigen können.

Große Advertiser, die auf Twitter werben, sind bereits vor einigen Wochen darüber informiert worden, dass ihre Promoted Tweets Usern angezeigt wurden, die nach pornografischen Inhalten gesucht haben. Selbstverständlich ist das von den Advertisern alles andere als gewollt, weshalb Twitter ernsthaften Schwund an Kunden zu befürchten hat, sollte der Kurznachrichtendienst an der Thematik nicht ernsthaft arbeiten. Denn das soziale Netzwerk ist voll von Porno-Accounts, deren Inhalte für jedermann frei zugänglich sind.

Twitter unter Dauerbeschuss

Die Angelegenheit kommt nicht gerade zu einer günstigen Zeit: Nicht nur, dass Twitter sich vor einigen Monaten als vollkommen nutzloser Traffic-Lieferant erwies. Auch die Kritik an Twitter hält sich seit dem Börsengang des Unternehmens hartnäckig. Darüber hinaus liegen die ersten Quartalszahlen aus 2015 unter den Erwartungen. Zwar ist Twitter nicht das einzige soziale Netzwerk, das Probleme mit pornografischen Inhalten hat, denn auch Facebook, Tumblr und Reddit haben mit ihnen zu kämpfen. Im Gegensatz zum Kurznachrichtendienst allerdings fährt Facebook eine ungewöhnlich harte Linie gegen erotische Inhalte und ist Twitter mit seinen restriktiven Verfahrensweisen um Jahre voraus.

Advertiser sind wenig erfreut, dass das börsennotierte Unternehmen sich derartig lang mit der immergleichen Problematik herumschlagen muss, ohne bislang eine Lösung gefunden zu haben. Adweek zitiert den anonymen Inhaber einer Mobile Advertising Agentur, der darauf hinwies, dass Marken recht schnell Reißaus nehmen, sollten sie im Werbeumfeld mit Pornografie konfrontiert werden.

Externe Technologien könnten Problem lösen

Kiril Tsemekhman, Chief Data Officer bei Integral Ad Science, wies auf den Einsatz externer Technologien hin, die häufig genutzt werden, damit Anzeigen im richtigen Kontext erscheinen. Damit wäre Twitters Porno-Problem durchaus schnell in den Griff zu kriegen, allerdings weigern sich Plattformen wie Twitter, externen Unternehmen den Zugriff auf ihre Software zu gestatten. Somit ist der Kurznachrichtendienst auf sich allein gestellt und muss selbst Herr des Problems werden. Was das bedeutet, klingt selbst für ein soziales Netzwerk dieser Größe nach einem kaum zu bewältigenden Aufwand: Auf Twitter gibt es derzeit über 300 Millionen aktive Accounts, deren Content einzeln und in jeder Sprache durchsucht und anrüchige Inhalte daraufhin kategorisiert werden müssten.

Die Kooperation mit Google allerdings könnte unter anderem ein Hinweis darauf sein, dass Twitter nun ernsthafte Schritte gegen unerwünschte Inhalte einleitet. Ein Pakt mit dem Suchmaschinengiganten, der die besten Entwickler unter einem Dach vereint, kann letztendlich auch für Advertiser nur Gutes im Hinblick auf eine Eindämmung der pornografischen Inhalte bedeuten.

Und die andere Seite? 

Ob das nun jedem gefällt, oder nicht: Auch die Pornoindustrie trägt zur Wirtschaft bei und ist auf verschiedene Marketingkanäle angewiesen. Ein Ausschluss (10 Millionen zu löschende Accounts) würde dieser Branche zwar sicher nicht das Genick brechen, ihr aber enormen Schaden zufügen. Statt erotische Inhalte gänzlich zu verbannen, sollte daher eher an einer Trennung von Inhalten gearbeitet werden, die sowohl Advertiser als auch Marken beider Seiten zugute kommen.

Quelle: AdWeek

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