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Performance Marketing
Experiment: Bis zu 60 Prozent des Direct Traffics ist SEO Traffic
© Thodoris Tibilis - Fotolia.com

Experiment: Bis zu 60 Prozent des Direct Traffics ist SEO Traffic

Atilla Wohllebe | 23.07.14

Wer der Angabe von Traffic Sources glaubt, kann weit daneben liegen. Warum ein Großteil des SEO Traffics als Direct Traffic deklariert wird.

Direct Traffic erlebt Uplift in Zeiten des Datenschutzes

Wer regelmäßig einen Blick auf seine Traffic Quellen wirft, der könnte in der Vergangenheit des Öfteren festgestellt haben, dass sich der Anteil des Direct Traffic am gesamten Traffic stark erhöht hat. Diese Veränderung ist jedoch nicht etwa auf die Nutzung von Lesezeichen zurückzuführen, sondern vielmehr eines der zahlreichen Nebenprodukte von NSA und Co.: Weil die Unsicherheit der Verbraucher wächst, werden immer neue, pressewirksame Maßnahmen umgesetzt, um das Vertrauen der Verbraucher zurückzugewinnen.

Einige dieser Maßnahmen stammen direkt von Google oder Apple: Seit September 2012 verzichtet zum Beispiel Apple mit iOS 6 darauf, Referrer zu übermitteln und so kenntlich zu machen, woher der Traffic kommt. Die Folge: Webanalyse Software verbucht diesen Traffic als Direct Traffic. Ähnlich tun es auf Seiten der Internet Browser auch Google Chrome und auf Seiten der Suchmaschinen etwa Google und Yahoo. Dazu meinen die Macher von Search Engine Land, die sich dem Problem in einem umfangreichen Experiment angenommen haben, folgendes:

In testing with default browser settings, we’ve found differences based on whether you perform a search at Google directly vs. in a browser’s search box, or based up which version of an operating system you are running. Getting a referrer is unreliable, which means organic traffic measurements are unreliable.

Experiment zeigt hohen SEO Anteil im „Direct“ Traffic

Ziel des Experiments ist es, zu zeigen, ob und wie stark der Direct Traffic auch SEO Traffic beinhaltet, welcher eben nicht richtig zugeordnet wurde. Dazu wird eine gut laufende Seite für insgesamt sechs Stunden deindexiert, also aus dem Google Index genommen. Sie kann in dieser Zeit also praktisch keinen SEO Traffic erhalten.

Die Erwartung – vorausgesetzt, die Traffic Quellen werden alle korrekt ausgewiesen – ist nun natürlich, dass der SEO Traffic einbricht und die übrigen Traffic Arten sich ähnlich wie in der Vorwoche verhalten. Das Ergebnis jedoch ist erstaunlich.

Direct vs. SEO Traffic - Quelle: SearchEngineLand.com
Direct vs. SEO Traffic – Quelle: SearchEngineLand.com

Tatsächlich jedoch verhält sich der Direct Traffic ähnlich wie der über Google und Co. zustande kommende Traffic – er bricht ein. Genauere Informationen zum Experiment – Seiten, Bedingungen, Herangehensweise et cetera – können bei SearchEngineLand.com nachvollzogen werden. Die Macher beweisen – zumindest eben für diesen speziellen Fall in diesem speziellen Experiment – ganz deutlich: Ein großer Teil des Traffics, von dem Online Marketer eigentlich annehmen, dass er direkt zustande kommt, ist offenbar doch SEO Traffic. Dies ist eine Erkenntnis, die man nicht zu 100 Prozent auf seine eigenen Seiten übertragen sollte, aber derer man sich zumindest bewusst sein muss, wenn man das Verhalten verschiedener Traffic Quellen analysiert.

Wie bewertet ihr das Experiment? Und wie geht ihr mit dieser Ungenauigkeit um?

tom am 23.07.2014 um 22:03 Uhr

Finde ich ein sehr gutes Experiment! Zeigt aber auch, das auch Analysetools immer ungenauer werden: IP muss raus wegen Datenschutz, Referer unkenntlich, usw….

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