Social Media Marketing

Sehen, liken, kaufen: Die Buy-Buttons kommen

Pinterest, Facebook und Co. wollen die Welt des Social Commerce erobern – und stehen dabei vor großen Herausforderungen. Wir zeigen euch, wie diese aussehen und zu überwinden sind.

© Fotoalia - william87

Social Commerce ist ein spannendes Thema. Für die Social Media Nutzer birgt es die Möglichkeit, das, was bisher nur geliked und kommentiert werden konnte, in Zukunft auch zu kaufen. Unternehmen können damit ihre Aktivitäten und Erfolge in den sozialen Medien ganz direkt und messbar in bare Münze umzuwandeln. Folglich ist es nicht verwunderlich, dass das Thema Buy-Buttons bei den großen Social Plattformen auf der Agenda steht. Jason del Rey von Re/Code hat sich in einem Beitrag mit dem Thema beschäftigt und einige interessante Überlegungen angestellt, die wir für euch aufgreifen und vorstellen möchten.

Die großen Social Plattformen experimentieren mit der Integration von Buy-Buttons in ihre Angebote bzw. haben die Social Commerce Option teilweise schon eingeführt. So haben Instagram und Pinterest von kurzem ein Social Commerce Angebot in den USA gelauncht und Facebook sowie Twitter experimentieren bereits einige Zeit öffentlich mit Buy-Buttons.

Wird Social Media zur Shopping Mall?

Die Motivation, die aufseiten von Zuckerberg und Co. dahinter steht, ist eingängig. Die Social Media Plattformen finanzieren sich über Werbung und sehen in den Buy-Buttons die Möglichkeit, die Werbeangebote für ihre Kunden noch attraktiver und effektiver zu gestalten. Aktuell wird beispielsweise Facebooks Wachstum zum allergrößten Teil durch mobile Werbeeinnahmen getrieben. Auch unabhängig von Facebook funktioniert mobile Werbung für Werbetreibende sehr gut, der mobile Commerce hingegen hinkt dem Ganzen noch weit hinterher. Die Idee ist nun, dass mobile Werbung, die direkt einen Buy-Button enthält, Conversion Rates verbessern kann. Ein Hürde für die User beim Mobile Commerce dürfte auch der Aufwand sein, die eigene Adresse und die Zahlungsinformationen einzugeben – wenn diese von Facebook und Co. aber erstmal gespeichert sind, sollten Folgekäufe leichter von der Hand gehen.

Nach Branchenmeinungen ist Pinterest besonders vielversprechend in Sachen Buy-Button. Auch Studien von Pinterest selber zeigen, das 87 Prozent der User Kaufentscheidugen nach dem treffen, was sie auf der Plattform entdecken. Da ist es nicht verwunderlich, dass sich US-Warenhausbetreiber Macy’s an den Pinterest Buy-Buttons beteiligen wird, auch Nordstrom ist dabei.

Twitter und Facebook sind in ihrer Shopping-Intergration noch nicht ganz so weit. Twitter hat im Moment andere Projekte und Baustellen, die weiter oben auf der Prioritätenliste stehen. Facebook hat eine andere Herangehensweise als Pinterest und setzt eher auf kleine Händler, während kein einziger großer Player wie Macy’s mit dabei ist. Facebook arbeitet bei der Entwicklung mit Shopify zusammen, einem Tool, mit dem kleinere Firmen einen eigenen Online-Shop eröffnen können.

Hürden, wenn aus „like“ „buy“ werden soll

Bei allem Reiz den der Buy-Button für die Social Media Anbieter hat, stellt er sie auch vor ganz neue Herausforderungen und Hürden. Die Warenbestände und Zahlungssysteme der Händler müssen integriert werden. Das ist nicht nur für die Plattformen eine Herausforderung. Auch für viele Händler ist es eine große Hürde, da die Händler selber wenig Erfahrung damit haben, Produkte außerhalb eines eigenen Shops zu verkaufen. Für Macy’s im Fall von Pinterst beispielsweise ist es das erste Mal. Folglich hat das Unternehmen keine Erfahrung mit der notwendigen Synchronisierung von Warenbeständen, Produktkatalogen und Zahlungssystemen. Zudem muss eine effiziente Auftragsabwicklung sicher gestellt werden, damit die gekauften Produkte dem Käufer auch zügig zugestellt werden. Außerdem müssen die Systeme der Social Media Plattformen regelmäßig upgedatet werden. Pinterest plant dies im 15 Minuten-Turnus, dabei ist nur fraglich, ob das auch noch effizient funktionieren wird, wenn die Kundenanzahl erstmal eine gewisse Menge erreicht hat.

Auf Händler-Seite ist es so, dass diese in der Regel ungerne einzelne Produkte verkaufen. Ganz besonders wenn diese niedrigpreisig sind. Auf Pinterst dürften solche Produkte aber häufig im Vordergrund stehen. Eine Herausforderung für Pinterst könnte auch darin bestehen, Ängste von Macy’s, Nordstrom und Co. zu verflüchtigen, welche sich darum drehen, dass deren Kundenbeziehungen belastet werden und das Warenhaus selber zum Versand- und Lagerpartner degradiert wird.

User müssen überzeugt werden

Die Social Media Nutzer selber müssen erstmal lernen, dass sie da, wo sie bisher nur gucken, liken und kommentieren, in Zukunft auch einkaufen sollen. Das wird für Pinterest besonders schwierig sein, da nur ein kleiner Teil aller gezeigten Produkte käuflich sein wird, so dass ein Gewöhnungseffekt nicht so schnell eintreten dürfte. Vieles auf Pinterest ist nicht käuflich und vieles wird es auch niemals sein, Vintage Produkte zum Beispiel. Hier könnten lediglich aktuelle, ähnliche Artikel angeboten werden. Pinterest plant das Problem anzugehen, indem die Bilder mit Buy-Button an prominenter Stelle präsentiert werden, beispielsweise in gesonderten Rubriken auf der Startseite. Auch sollen die Kunden zusätzliche Einblendungen für ihre Buy-Button Artikel buchen können wie bei normalen Ads auch. Die Herausforderung für Pinterest, wie auch andere Social Media Plattformen, wird wohl darin liegen, die Buy-Button-Pins den richtigen Nutzern zur richtigen Zeit anzuzeigen – ohne dabei zu aufdringlich zu werden. Das könnte über Erfolg und Misserfolg des Ganzen entscheiden.

Quelle: Re/code

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