Künstliche Intelligenz

Seeing AI: Microsofts Update macht Visuals für Sehbeeinträchtigte per Touch erfahrbar

Die kostenlose App „Seeing AI“ von Microsoft, die im App Store als „Sprechende Kamera“ gelistet ist, wurde in ihrem Update um neue Features ergänzt.

© Microsoft

Was vor einigen Jahren noch als Science Fiction abgetan worden wäre, ist jetzt Realität. Künstliche Intelligenz ermöglicht es Menschen mit beeinträchtigtem Sehvermögen, ihre Umgebung mit ihrem Smartphone oder Tablet abzuscannen und beschreiben zu lassen. So können sie tägliche Aufgaben einfacher bewältigen als vorher.

Die App „Seeing AI“ von Microsoft bietet neun verschiedene Channels mit Funktionen wie dem Vorlesen von Dokumenten (auch handschriftlichen Notizen), dem Erkennen von Währungen oder der Möglichkeit Fotos beschreiben zu lassen. Diese entwickeln sich mit Hilfe von Machine Learning-Prozessen weiter. Auch auf Bilder aus anderen Apps kann „Seeing AI“ zugreifen, was besonders für Social Media hilfreich ist. Zudem kann die App Menschen und in Grundzügen deren Emotionen erkennen und durch das Scannen von Barcodes Produkte erkennen und beschreiben. Sie erkennt auch die Umgebung der Nutzer im sogenannten Scene Channel und kann sie den Nutzern schildern.

Die App beschreibt dem Nutzer auch Fotos in anderen Apps. © Microsoft

Das neueste Feature ermöglicht es jetzt, sich Bilder nicht nur beschreiben zu lassen, sondern sie auch per Touch zu erforschen. Dem Anwender wird nicht mehr nur der Gesamteindruck des Bildes beschrieben, vielmehr ist es auch möglich, sich ansagen zu lassen, was sich im Vorder- oder Hintergrund des Bildes befindet und wie weit die Objekte schätzungsweise voneinander entfernt sind. Zudem wurden andere Kleinigkeiten in der Benutzerfreundlichkeit verändert. Die Reihenfolge der Channels ist jetzt personalisierbar und die App gibt besseres Audiofeedback entsprechend dem, was sie gerade tut.

Das große Potenzial von AI

Die App ist jetzt auch für iPhone und iPad verfügbar und wird so vielen weiteren Menschen helfen können. Das Internet zugänglicher für Menschen mit Beeinträchtigungen zu machen, ist definitiv keine leichte Aufgabe, aber eine, der sich zunehmend angenommen wird. Instagram brachte erst Ende letzten Jahres ein Update heraus, das es möglich machte, per Screen Reader automatisierte Beschreibungen von Bildern zu hören und dadurch besser partizipieren zu können. So zeigen Apps wie „Seeing AI“, dass AI nicht immer gruselig sein muss, sondern auch viel Gutes bewirken kann.

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