Suchmaschinenmarketing

Search Journeys: Google wird visueller und steigt in Stories-Format ein

Bei der Reorganisation von Search wird bei Google künftig eher auf Search Journeys gesetzt. Außerdem werden Visuals und Visual Stories in Search fokussiert.

20 Jahre Google Search, © Google

Zur Feier des 20. Gerburtstags von Google und Google Search wird die Suchmaschine in einigen Punkten ganz neu aufgestellt. Vor allem die visuelle Erfahrung der User soll optimiert werden. Dazu trägt ein Redesign von Google Bilder ebenso bei wie der Fokus auf Visual Stories in Search. Zudem werden langfristige Sucherfahrungen so organisiert, dass Inhalte direkt wiedergefunden werden oder auf vorherigen Besuchen aufbauen.

Google Search geht mit der Zeit

Allein mit dem geschriebenen Wort geben sich die User im Netz schon lange nicht mehr zufrieden. Bereits im Jahr 2000 sah Google die Notwendigkeit, über Bilder eine Suche gestalten zu können. Die Relevanz der visuellen Suche ist in Zeiten von Mobile first, Pinterest, Snapchat, Instagram und Co. umso größer geworden. Daher hat man bei Google seit jeher auf immer mehr Visuals gesetzt. Seien es Bilder, Videos oder Grafiken, die Wetterberichte etc. illustrieren.

Ein erster Schritt, um die mobilfreundliche und visuelle Suche nach Inhalten über Google voranzutreiben, ist nun die Integration von Visual Stories in Google Bilder und den neuen Discover Feed. Über KI werden relevante AMP Stories in die Suche integriert. Zunächst sollen Stories zu Berühmtheiten auftauchen, die einen Eindruck von deren Leben und Leistungen vermitteln. Mit einem Klick auf die Stories können Interessierte dann einfach und schnell mehr über die Person in Erfahrung bringen, indem sie auf weiterführende Artikel verlinkt werden.

Themen visuell nachempfinden

Mit Featured Videos in Search können User nun bestimmte Themen schon visuell erfahren; fast als wären sie mittendrin. Zwar ist etwa ein Entdecken von bestimmten Orten über Maps und Bilder schon zuvor gut möglich gewesen. Doch nun kann mit den Featured Videos auf die relevantesten Aspekte einer Suchanfrage bei Google Bilder reagiert werden.

So verspricht Google eine holistische visuelle Erfahrung, zum Beispiel vom Zion Nationalpark, wenn eine Reise dahin bevorsteht – oder einfach Interesse am Ort vorhanden ist.

Doch dies ist nicht die einzige Neuerung für Google Bilder. Schon im vergangenen Jahr wurde der Algorithmus für die Sektion überholt, sodass nun Seiten mit gutem Bildcontent und guten Inhalten dahinter am besten ranken. So sollen etwa Suchen nach DIY-Projekten in Google Bilder auch direkter auf Inhalte verweisen, die an DIY gekoppelt sind. Zudem wird aktuellerer Content präferiert. Weiterhin finden sich in der Bildersuche bei Google vor allem solche Bilder, die auch auf der Zielwebsite zentral sind; so wird die Verbindung vom User schnell hergestellt.

Als weitere wichtige Neuerung erhalten die Bilder bei Google nun mehr Kontext, insbesondere Captions. Diese enthalten bereits die Namen der Websites, wo die Bilder auftauchen. Außerdem finden sich verwandte Suchanfragen, die noch mehr Ergebnisse für die intendierte Suche liefern könnten.

Google Lens für die Suche

Die Suche über Google Bilder wird aber dank KI-Technologien noch umfangreicher. Mit Google Lens soll künftig auch in Bildern bei der Suche Neues entdeckt werden können. Die Lens-Technologie analysiert die Objekte in den Bildern und zeigt gegebenenfalls interessante Objekte, die im Zweifel sogar zu Produktseiten linken. So kann über die visuelle Suche schnell ein Produkt identifiziert und womöglich unmittelbar gekauft werden. Mit dem Finger können User zusätzlich auf dem mobilen Screen einen Bereich von Bildern in Search (be)zeichnen, um davon ausgehend ähnliche Resultate ausgespielt zu bekommen.

Mit diesen Änderungen wird die visuelle Suche über Google durchaus an Komplexität und Tiefe gewinnen. Für SEOs nimmt damit, gerade im Bereich E-Commerce, auch das Gewicht der in Google Bilder ausgespielten Inhalte zu.


