Conversion Optimierung

Shop-Farben: Wie Farbpsychologie Conversions steigern kann

Wie stark beeinflussen Farben unser Kauf- und Surfverhalten im Internet? Wie stark beeinflusst die Farbpsychologie Conversions und Emotionen?

© Miguel Á. Padriñán - Pexels

Emotionen beeinflussen Menschen bei Kaufentscheidungen. Kein Produkt ist unemotional. Wer diese beiden Aspekte im E-Commerce berücksichtigt, generiert mehr Verkäufe. Im E-Commerce spielen jedoch noch viele weitere Faktoren eine Rolle. Beispielsweise kann auch das Farbschema des eigenen Shops über Erfolg oder Misserfolg entscheiden.

Conversion Optimierung durch Farben?

Studien belegen, dass 85 Prozent der User ein Produkt aufgrund der Farbe kaufen. 66 Prozent würden ein Produkt erst dann kaufen, wenn es in ihrer präferierten Farbe erhältlich ist.

Conversion Optimierung ist nicht ohne Grund eine eigene Disziplin im Online Marketing. Einfach ein paar Buttonfarben zu ändern oder den Header von Schwarz auf Rot umzustellen, wird nicht zum gewünschten Erfolg führen. Zielführender ist das harmonische Zusammenspiel von Farben und der Produktinszenierung. Beides zusammen erzeugt Emotionen und diese führen am Ende zur Conversion.

Große Unternehmen setzen Farben gezielt ein. Die Farbe Blau wird zum Beispiel mit folgenden Eigenschaften in Verbindung gebracht:

Positiv:

  • Ruhe
  • Sicherheit
  • Integrität
  • Frieden
  • Loyalität
  • Vertrauen
  • Intelligenz

Negativ:

  • Kälte
  • Angst
  • Männlichkeit

Unternehmen wie beispielsweise PayPal, Facebook, LinkedIn, Twitter, Goldman Sachs und die Citigroup nutzen Blau und bauen so unterbewusst beim User das Gefühl von Vertrauen auf.

Weitere Farben und ihre Wirkung

Farben und die damit verbundenen Emotionen. © CoSchedule

Farbwahl für den eigenen Online-Shop

Wer einen Online-Shop betreibt oder aufbauen möchte, sollte sich im Vorfeld seine Wettbewerber anschauen. Am Ende entscheidet sich ein Kunde nicht für Shop A, nur weil dieser einen besseren Checkout hat als Shop B. Ein Neukunde kostet nicht ohne Grund in der Akquise mehr als ein Bestandskunde. Die Farbe spielt hierbei eine enorme Rolle.

Neben der Analyse der eigenen Wettbewerber darf der Kunde nicht vergessen werden. Jeder Mensch hat ein eigenes Empfinden in Bezug auf Farben. Je breiter die eigene Zielgruppe gefächert ist, desto schwieriger wird die Wahl eines Farbschemas. Auch das Alter, Geschlecht und ethischer Hintergrund können die Auswahl beeinflussen.

Google setzt zur Bewertung von Websites zum Teil auch Menschen ein. Eine Frage aus den Google Quality Rater Guidelines lautet: “Würden Sie Ihre Kreditkartendaten bei dieser Website hinterlegen?” Würde ich meine Kreditkartendaten oder auch meine Adresse bei einem neuen Online-Shop für Kinderspielzug mit komplett schwarzem Hintergrund hinterlegen? Die meisten werden diese Frage mit Nein beantworten.

Sekundärfarben mit Sorgfalt wählen 

Bei der Wahl eines sekundären Farbtons hat sich in der Praxis die Verwendung des komplementären Farbtons durchgesetzt. Komplementär bedeutet, dass beide Farben miteinander gemischt einen neutralen Grauton ergeben.

Color Wheel mit Komplementär-, Primär-, Sekundär- und Teritärfarben © CoShedule

Call-To-Actions, Buttons und Infoboxen können bei Bedarf noch durch Akzentfarben in Szene gesetzt werden. Akzente sollten jedoch in einer einheitlichen Farbe gehalten werden. Zu viele Farbreize lenken vom Wesentlichen ab. Oftmals ist die Wahl der richtigen Farben entscheidender als die Frage, ob man einen Checkout als Gast gestattet.

Quellen: CoShedule, Quicksprout

Über Florian Franck

Online-Marketeer aus Leidenschaft, begeisterter Gamer und Early Adopter neuer Technologien. Redaktionelle Schwerpunkte: SEO sowie Trends und Neuigkeiten aus der OM-Szene.

2 Gedanken zu „Shop-Farben: Wie Farbpsychologie Conversions steigern kann

  1. Armin

    “Komplementär bedeutet, dass beide Farben miteinander gemischt einen neutralen Grauton ergeben.” Das wußte ich bislang noch nicht. Ich finde diese Thematik spannend. Es geht aber eben nicht nur um die Hintergrundfarbe oder die des Headers. Viel wichtiger finde ich das Zusammenspiel von Signalfarben und dem Rest der Webseite. Wenn Elemente wie Checkout farblich nicht der “Norm” entsprechen, kann dies auch zu schlechten Conversionzahlen führen.

    Antworten
    1. Nadine

      Da hast du genau aufgegriffen, was ich eben schreiben wollte, Armin :)
      Ich habe aber schon auf Seiten optimiert, da war es genau anders herum – die Warenkorb-Abbrüche waren bei einer, zum Design passenden, Farbwahl höher, als bei einem starken Kontrast.
      Aber es liegt wie jeder Test an der Zielgruppe. Ein Nutzer der Generation Z reagiert auf die Farbpsychologie ganz anders, als ein heute 45-jähriger – eben aufgrund der Tiefe der digitalen “Verwachsung”.

      Antworten

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