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Google bringt Factchecking zur Bildersuche
© Google

Google bringt Factchecking zur Bildersuche

Niklas Lewanczik | 23.06.20

Das neue Label "Fact Check" soll bei Google Bilder irreführenden Abbildungen einen faktenbasierten Kontext verleihen. Dafür werden unabhängige Quellen herangezogen.

Bilder haben eine große Macht, wenn es um die Darstellung von Sachverhalten im digitalen Raum geht. Sie können uns Geschehnisse auf einen Blick vermitteln und uns in ihren Bann ziehen. Doch in Zeiten von Deepfakes und Fake News spiegeln längst nicht alle Bilder wider, was wirklich geschehen ist. Schwamm wirklich ein Hai durch eine überflutete Straße in Houston, wie ein Bild bei Googles Bildersuche suggerierte? Nein, gibt Google an und erklärt, dass nun ein Faktencheck für Google Bilder eingeführt wird, wie er für die Bereiche Search und News schon verfügbar ist.

Factchecking Labels werden unter Thumbnails angezeigt

Unter den Thumbnails der Suchergebnisse in Googles Bildersuche sollen künftig Labels auftauchen, die einen Faktencheck der Bilder anzeigen. Googles Harris Cohen, Group Product Manager für die Suche, erklärt im Blogpost, dass diese Labels dafür sorgen sollen, dass User etwaige Fragen im Kontext eines Bildes bestmöglich von renommierten und unabhängigen Quellen beantwortet bekommen. Ein Klick auf ein Thumbnail, um das Foto in einer größeren Ansicht anschauen zu können, zeigt einen Ausschnitt aus dem Faktencheck eines Publishers. Im Beispiel mit dem Hai, der vermeintlich durch die Straßen von Houston schwamm, erklärt der Faktencheck von PolitiFact diese Angabe für falsch.

Die Labels können laut Cohen bei Artikeln über ein Bild oder Artikeln mit integriertem Bild bei den Factcheckern auftreten. Die Publisher, die für einen bei Googles Bildersuche angezeigten Faktencheck infrage kommen, werden von einem Algorithmus Googles geprüft und müssen bestimmte Kriterien erfüllen. Außerdem müssen sie für einen Faktencheck diese Angaben eindeutig darstellen:

  • Überprüfte Behauptungen
  • Ergebnis des Faktenchecks
  • Methode zur Ermittlung des Ergebnisses
  • Zitate und Verweise auf Primärquellen

Google betont, dass die Markierung von Ergebnissen bei Google Bilder keinerlei Einfluss auf das Ranking hat.


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Google gegen Desinformation: Hat der Faktencheck in der Suche einen Haken?

Google hatte während der Coronapandemie 6,5 Millionen US-Dollar an Non-Profit-Organisationen und Factchecker gezahlt, um gezielt Desinformationen im Kontext von Covid-19 zu bekämpfen. Das Unternehmen setzt sich dafür ein, dass seine User Zugang zu einem kritischen Kontext für die Inhalte haben, die auf den eigenen Plattformen auftauchen. Daher kommt nun auch der Faktencheck für Google Bilder. Allerdings birgt dieser zumindest potentiell eine Gefahr. Denn die Faktenchecker selbst müssen zwar unabhängige und zuverlässige Medien sein, doch eine Manipulation der Medien durch politische Interessen, oder seien es Medienkonglomerate, liegt im Bereich des Möglichen. Die Einstufung von Gegebenheiten, die abgebildet werden, als „wahr“, „unwahr“ oder „teilweise wahr“ ist für die User sicher ein guter Hinweis, um Bilder und Inhalte mit Fakten gegenzuchecken; doch da sollte der kritische Blick nicht enden. Google selbst zieht sich in Bezug auf die Einstufung der Bilder aus der Verantwortung: Sind die Bereitsteller von Bildern mit einem Faktencheck nicht einverstanden, heißt es vonseiten des Unternehmens:

Google selbst führt keine Faktenchecks durch. Wenn Sie mit dem Ergebnis eines Faktenchecks nicht einverstanden sind, wenden Sie sich an den Inhaber der Website, auf der die Prüfung veröffentlicht wurde.

Nichtsdestotrotz ist die Einordnung, die Google für die in der Suche auftretenden Inhalte einführt, ein wichtiger Schritt für ein transparentes Web, das im Kampf gegen Desinformationen auf faktenbasierte Kontexte angewiesen ist und bleibt.

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