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Digitalpolitik
Facebook entfernt verwirrende Wahlwerbung von Donald Trump
© Flickr - Gage Skidmore, CC BY-SA 2.0

Facebook entfernt verwirrende Wahlwerbung von Donald Trump

Nadine von Piechowski | 06.03.20

Facebook kündigte an, rund 2.000 Wahl-Ads von Trump zu entfernen. Diese verstoßen laut der Social-Media-Plattform gegen die Richtlinien.

Facebook verkündete am Donnerstag, dass eine ganze Reihe von Ads entfernt werden, die zu der Wahlkampagne von US Präsident Donald Trump gehören. Der Grund: Die Werbeanzeigen verstoßen gegen die Richtlinien der Plattform. Diese besagen, dass Desinformationen zur bevorstehenden Volkszählung (US Census) in den USA auf dem sozialen Netzwerk nicht erlaubt sind. Facebook stand in der vergangenen Woche stark in der Kritik, weil der Konzern die Werbekampagne zunächst erlaubte. Und das, obwohl User dazu aufgefordert wurden, an einer Umfrage teilzunehmen, die angeblich vom „Official Congressional District Census“ durchgeführt wurde. In Wahrheit leitete der Link die Nutzenden aber auf die Website action.donaldjtrump.com weiter. Neben persönlichen Daten wie Alter, E-Mail-Adresse und Geschlecht sollten die User hier auch angeben, welche Medien sie konsumieren. Zusätzlich tauchten Fragen wie „Do you think Nancy Pelosi and the Radical Left are putting their personal anti-Trump agenda ahead of what’s best for the American people?“ in der Umfrage auf.

So sehen die Ads aus, die von Facebook gelöscht wurden, Screenshot © Facebook

Die Auswirkungen der irreführenden Facebook-Kampagne sind noch unklar

Nun entfernt Facebook diese Ads. Ein Sprecher sagte CNN Business:

There are policies in place to prevent confusion around the official U.S. Census and this is an example of those being enforced.

Die Demokraten kritisierten Facebook in der Vergangenheit bereits mehrfach, weil die Social-Media-Plattform bei politischer Werbung keinen Faktencheck durchführt. Damit würde Facebook indirekt Donald Trump unterstützen. Dieser verbreitete in der Vergangenheit immer wieder Desinformationen über soziale Netzwerke wie Facebook.

Auf die bevorstehende Volkszählung könnten diese Fehlinformationen erhebliche Auswirkungen haben. Denn die US Census findet nur alle zehn Jahre statt und bestimmt darüber, welcher Staat wie viel Geld von der Regierung bekommt und auf wie viele Sitze im US-Kongress Anspruch besteht. Daher wendete sich die US-Volkszählungsbehörde bereits an Twitter und Google, um Desinformationen rund um die Volkszählung einzudämmen. Auch Facebook sicherte im Dezember 2019 zu, gegen Fehlinformationen vorzugehen. Dass die Werbekampgne von Donlad Trump trotzdem verbreitet wurde, ist daher umso verwunderlicher. Die Demokratin Nancy Pelosi, Sprecherin des Repräsentantenhauses, kommentierte die Geschehnisse während einer Pressekonferenz so:  

I know that profit motive is their business model, but it should not come at the cost of the counting who is in our country, so that we can provide the services and the rest […]

Welche Auswirkungen die irreführende Facebook-Kampagne auf die Volkszählung und die bevorstehende US-Wahl hat, ist noch unklar. Trumps Wahlkampf-Komitee kommentierte die Entfernung der Ads bisher nicht.

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