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Social Media Marketing
Der Weg zum neuen Social Media-Standard? Twitter plant zu dezentralisieren
© unsplash-logoGeorge Pagan III - Unsplash, Twitter

Der Weg zum neuen Social Media-Standard? Twitter plant zu dezentralisieren

Toni Gau | 12.12.19

In unbekannter Zukunft könnte Twitter sich vielen Änderungen unterziehen - und sie alle belaufen sich auf Dezentralisation.

Twitter plant einige große Änderungen zu vollziehen, um einen offenen und dezentralisierten Standard für Social Media darzubieten. Um dies auch umzusetzen, finanziert das Netzwerk künftig ein fünfköpfiges Entwicklerteam, welches den Namen Bluesky tragen wird und dieses soll diesen Standard entwickeln, damit auch Twitter eines Tages selbst Client hiervon wird, wie auch wired berichtet. Genau das bedeutet es nämlich zu dezentralisieren: Abgabe der Gesamtkontrolle – doch wozu?

Eine Maßnahme der Problemlösung

Bisher handelt es sich bei Bluesky zwar mehr um eine Absicht als um eine bestehende Tatsache – Twitter CTO Parag Agrawal ist mit der Teamzusammenstellung betraut -, doch ist die Begründung dahinter nichtsdestoweniger interessant. Sofern man Twitter dezentralisieren würde, würde dies auch viele der bestehenden Probleme des Netzwerkes lösen, so Jack Dorsey.

Hierdurch würden sich Moderationsprobleme besser kontrollieren lassen, man könne Twitter als Unternehmen nicht mehr alleinig für über die Plattform angerichteten Schäden verantwortlich machen, da es nur einer von vielen Clients wäre, neue Empfehlungsalgorithmen würden enstehen und jegliche NutzerInnen könnten hierüber ihre Twitter-Erfahrung personalisieren. Ein dezentralisiertes Netzwerk sei des Weiteren schlichtweg eine bessere Möglichkeit, um gegen Hate Speech effektiv vorzugehen – ein Problem, mit dem so ziemlich jedes soziale Netzwerk zu kämpfen hat.

Nennenswert ist, dass es bereits eine Plattform gibt, welche das von Dorsey Angekündigte tut: Mastodon. Es handelt sich also hierbei zunächst einmal um gar keine neue Idee. Mastodon ist nämlich genau das: Eine bereits offene Twitter-Alternative. Ob man genauso wie Mastodon operiert oder vollkommen neue Möglichkeiten entwickelt, sei letztendlich Aufgabe des Bluesky Teams – Dorsey hat hierauf noch keine konkrete Antwort. Mastodon arbeitet nämlich mittels des sogenannten Activitypubs – ob Bluesky hierauf auch zugreifen möchte, steht dementsprechend noch außen vor.

Twitter 2.0 – Wann?

Bisher ist noch kein Termin bekannt, bis wann wir mit einem dezentralisierten Twitter rechnen können. Schließlich muss das Bluesky Team erst einmal formiert werden. Wenn noch keine Arbeit begonnen hat, kann man natürlich nur schlecht feststellen, wann diese beendet sein wird.

Die Reaktionen hierauf scheinen bisher noch sehr gemischt zu sein. Einige sind bereits voller Vorfreude und begrüßen die Änderungen, bezeichnen sie als innovativ bis revolutionär – dergleichen.

Ein hierbei nennenswerter Unterstützer ist Firefox, welcher von den Änderungen wirklich sehr angetan scheint.

Doch wie immer gibt es natürlich auch Skeptiker, welche die Idee für unklug bis katastrophal halten. Das Feedback scheint bisher allerdings relativ ausgeglichen.

Wie positiv die letztendlichen Änderungen sein werden, kann natürlich noch nicht gesagt werden und es bleibt gespannt abzuwarten. Fest steht dennoch, dass wohl einige große Veränderungen auf uns zukommen werden – und das ist eine Ankündigung, welche nur die wenigsten Big Player tatsächlich wagen.

Thomas Hendele am 12.12.2019 um 19:58 Uhr

btw: Es heißt ‚Mastodon’…

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