Social Media Marketing

Twitter möchte den Like Button entfernen – Debatten sollen an Qualität gewinnen

Nach Informationen des Telegraph möchte Twitter seinen Like Button entfernen, damit der Diskurs an Tiefe gewinnt. Die Nutzer aber sind befremdet.

Jack Dorsey, Screenshot YouTube, © Recode

Der Like Button ist bei Social Media ein zentrales Moment der Mediennutzung. Doch Twitter möchte Medienberichten zufolge genau diesen Button von seinem Dienst entfernen. Twitter-Gründer Jack Dorsey sieht die Like-Funktion kritisch und möchte die Konversationen auf der Plattform weniger auf Engagement Rates als vielmehr auf eine ausgewogene Diskussion konzentrieren.

Twitter bald ohne Like Button

Der Telegraph beruft sich auf Informationen, nach denen Jack Dorsey bei einem Twitter Event vergangene Woche erwähnt hatte, den Like Button bei Twitter schon „bald“ zu entfernen. Er habe zudem angegeben, dass er kein Fan davon sei. Der herzförmige Button bei Twitter zeigt öffentlich eine bestimmte positive Wahrnehmung des Tweets an. Doch nach den Angaben des Telegraph, die Mashable auch darstellt, möchte Dorsey die Diskurskultur durch die Wegnahme dieses Buttons stärken. Die Qualität soll seiner Ansicht nach eher steigen, wenn die Engagement Rates über Likes nicht im Mittelpunkt stehen. Bei einem Event von WIRED hatte Dorsey erklärt:

We have a big like button with a heart on it and we’re incentivizing people to want it to go up. Is that the right thing? Versus contributing to the public conversation or a healthy conversation? How do we incentivize healthy conversation?

Die Nutzer bei Twitter zeigten sich nach dieser Meldung jedoch mehr als überrascht. Sie argumentieren, dass Twitter zunächst dringlichere Probleme zu bewältigen hätte. Etwa das effektive Ausschließen extremistischer User.

Ob das Ende des Like Buttons tatsächlich bevorsteht, darf jedoch zumindest bezweifelt werden. Immerhin gehört die Funktion zum Alltag von Abermillionen Social Media-Nutzern. Nichtsdestotrotz ist der Beweggrund Dorseys, warum er den Button für eine gute Medienkultur eher hinderlich hält, nachvollziehbar. Denn ein vielschichtiger Diskurs kann viel eher über Kommentare oder thematische Diskussionen stattfinden und wird womöglich über ein schnelles Like untergraben.

Vielleicht gelingt es Dorsey ja gerade mit seinen Aussagen eine etwas tiefergreifende Diskussion um die Positionierung von Äußerungen und Inhalten bei Twitter und in sozialen Medien überhaupt anzustoßen. Neben der etwaigen Entfernung des Buttons wäre dann aber die Einführung von Funktionen, die die Demokratie und einen ihr angemessenen Diskurs fördern, ebenfalls hilfreich.

Über Niklas Lewanczik

Niklas Lewanczik

Niklas hat an der Uni Hamburg Deutsche Sprache und Literatur sowie Medien- und Kommunikationswissenschaften studiert und schreibt als Redakteur über Social Media, SEO und innovative Themen im Kontext des digitalen Marketing. Wenn er sich nicht gerade dem Marketing zuwendet, dann womöglich den Entwicklungen im modernen Fußball oder dem einen oder anderen guten Buch.

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