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TikTok am Zenit? Wachstumsbremse im neuesten Quartal

Seit 2017 scheint TikTok eine regelrechte Social Media-Übernahme durchzuführen, doch findet diese nun ihr Ende?

© Bill Mackie - Unsplash, TikTok

Mit seinen Anfängen als Musical.ly erregte die App bereits viel Aufmerksamkeit, doch seit seinem Rebranding zu TikTok, scheint sie nahezu unaufhaltsam. Seit 2017 durften wir nun beobachten, wie TikTok die Social Media-Sphäre förmlich einnimmt und stetiges Wachstum verbucht – bis zum letzten Quartal, welches das erste Mal eine Wachstumsbremse indiziert, wie auch The Verge berichtet. Als Mixtur von Vine und YouTube, mit einer Prise Karaokebar zwischendrin, zeigte TikTok sich als ein beständiges Phänomen – doch ist die App nun an ihrem Zenit angelangt?

Verluste binnen eines Jahres

Mittlerweile befindet die App sich bei 1,5 Milliarden aktiven Nutzern, wovon über 500 Millionen innerhalb dieses Jahres dazugestoßen sind. Eine weiterhin solide Statistik, welche die berechtigte Frage aufwirft, inwiefern TikTok denn nun seinen ersten, statistischen Verlust verbuchen muss.

Innerhalb dieses Quartals registrierte TikTok insgesamt 177 Millionen erstmalige Anmeldungen. Eine Senkung von vier Prozent im Vergleich zum selben Quartal letzten Jahres. Vier Prozent scheinen zunächst nicht viel, doch bei derartig hohen Nutzerzahlen, sind diese nicht zu unterschätzen. Und sofern diese Senkung anhält, muss man sich fragen, ob TikTok eventuell an seinem Höhepunkt angelangt ist – doch ist dies erst einmal eine Frage für die Zukunft. Interessant ist dennoch, wie es denn zu diesen Senkungen kommen könnte.

Konflikte mit Facebook

Einer der Gründe könnte sein, dass TikTok weniger Geld in Facebook Ads investierte, wie auch Bloomberg berichtet, worüber TikTok offenbar viele neue Nutzer zu generieren schien, weshalb ein dementsprechendes Minus sichtbar sein könnte. Zusätzlich machte die App die letzten Monate nicht unbedingt positive Schlagzeilen, beispielsweise indem sie LGBTQ+ befürwortenden Content verboten hat. Des Weiteren folgte ein bemerkenswerter Konflikt mit dem Facebook CEO Mark Zuckerberg, welcher die App öffentlich kritisierte aufgrund des Zensurverhaltens zu politischem Content. Ihm zufolge kann dies nicht das Internet sein, welches wir uns alle wünschen. Folgendes sagte er dazu:

A decade ago, almost all of the major internet platforms were American. Today, six of the top ten are Chinese. We’re beginning to see this in social media too. While our services like WhatsApp are used by protestors and activists everywhere due to strong encryption and privacy protections, on TikTok, the Chinese app, mentions of these same protests are censored, even here in the US. Is that the internet that we want?

Offenkundig liegt in dieser Aussage auch eine bemerkbare Selbstdarstellung im Sinne von „Wir würden sowas niemals machen“ vor, doch bringt Zuckerberg hiermit einen legitimen Punkt auf, welcher ebenfalls begründen könnte, warum TikTok an Wachstum einbüßen muss.

Nichtsdestotrotz scheint TikTok eine der aktuell relevantesten App darzustellen und ein erstes Minus deutet nicht zwanghaft auf den Untergang TikToks. Ob die App am Zenit angelangt ist, wird sich in den nächsten Quartalen zeigen, doch könnte dies zumindest ein Indiz dafür sein, dass die aktuelle Spitzenposition TikToks nicht unumstößlich ist.

Über Toni Gau

Toni Gau

Toni Gau ist freischaffender Blogger, wobei sein Augenmerk auf Popkultur, Literatur und Storytelling liegt, mit eigens geschriebenen Geschichten zwischendrin. Nach dazugehörigem Studium setzt er hier nun seine Arbeit fort und unterstützt OnlineMarketing.de als Redakteur und Grafiker.

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