Suchmaschinenmarketing

Social Signals & SEO: Eine strategische Allianz

Warum sich Social Signals positiv auf das Google-Ranking auswirken und wie Unternehmen eine interne strategische Allianz aufstellen können.

© Tim Marshall - Unsplash

Ob Social Signals für ein gutes Google-Ranking wichtig sind, ist unter Onlinern irgendwie ein Streitthema. Eingefleischte SEOs sagen: “Das bisschen Signal aus den sozialen Medien wirkt sich kaum aus!”. Der Social Media Manager wiederum behauptet: “Shares, Likes und Kommentare aus Social Media wirken sich sehr wohl positiv auf das Ranking aus!”. Aber wer hat nun Recht? Spoiler: beide!

Wir alle tun es, die meisten von uns täglich, für viele ist es schon zur Sucht geworden: wir sind in den sozialen Netzwerken aktiv. Wir scrollen durch unsere Facebook-Timeline, wir liken Bilder auf Instagram und wir teilen interessante Tweets auf Twitter. Einige frönen ihrer Videosucht auf YouTube oder nutzen eines der anderen sozialen Netzwerke. Ganz egal, welches “Social Network” wir gerade benutzen, wir produzieren Social Signals, also Signale aus den sozialen Medien. Diese Signale senden wir dabei direkt an Google und was macht die bekannteste Suchmaschine damit? Ganz sicher wird sie die Social Signals nicht ignorieren, warum sollte sie auch? Sie wird sie auf das “Ranking-Konto” der Webseite, der sie zugeordnet werden können, buchen. 

Moz und Searchmetrics: Social Signals wichtig

Vor einigen Jahren verpufften diese Signale aus den sozialen Medien meistens irgendwo im Online-Nirvana. Doch im Laufe der Zeit gewannen sie immer mehr an Bedeutung. Warum auch nicht? Die sozialen Medien sind längst nicht mehr aus unserem Leben wegzudenken und auch Unternehmen sehen immer mehr Chancen für sich. Man beachte nur das Wachstum des (noch vor zwei Jahren sehr belächelten) Influencer-Marketings. 

Diese steigende Wichtigkeit haben auch die Profis von Moz und Searchmetrics erkannt und jeweils in einer Studie zusammengefasst. Moz stellt in seiner Studie die „Quantität und Qualität von Social Signals als einen der wichtigsten Rankingfaktoren” heraus. Auch die Searchmetrics-Studie kommt zu dem Ergebnis, dass Social Signals wichtig sind, betont aber, dass es sich nur um „eine Korrelation zwischen Social Signals und guten Rankings handelt”. Zwar zeigt die Studie von Searchmetrics, dass es auch genügend Webseiten gibt, die ohne Social Signals ein gutes Ranking erzielen, aber die Ergebnisse sind deutlich: die Relevanz von Social Media ist nicht zu leugnen.

Strategische Allianz

Wenn sich der eingefleischte SEO und der Social Media Manager nun einig sind, bleibt die Frage offen: was tun mit der neuen Erkenntnis? Wie können Suchmaschinenoptimierung und Social Media so harmonieren, dass am Ende ein positiver Einfluss auf das Ranking entsteht? Die Antwort ist so einfach und so komplex zugleich: es muss eine strategische Allianz eingegangen werden und zwar aus den Abteilungen SEO, Content und Social Media. Und das ist (wie ich aus eigener Erfahrung weiß) alles andere als einfach. 

An einem Strang ziehen

Im Idealfall arbeitet die SEO-Abteilung eng mit dem Business Development zusammen. Immerhin ist es von essentieller Wichtigkeit, dass der SEO eines Unternehmens weiß, wo die Reise hingehen soll. Er hat Ziele und erstellt danach seine SEO-Strategie. Soweit so gut. Diese Strategie teilt er nun mit der Redaktion, die sich um den Content kümmert. Sie sind die Schreib-Experten und wissen, wie sie die Inhalte gut verpackt an den Kunden und an interessierte Leser bringen. An dieser Stelle ist es wichtig, sich regelmäßig abzusprechen und gemeinsame Ziele zu definieren. Nur wenn hier an einem Strang gezogen wird, stellt sich auch später der Erfolg ein. Ist der Content fertig, kommen die Social Media Manager ins Spiel. Sie sorgen für dafür, dass die optimierten Inhalte über die sozialen Netzwerke sinnvoll verteilt werden. Natürlich sind sie auch für das Community-Management verantwortlich. 

