E-Commerce

Revolution des E-Commerce? Facebook launcht Shops und neue AI Tools

Mit dem Launch neuer AI Tools und einer Shops-Plattform könnte Facebook den E-Commerce revolutionieren. Besonders kleine Unternehmen profitieren von dem einfachen Aufsetzen eines Facebook Shops.

© Facebook

Im Zuge der Coronakrise geht Facebook einen entscheidenden Schritt, der den E-Commerce in der Facebook-Familie entscheidend nach vorne bringen könnte. Am gestrigen Dienstag wurden Shops für Facebook und Instagram gelauncht. Damit sollen besonders kleine Unternehmen bei ihrem Online-Auftritt unterstützt werden.

Facebook Shops kommt nach und nach für ausgewählte Businesses

In einem Blogpost erklärt Facebook die neuen Features:

Businesses can choose the products they want to feature from their catalog and then customize the look and feel of their shop with a cover image and accent colors that showcase their brand. This means any seller, no matter their size or budget, can bring their business online and connect with customers wherever and whenever it’s convenient for them.

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Ab sofort wird die Option für qualifizierte Unternehmen ausgerollt, die bereits einen Profil-Shop auf Instagram betreiben. Über einen Link von Facebook werden sie zu der neuen Shop-Builder-Plattform eingeladen. Dort können Produkte entweder einzeln hochgeladen oder durch eine Verbindung mit dem derzeitigen Anbieter übernommen werden. Unterstützt werden Shopify, BigCommerce, WooCommerce, ChannelAdvisor, CedCommerce, Cafe24, Tienda Nube und Feedonomics. Die neue Shop-Plattform soll es einfacher für Unternehmen gestalten, ihren Shops sowohl auf Facebook als auch auf Instagram online zu bringen. Auf User-Seite liegt ein besonderer Fokus darauf, den Kaufprozess zu vereinfachen.

Messaging 2.0: Shopping direkt im Chat

Zusätzlich zu der Plattform kündigte Facebook neue Messaging-Optionen an. Kunden sollen besser als zuvor die Möglichkeit haben, während ihres Online Shoppings aufkommende Fragen via Messenger zu stellen. Zudem kann über WhatsApp, Instagram Direct oder den Messenger demnächst der Online Shop geöffnet oder Produkte direkt aus dem Chat heraus gekauft werden. Diese Art des Online Shoppings würde sich sehr an ein Shoppingerlebnis in einem Offline-Laden annähern. Genau wie dort kann so ein Verkäufer beziehungsweise der Ladenbesitzer nach Empfehlungen oder einem bestimmten Produkt gefragt werden. Anschließend an das Verkaufsgespräch könnten die Kunden direkt zur virtuellen Kasse geleitet werden.

Der Instagram Shop rückt in den Vordergrund

Auch auf Instagram wird sich einiges tun. Eine eigene Unterseite @shop soll eine Art Marktplatz auf Instagram werden. Das Feature startet im Sommer in den USA. User können sich über die Explore Page inspirieren lassen und Produkte nach dem jeweiligen Creator oder der Marke sortieren sowie in Kategorien wie Beauty oder Home stöbern. Gegen Ende des Jahres soll laut Instagram sogar ein neuer Shop Tab in der Navigationsleiste eingefügt werden. Auf den Bildern ist zu sehen, dass dieser an die Stelle des Herzens in der unteren Leiste, unter dem sonst die Aktivität zu verfolgen war, treten wird. Auch Shopping in der Story könnte entdeckten Tests nach bald einfacher werden.

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Einfacher Produkte kaufen in Live Videos

Alle neu bekanntgegebenen Features haben eines gemeinsam: Das Shopping-Erlebnis der User soll sich so nahtlos wie möglich in ihre Aktivitäten auf Social Media einfügen. Dieses Ziel verfolgen auch die neuen Live Shopping Features. Produkte in Videos beziehungsweise Live Videos vorzustellen, hat den entscheidenden Vorteil, dass Follower besser als auf Fotos sehen können, was sie für ihr Geld bekommen. Doch um die User schließlich zum Kaufprozess zu leiten, musste beispielsweise ein Link zu dem entsprechenden Produkt gepostet werden. Die Zuschauer verließen das Video, wurden auf der Shop-Seite eventuell abgelenkt oder empfanden den Check-out als zu langwierig und sprangen ab. Das soll sich bald durch ein weiteres neues Feature ändern. Mithilfe von Facebook Shops sollen Businesses oder Creator bald vor dem Live Video Produkte aus ihrem Katalog vertaggen können, die anschließend während ihres Videos am unteren Bildschirmrand angezeigt werden. Darüber kämen User bei Interesse mit einem Klick zu weiteren Informationen und der Möglichkeit, das Produkt direkt zu erwerben.

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„It’s a grand vision“: Facebook soll komplett shoppable werden

Es gibt noch mehr. The Verge berichtet von einem „product recognition model“ namens GrokNet, das mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz in der Lage sein soll, Produkte auf der Seite zu identifizieren. Anschließend soll es möglich sein, diese käuflich zu erwerben.

We want to make anything and everything on the platform shoppable, whenever the experience feels right,

erklärt Manohar Paluri, Head of Applied Computer Vision bei Facebook. Der Plan ist ambitioniert. Die Vision am Ende ist eine Plattform, auf der jedes Produkt, das auf einem Foto oder in einem Video zu sehen ist, von Nutzenden gekauft werden kann, sofern es in einem der Shops erhältlich ist.


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Doch Facebook fängt mit kleineren Schritten an. GrokNet arbeitet bereits im Marketplace und hilft Usern dort beim Einstellen von Produkten. So schlägt die KI zu einem hochgeladenen Produktfoto eine passende Beschreibung vor. Auch Businesses kann GrokNet helfen. Wird ein Foto hochgeladen, in dem eines der bereits im Shop vorhandenen Produkte abgebildet ist, kann die KI dieses erkennen, taggen und so direkt zur Shopping-Seite verlinken. Wenn dieser Mechanismus zuverlässig funktioniert, würde das den Unternehmen viel Arbeit ersparen.

Ein revolutioniertes Shopping-Erlebnis

Facebook und Instagram Shops sowie die weiteren durch KI ermöglichten Neuerungen durch Facebook dürften das Social-Media-Erlebnis in den nächsten Wochen und Monaten stark verändern. Schon jetzt sind auf den Plattformen viele Produkte zu sehen, die direkt gekauft werden können. Doch die Integration von Shops und deren angekündigte Bedienungsfreundlichkeit könnten den E-Commerce nachhaltig beeinflussen. Es sieht so aus, als würden unsere News Feeds vermehrt zu Schaufenstern. Wie sich das auf die Social-Seite der Plattformen auswirkt und inwiefern Unternehmen und Brands ihre Strategien hinsichtlich der neuen Optionen anpassen, bleibt abzuwarten.

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