Social Media Marketing

Warum Facebook Jobs auch das Marketing beeinflussen könnte

Facebooks neue Jobs Funktion könnte auch die Werbeeinkünfte der Plattform erhöhen. Und eine bestimmte Gruppe potentieller Arbeitnehmer ansprechen.

Facebook Jobs, © Facebook

Facebook bringt Arbeitgeber und -nehmer mit dem neuen Jobs Feature zusammen. Während Jobangebote auf der Plattform einen kurzen Weg nehmen, bedeutet dies die Ausweitung eines stetig wachsenden Werbemarktes – und eventuell die künftige Beschränkung anderer.

Facebook Jobs – einfache Jobvermittlung nebenbei

Als Facebook letzte Woche das neue Feature für die USA und Kanada ausrollte, ging es vor allem um Einfachheit. Das einfache Erstellen eines Job Posts, der den Usern unter dem Reiter Jobs auf der Seite des Unternehmens angezeigt wird, soll wiederum einer schnellen Bewerbung gegenüberstehen. So können Bewerber über den Apply Now-Button eine Form ausfüllen, die bereits Daten aus ihrem Profil extrahiert hat. Eine Kommunikation der Arbeitgeber mit den Bewerbern kann über den Messenger erfolgen. Diese „Inhouse“-Lösung spiegelt wider, dass Facebook darauf setzt, die potentiellen Bewerber in einem von ihnen ohnehin frequentierten Umfeld zu erreichen. So heißt es im Blog Post zum Roll-Out:

This new experience will help businesses find qualified people where they’re already spending their time—on Facebook and on mobile.

Damit fokussiert sich diese Funktion allerdings auch auf eine bestimmte Gruppe von Bewerbern; vorerst.

Jobanzeige von einem Unternehmen bei Facebook, © Facebook

Jobanzeige von einem Unternehmen bei Facebook, © Facebook

LinkedIn ist vorerst nicht in Gefahr

Die Mutmaßung, dass Facebook Jobs potentielle Bewerber (und dann auch Werbekunden) von LinkedIn abzieht, muss auf die lange Bank geschoben werden. Momentan betrifft das Facebook Feature eher diejenigen, die kleine Jobs suchen oder gar nicht direkt suchen, aber darauf aufmerksam gemacht werden. Auch Arbeitnehmer mit einer schwachen Qualifikation, die jedoch häufig benötigt werden, stehen hier eher im Zentrum als bei Portalen, die eigens zur Karrieredarstellung dienen.

Für eine Bewerbung über Facebook müsste nun auch in Kauf genommen werden, dass der Arbeitgeber das Profil direkt prüft. Zudem kann dieser Form der Arbeitsvermittlung (noch) keine große gesellschaftliche Seriosität zugesprochen werden. Da gibt es schon Differenzen zu LinkedIn, dem weltweit führenden sozialen Netzwerk in Sachen Arbeitsplätze mit 467 Millionen Usern.

Die 1,86 Milliarden User auf Facebook könnten aber noch prominenter mit Jobanzeigen konfrontiert werden, wenn diese, wie Ads, geboostet würden und somit im Stream der User auftauchten. Diese Option würde Facebook wiederum deutlich mehr Einnahmen bescheren. Und auch die Advertising Branche beeinflussen. Denn: wird die Jobs Funktion ein Erfolg (Rekrutierungs-Tools und eine Relevanzlistung für die Jobanzeigen sind geplant), könnte sich der ohnehin gewaltige Traffic auf Facebook zum Teil auf das Bedürfnis nach einem neuen Job zurückführen lassen. An dieser Stelle könnten Marketer ansetzen, die ihre Werbeanzeigen auf genau diese Klientel abgestimmt haben. Genau dieser Aspekt könnte in der Langzeitbetrachtung auch Auswirkungen auf LinkedIn oder Xing haben.

Doch scheint es für viele – gerade Jobsuchende – momentan noch unwahrscheinlich, Facebook als Portal zu nutzen, um nicht das Privat-, sondern das Geschäftsleben zu profilieren. Ob ein solcher Wandel vonstatten gehen könnte, ist noch nicht abzusehen. Bis dato ist das Feature ja auch nur in Nordamerika ausgerollt. Mit der gewaltigen Userzahl und den stetigen Bemühungen um mehr Einfluss in verschiedenen Lebensbereichen (man beachte den Geldtransfer über den Facebook Messenger) bleibt Facebooks Wandel jedoch ein zu beobachtender. Für User und Marketer, für Jobsuchende und Arbeitgeber usw.

Und was kann Facebook Jobs schon?

Potential darf Facebook Jobs wohl aufgrund der Popularität des Namensgebers vorerst zugesprochen werden. Allerdings erklärt Mark Miller in Social Media Today, dass das Feature noch viele Baustellen hat. So kritisiert er eine schlechte User Experience beim Erstellen von Anzeigen. Es gibt keine eindeutige Formatierung für die Jobanzeigen und man kann keine unmittelbaren Änderungen am veröffentlichten Job Post vornehmen. Zudem muss ein Bewerber nicht einmal zwangsläufig seinen richtigen Namen angeben.

Dennoch gibt es Vorteile für Facebook Jobs, denn hier werden die Anzeigen quasi direkt sozial distribuiert. Jobs sind direkt auf der Unternehmensseite präsent. Den HR Leitern wird ein Teil der Arbeit abgenommen, während sicherlich ein neuer Aspekt davon auf sie zukommt.

Mit den Eigenschaften LinkedIns könne dieses Feature jedoch noch lange nicht mithalten, konstatiert Miller.

Letzten Endes bleibt abzuwarten, ob Facebook Jobs großen Erfolg haben wird und wie es sich dann weiterentwickelt. Dass Marketer sich darauf einstellen sollten, scheint dabei jedoch angebracht.

Quelle: TechCrunch

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