SEO - Suchmaschinenoptimierung

Was darf das Favicon in Googles neuem Mobile Search Interface?

Letzte Woche rollte Google ein neues Interface für die mobile Suche aus. Nun experimentieren SEOs mit cleveren Favicons – doch für die gibt es klare Richtlinien.

© Google

Das neue Design für die SERPs in der mobilen Suche bei Google soll vor allem den Nutzern eine schnelle Einschätzung dazu geben, woher die angezeigten Informationen stammen. Dabei tauchen der Name der Website und ein Favicon am oberen Rand des Snippets auf. Einige SEOs haben diese Option geradezu parodiert und auf etwaige Hacks zur Nutzung hingewiesen. Aber Google verweist deutlich auf die klaren Richtlinien.

Favicons schaffen Übersicht in der mobilen Suche

Letzte Woche stellte Google das neue Interface für die mobile Suche vor. Dabei soll besonders das Branding der Websites in den Fokus gestellt werden. So werden die Namen der Seiten, die in den SERPs Informationen bereitstellen, nun am oberen Rand des Snippets angezeigt. Und neben diesem Namen kann auch noch ein Favicon, ein entsprechendes kleines Icon im Firmen-Branding auftauchen.

Neues Layout für Googles mobile Suche, © Google

Auf diese Weise sollen die User die Ergebnisseite noch rascher scannen und nach relevanten oder seriösen Quellen Ausschau halten können. Für Ads gilt, dass diese statt in Grün und unter der Überschrift ebenfalls am oberen Rand erscheinen und zwar in Schwarz und gefettet, mit der Website des Werbetreibenden daneben angegeben. Das Design wird derzeit weltweit für Mobile ausgerollt und ist bei uns bereits angekommen.

Favicon für OnlineMarketing.de, Screenshot

Wie manipulativ können Favicons sein?

Wie Barry Schwartz bei Search Engine Roundtable berichtet, diskutieren inzwischen viele SEOs die Optionen und Fallstricke der Favicons in den neu designten Snippets. Dabei ist auch Thema, dass sich die Anzeige für Ads nun weniger von organischen Suchergebnissen unterscheidet als zuvor. Das dürfte Kalkül vonseiten Googles sein, um die CTR zu stärken.

Eine Favicon-Optimierung, wie SEO Aleyda Solis sie in den Raum stellt, wird beispielsweise von Bill Harzer ad absurdum geführt, wenn er zeigt, wie simpel er das Suchergebnis zu seiner Seite wie eine Ad aussehen lassen kann.

Das ist eine Art der Manipulation der ansonsten hilfreichen Favicons, doch Twitter-Nutzerin Kristine Schachinger stellt noch eine andere Option zur Diskussion.

Demnach könnten arglistige Website-Betreiber Favicons erstellen, die jenen Icons von großen Marken ähneln, um Klicks zu erhalten. So könnten diese Bad Actor ausnutzen, was Google fördern möchte. Nämlich das Scannen der SERPs auf Grundlage der Angaben oben im Snippet. Doch obwohl die Sorgen der SEOs berechtigt scheinen, haben sie Googles klare Angaben zu den Favicons noch nicht ins Gedankensspiel miteinbezogen.

Google positioniert sich klar gegen manipulative Favicons

Danny Sullivan, bei Twitter meist die persönlichere Stimme für Googles SearchLiaison, reagierte sehr schnell auf das Favicon von Bill Harzer, das eine Ad imitiert.

Sullivan verweist auf die Richtlinien, die Google zusammen mit dem neuen Design in einem weiteren Post im Google Support vorgestellt hat. Dieser Post zeigt, wie Webmaster ihr eigenes Favicon für die mobile Suche implementieren können. Wird das Favicon geändert, kann Google um erneutes Crawlen gebeten werden, damit dieses auch in der Suche auftaucht. Doch der Post weist ebenso darauf hin, dass Favicons einerseits nicht zwingend angezeigt werden, andererseits dann durch Standardsymbole ersetzt werden, wenn sie unangemessen sind. Darunter fallen Symbole des Hasses, wie ein Hakenkreuz, oder pornographische Icons. Zwar wird hier nicht explizit angegeben, dass Favicons verboten sind, die andere Icons imitieren. Aber der manipulative Faktor wird von Google sicherlich als unangemessen eingestuft werden; das zeigt Sullivans deutliche Reaktion bei Twitter.

Favicons verändern die Wahrnehmung der SERPs – aber nur ein wenig

Wenn Google nun rigoros manipulative Icons aus den Snippets in den SERPs entfernt beziehungsweise austauscht, sollten bei der mobilen Suche letztlich nur relevante und passende Favicons auftauchen. Für die Nutzer verändert das die Ansicht der SERPs, jedoch nicht in außerordentlichem Maße. Aber die Icons werden doch wahrgenommen und bilden somit für die Webmaster eine Chance, ihre Marke präsent zu halten. Wer zu vielen relevanten Suchbegriffen gut rankt und die Marke per Favicon visuell am oberen Rand des Snippets, gleich neben dem Website-Namen, positionieren kann, wird in Sachen Brand Awareness in Kombination mit guter SEO gute Werte erzielen.

Vielleicht können sich einige Marken auch erlauben, das Favicon zeitweise auszutauschen, etwa wenn ein eigens gebrandetes Event ansteht oder eine neue Sub-Marke eingeführt wird. Insgesamt aber dient das Icon doch der klaren Identifikation in den SERPs. Deshalb sollte es simpel und klar bleiben. Das ist auch für Google die beste Variante.

Über Niklas Lewanczik

Niklas Lewanczik

Niklas hat an der Uni Hamburg Deutsche Sprache und Literatur sowie Medien- und Kommunikationswissenschaften studiert und schreibt als Redakteur über Social Media, SEO und innovative Themen im Kontext des digitalen Marketing. Wenn er sich nicht gerade dem Marketing zuwendet, dann womöglich den Entwicklungen im modernen Fußball oder dem einen oder anderen guten Buch.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.