Social Media Marketing

Snapkit: Snapchat bringt eigene Developer Plattform

Snapkit soll als Developer Plattform bei anderen Apps einen Login mit Snapchat ermöglichen. Außerdem sollen sich AR Kamera-Features in Apps integrieren lassen.

Snapkit wird Snapchats neue Developer Plattform, Screenshot YouTube, © Snapchat

In vielen Aspekten hinkt Snapchat dem großen Konkurrenten Facebook hinterher. Doch Medienberichten zufolge wird nun mit Snapkit eine eigene Developer Plattform ins Leben gerufen. Diese soll Snapchat und seinen besonderen Features zu mehr Präsenz und damit Relevanz außerhalb der App verhelfen. Auch, weil anderen Apps ein Login mit Snapchat ermöglicht werden soll.

Snapkit im Werden? Snapchat in Verhandlung mit App Entwicklern

Die Entwicklung von Snapchat hat seine Höhen und Tiefen. Zu letzteren zählt sicherlich, dass Facebook viele Innovationen der App mehr oder weniger kopiert und für die eigenen Nutzer salonfähig gemacht hat. Facebook hat jedoch schon früh die Kooperation mit Entwicklern gesucht. Das hatte Snapchat bislang verpasst. Aber das soll sich nun ändern, wie etwa John Constine bei TechCrunch berichtet.

Demnach verhandelt Snapchat mit Entwicklern von Apps darüber, dass bei diesen Login-Buttons implementiert werden sollen, die einen Login mit Snapchat ermöglichen. Davon könnten neue Apps wie auch Snapchat selbst profitieren. Denn zusätzlich sollen ebenso die exklusiven Features wie Bitmoji in andere Apps integriert werden können. Und Snapchat arbeitet daran, dass die AR Kamera-Tools für Entwickler bereitgestellt werden.

Snapchats Social Media-Stauts: Luft nach oben, aber zukunftsgewandt?

Welche Rolle spielt Snapchat überhaupt auf dem hart umkämpften Social Media-Feld? Natürlich steht man deutlich hinter Facebook oder Instagram zurück. Im ersten Quartal verzeichnete man eine Zahl von 191 Millionen täglich aktiven Nutzern. Dabei ist das Wachstum hier nicht so stark ausgefallen wie erwünscht. Dazu könnte auch das missglückte Redesign geführt haben, dass Snapchat sogar dazu bewegt hat, mit einem weiteren Redesign des Redesigns zu reagieren.

Für Deutschland werden laut Jan Firsching von Futurebiz zwischen 9,9 und 10,2 Millionen Snapchatter als potentielle Nutzer angegeben. Allerdings sind dies Angaben von Snapchat, die die tatsächlichen knapp fünf Millionen aktiven Nutzer in Deutschland übersteigen. Wahrscheinlich wird hier eher von Installationen der App, weniger von aktiver Nutzung ausgegangen.

Die potentielle Reichweite Snapchats für Deutschland, Quelle: Jan Firsching, Futurebiz

Vor allem für die Generation Z und sehr junge Nutzer spielt die App eine Rolle. Und da diese ebenfalls als eine Art Messenger fungiert, wird sie pro Tag auch häufig und lange genutzt. Der Schnitt lag im ersten Quartal 2018 bei 25 Öffnungen pro Tag und knapp 30 Minuten Nutzungsdauer pro User. Obwohl Snapchat also für viele Nutzer in Social Media eine untergeordnete Rolle spielt, hat die App doch Wachstumspotential, gerade im Hinblick auf die Zukunft. Dieses soll nun mit der Developer Plattform ausgeschöpft werden.

Vorteil für Nutzer mit Datenschutzbedenken?

Sollte es zu einem Login mit Snapchat bei weiteren Apps kommen, könnte das für die Nutzer eine annehmbare Lösung darstellen, die sich sorgen, welche Daten sie weitergeben. Anders als bei Facebook werden bei Snapchat weniger umfassende Daten preisgegeben. Mit dem entsprechenden Account auf weitere Apps zugreifen zu können hieße, diesen eben auch nur die Daten zukommen zu lassen, die man mit Snapchat teilt.

Snapchat selbst könnte über ihren Branded Button Apps als Kooperationspartner gewinnen und auszeichnen; und so die eigene Relevanz auf etliche weitere Applikationen ausweiten. Im Zuge dessen sollen auch aufgenommene Snaps in den Partner Apps genutzt und geteilt werden können. So soll frischer Content von außerhalb das Snap-Universum bereichern.

Allerdings weist John Constine zugleich auf die derzeit im Diskurs stehende Gefahr hin, dass eine Datenweitergabe an Third Parties zu Missbrauch derselben führen könnte. Dennoch mag die Zusammenarbeit mit Entwicklern langfristig dafür sorgen, dass Snapchat sich selbst auch weiterentwickelt. Vor allem der Login mit Snapchat bei Apps stellt womöglich eine sinnvolle Lösung dar, sofern die Nutzer bereit sind, eher die Daten ihrer Snapchat Accounts mit Apps zu teilen als jene der Facebook Accounts.

Ein offizielles Statement von Snap steht noch aus. Wir dürfen gespannt sein, wie sich Snapkit letztlich darstellen wird. Und ob es dann für einen neuen Aufschwung bei der App sorgen kann.

Über Niklas Lewanczik

Niklas Lewanczik

Niklas hat an der Uni Hamburg Deutsche Sprache und Literatur sowie Medien- und Kommunikationswissenschaften studiert und schreibt als Redakteur über Social Media, SEO und innovative Themen im Kontext des digitalen Marketing. Wenn er sich nicht gerade dem Marketing zuwendet, dann womöglich den Entwicklungen im modernen Fußball oder dem einen oder anderen guten Buch.

Ein Gedanke zu „Snapkit: Snapchat bringt eigene Developer Plattform

  1. Oliver

    Hallo,

    das wäre ja sehr interessant. Ich glaube, dass Snapchat dies auch macht, um Instagram wieder entgegenzuwirken. Vor einiger Zeit hieß es ja, dass Snapchat größer werde und besser sei. Allerdings hat sich Instagram ständig angepasst und auch viele interessante Neuerungen durchgeführt. Ich denke, dass es Snapchat aber dennoch schwer haben wird, da Instagram doch deutlich umfassender ist.

    Beste Grüße
    Oliver von Firmenpartnerschaft

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.