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Auch die Search Journeys werden optimiert und lernen mit

Bisher kann Google bereits in erstaunlichem Maße auf die individuellen Suchen und Bedürfnisse der User reagieren. Allerdings wurden die Suchen meist als einzelne Momente betrachtet. Nun setzt die Suchmaschine vielmehr auf die Search Journeys. Das heißt, dass Suchen und Inhalte, die immer wieder aufgerufen werden und Erfahrungswerte der Nutzer letztlich eine lernfähige Suchumgebung erstellen.

Zum einen finden sich nun die Activity Cards bei Google in der Suche. Sie zeigen an, welche Seiten bei einer wiederholt ausgeführten Suchanfrage besucht wurden und welche ähnlichen Suchanfragen in diesem Kontext bereits abgearbeitet worden sind. So können wiederkehrende Aufgaben zeitsparend bearbeitet werden.

Dabei werden die Karten nicht bei jeder Suche erscheinen, sondern nur, wenn es angebracht ist. Zudem können sie deaktiviert werden. Ab Ende des Jahres werden die Activity Cards verfügbar sein.

Content sammeln, der wieder angesehen wird

Mit Collections können User Inhalte sammeln, auf die sie später wieder zurückgreifen möchten. Hierbei lassen sich nun auch Inhalte, die per Activity Card angegeben werden, zur persönlichen Collection hinzufügen.

Im Herbst soll das Feature ausgerollt werden, das außerdem basierend auf den gespeicherten Inhalten noch relevanten anderen Content für diese Sammlung vorschlägt.

Suchen besser organisieren und auf die eigenen Bedürfnisse zuschneiden

Die Suchen werden bei Google weiter dynamisiert. Für Suchanfragen liefert Google unmittelbar die vermutlich relevantesten Unterthemen, die den weiteren Verlauf der Suche determinieren. Sucht man beispielsweise nach einem Yorkshire Terrier, finden sich zunächst Unterkategorien wie Pflegetipps, Charakteristika oder ähnliche Rassen.

Das Feature ist nach Angaben von Google aber auch lernfähig. Mit neuen Informationen im Netz geht auch eine etwaige Veränderung der Suchdynamik inklusive Kategorienanzeige einher. Inzwischen ist die Option schon live für einige Suchanfragen, wird aber stets erweitert.

Ein sogenannter Topic Layer für den Knowledge Graph sorgt dafür, dass die Verbindungen zwischen Inhalten, Personen und Interessen erkannt und weiterführend analysiert werden. Dabei werden zu Suchanfragen relevante Unterkategorien gefiltert, während daraus wiederum hervorstechende Contentbeispiele identifiziert werden. Die Korrelation dieser Inhalte untereinander wird ebenso untersucht, sodass für den einzelnen User dargestellt werden kann, was er bei bestimmten Suchaufträgen als nächstes entdecken möchte.

All die Neuerungen für Googles Suchmaschine ermöglichen mit wenigen Klicks und Angaben eine ganz neue, holistische und lernfähige Sucherfahrung. Diese ist besonders visuell neu aufgestellt und persönlicher denn je. Die Nutzer haben in den kommenden Wochen und Monaten also vermehrte Optionen, die sie für die Informationsgewinnung ausprobieren können; sofern sie Google all die Daten zu ihren Interessen ausliefern möchten. Marketer finden hingegen vielerlei neue Ansatzpunkte vor, um individualisierte Werbebotschaften im Rahmen der Googlesuche auszuspielen. Gleichzeitig müssen sie aber noch stärker Wert auf die eigene SEO legen, um im Rahmen der einzigartigen Suchfunktionen Googles eine optimale Sichtbarkeit zu erlangen.

Hier findet ihr weitere Informationen zur Optimierung und Neuausrichtung von Google Search.

Über Niklas Lewanczik

Niklas Lewanczik

Niklas hat an der Uni Hamburg Deutsche Sprache und Literatur sowie Medien- und Kommunikationswissenschaften studiert und schreibt als Redakteur über Social Media, SEO und innovative Themen im Kontext des digitalen Marketing. Wenn er sich nicht gerade dem Marketing zuwendet, dann womöglich den Entwicklungen im modernen Fußball oder dem einen oder anderen guten Buch.

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