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Social Media Marketing
Facebooks Monopolstatus verhindern: Behörde geht gegen App-Integration vor
© Annie Spratt - Unsplash

Facebooks Monopolstatus verhindern: Behörde geht gegen App-Integration vor

Michelle Winner | 16.12.19

Die Messenger-Dienste von Instagram, WhatsApp und Facebook sollen zusammengeführt werden. Was nützlich wirkt, führt aber zu einem klaren Wettbewerbsvorteil für Facebook.

Auf der diesjährigen F8 kündigte Marc Zuckerberg an, die Privatsphäre und Sicherheit der User drastisch verbessern zu wollen. Dafür will Facebook eine gemeinsame technische Infrastruktur für Messenger, WhatsApp und Instagram schaffen. Diese geplante Integration der Apps ins Netzwerk rief nun die US-amerikanische Federal Trade Commission (FTC) auf den Plan. Sie will versuchen, Facebook einen Strich durch die Rechnung zu machen.

Was hat es mit der App-Integration auf sich?

Hierbei geht es vor allem um die Messenger-Dienste von Facebook. Laut Zuckerberg soll auf eine sichere End-to-End-Verschlüsselung und plattformübergreifende Kommunikation gesetzt werden. Instagram, WhatsApp und der Messenger bleiben dabei trotzdem einzeln bestehen. Ursprünglich sollte diese Zusammenführung bis zu Beginn des neuen Jahres vollzogen werden. Die Grundidee dieses Netzwerks klingt zunächst sinnvoll. Die Datensicherheit der Nutzer steige und außerdem wird die Kommunikation vereinfacht. Zur F8 wurde erklärt, dass es einen Newsfeed-Bereich für enge Freunde im Messenger geben soll, in dem Links, Fotos und Videos geteilt werden könnten.

Schnell wurde Kritik am Vorhaben laut

Facebook-Mitgründer Chris Hughes sieht in dem Unternehmen ein wachsendes Monopol, dessen Macht stetig steige. Er glaubt, dass besonders der Kauf von Instagram und WhatsApp diesen Status noch gefestigt hätte und der jetzt geplante Ausbau eines eigenen Netzwerkes eine Zerschlagung des Unternehmens fast unmöglich mache. Und auch andere Stimmen äußern Bedenken. Als Facebook Instagram und WhatsApp kaufte, hieß es noch, dass beide Netzwerke eigenständig bleiben sollen. Diese Aussage erwies sich durch die Verknüpfung der individuellen Profile schnell als falsch. Das gemeinsame Kommunikationsnetzwerk könnte nun dafür sorgen, dass Facebook noch mehr und noch einfacher Daten sammeln könnte.

Zwar würde der explizite Inhalt der Nachrichten nicht einsehbar sein, doch allein die gesammelten Metadaten geben viel her. Informationen darüber, wer wann mit wem geschrieben hat, erleichtern zum Beispiel die gezieltere Schaltung von Werbung durch Facebook.

Hauptkritikpunkt: Der Wettbewerbsvorteil für Facebook

Die FTC wurde nun vor allem deshalb auf das Problem aufmerksam, weil die Zusammenführung der Messenger-Dienste Facebooks Monopol ausbauen würde. Es entstünde eine „Super-Plattform“, die vom Nutzer nicht mehr verlassen werden müsste. Bereits seit Juli letzten Jahres ermittelt die FTC wegen möglicher Kartellverstöße. Die Zusammenführung der Apps könne dazu führen, dass das Unternehmen in Kartellverfahren schwieriger zu trennen wäre. Um nun zusätzlich eine zusätzliche Wettbewerbsverzerrung zu verhindern, setzt die US-Behörde alles daran, die Integration der Apps zu verhindern.

Den Anfang soll zu Beginn des neuen Jahres eine einstweilige Verfügung machen. Ob diese durchgesetzt werden kann, bleibt abzuwarten. In jedem Fall könne diese aber einen Aufschub der App-Integration bewirken. Die nächsten Wochen werden uns Aufschluss darüber geben, inwieweit Facebooks Pläne gestoppt werden können und welche Konsequenzen das Ganze mit sich zieht. Tatsächlich könnte dies der erste Schritt eines umfassenden Kartellverfahrens gegen das Unternehmen sein. Doch zunächst heißt es abwarten und beobachten, wie sich die Situation mit dem Start von 2020 ändern wird.

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