Miteinander reden führt zum Erfolg

Bei den meisten Unternehmen ist an dieser Stelle Schluß. Aber jetzt geht es erst richtig los, denn wenn sich Social Signals positiv auf das Ranking auswirken sollen, müssen alle drei Abteilungen miteinander reden. Und hier hakt es oft in Unternehmen. Doch der Social Media Manager kann so viele Learnings aus Kommentaren und Interaktionen an die Content-Abteilung weitergeben. Wie das gehen soll? Ein kleines Beispiel aus meiner Arbeit bei einem deutschen Gesundheitsportal:

Feedback als kreativer Denkanstoß

Wie oben beschrieben gab es drei Abteilungen: SEO, Redaktion und Social (das war ich). In vielen Themenbereichen arbeitete die SEO-Abteilung mit der Redaktion eng zusammen. Ein sehr wichtiger Schritt für bessere Rankings. Ob und wie gut die Beiträge gelesen wurden, konnte die SEO-Abteilung natürlich mit Hilfe diverser Tools gut nachvollziehen. Allerdings wusste niemand, wie der Leser auf einzelne Beiträge in den sozialen Netzwerken reagierte. Eine Schwachstelle, die wir gemeinsam schnell schließen konnten. So ergab es sich, dass sich alle drei Abteilungen regelmäßig ausgetauscht haben und Feedback als kreativer Denkanstoß umgesetzt wurde.

Social Signals werden sicher niemals einer der wichtigsten Rankingfaktoren werden, aber Content, der gern und viel geteilt, geliked und kommentiert wird, kann nur gut sein. Denn wie jeder weiß: Google liebt guten Content. 

Über Julia Schürer

Julia hat an der Hochschule für angewandtes Management Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Medienmanagement studiert. Als Quereinsteigerin in die Online-Welt hat sie sehr schnell ihre Leidenschaft für Content und Social Media entdeckt. Die wenige Freizeit, die ihr als Mama bleibt, nutzt sie zum Bloggen.

Julia Schürer

5 Gedanken zu „Social Signals & SEO: Eine strategische Allianz

  1. Mark Lehmann

    Sehr guter Artikel, ich sehe es genauso. Nur habe ich ein Problem, wenn ich meinem Kunde der z. B. im trockenbau tätig und 0 Berührungspunkte mit sozial Media hat und ich seine seo Maßnahme auch auf Facebook und Co. Bringen sollte.

    Allgemein weiß ich was soziale Signale sind. Aber zur auffrischen, könnt ihr das Thema noch mal tiefer gehen?

    Antworten
    1. Julia Schürer

      Lieber Mark,

      gerade im Handwerk sind die Berührungspunkte mit Online-Marketing (egal ob SEO, Social usw.) oftmals sehr gering bzw. nicht vorhanden (als Allgäuer-Landei weiß ich das :-D ).

      Die Kollegen haben das Thema Social Signals hier schon recht ausführlich behandelt, schau mal hier:

      https://onlinemarketing.de/news/social-signals-beeinflussen-sie-doch-das-ranking
      https://onlinemarketing.de/news/social-signals-als-ranking-faktoren
      https://onlinemarketing.de/news/like-tweet-und-1-der-einfluss-von-social-signals-auf-das-suchmaschinen-ranking

      Diese 3 Artikel behandeln das Thema recht umfangreich.

      Ich hoffe, ich konnte Dir helfen!

      Viele Grüße,
      Julia

      Antworten
  2. Florian Kolbe

    Ein schöner Einblick. Es wäre anschließend nur zu schön zu wissen, wie das Feedback aus den Social Media Kanälen und von den Nutzern umgesetzt worden ist und wie die Effekte warne.

    VG
    Florian

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    1. Julia Schürer

      Hallo Florian,

      danke für Dein Feedback.

      Wir haben das Feedback insofern umgesetzt, als dass wir uns regelmäßig zusammengesetzt haben und ich das Nutzer-Feedback weitergegeben habe. Die Redaktion und das PM haben dann entsprechend das Feedback in ihre Planung einfließen lassen. Es ist recht schwer das jetzt in Kurzform wiederzugegeben. Aber man kann sagen:

      Wenn ich festgestellt habe, dass die Nutzer in Social ein großes Interesse an einem bestimmten Thema hatten, habe ich das an die Redaktion weitergegeben und die hat dann versucht, das Thema noch genauer zu beleuchten.

      Das Ganze ist ja in OnGoing Prozess der sich stetig ändert und der in erster Linie von der Kommunikation lebt.

      Ich hoffe, ich konnte das jetzt etwas erklären?

      Viele Grüße,
      Julia

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      1. Florian Kolbe

        Hallo Julia,

        Danke für die Info. Das hilft mir schon weiter, besonders das es ein laufender Prozess ist.

        Viele Grüße
        Florian

        Antworten

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