Social Media Marketing

LOL: Facebook will Jugendliche mit Memes zurückgewinnen

Facebook hat bestätigt an einem neuen Bereich exklusiv für Memes zu arbeiten. Damit sollen junge Nutzergruppen wieder angelockt werden.

Mit LOL will Facebook die jungen Nutzer zurückholen. © TechCrunch

Zwar wächst Facebook nach seinem schlimmsten Jahr weiter, jedoch mit angezogener Handbremse. Erstmals seit seiner Gründung verliert die Plattform Nutzer in Europa, während der Altersschnitt weiter steigt. Junge Nutzer erreicht Facebook nahezu gar nicht mehr, diese tummeln sich lieber auf Instagram, TikTok – oder für flüchtige Inhalte auf Snapchat. Nun legt Facebook nach und möchte mit LOL auch die Jugendlichen zurückgewinnen.

LOL – mit Memes zu jüngeren Nutzern

Nach wie vor ist Facebook mit derzeit mehr als zwei Milliarden Nutzern das größte soziale Netzwerk, doch hat es die Plattform mit einem massiven Schwund junger Nutzer zu tun. Der blaue Riese ist das Netzwerk, auf dem sich auch Eltern und Verwandschaft versammeln, wenig attraktiv für Jugendliche. Diese sind doch eher auf Privatheit bedacht, wollen unter sich sein und nicht bei der gesamten Familie unter Beobachtung stehen.

Facebook hat mehr als 2,2, Milliarden Nutzer und ist damit mit Abstand das größte Social Network weltweit (Stand: Oktober 2018).

Nachdem der Plan, junge Nutzer mit Watch oder IGTV wieder für sich zu gewinnen, nicht aufgegangen ist, setzt man jetzt mit LOL auf ein weiteres Produkt, das sich gerade in der Entwicklung befindet, wie TechCrunch berichtet. Bei LOL soll es sich um einen speziellen Feed in der Facebook App handeln, auf dem sich ähnlich wie bei Vine lustige Videoclips oder auch GIFs finden. Dabei wird der Feed unter anderem kategorisiert in „Für dich“, „Tiere“, „Fails“ oder „Pranks“; die Inhalte sollen von Memepages auf Facebook gezogen und gebündelt auf LOL versammelt werden. Facebook bestätigte den Test von LOL gegenüber TechCrunch, der aktuell an einer Gruppe von rund 100 High School-Schülern in den USA durchgeführt wird.

We are running a small scale test and the concept is in the early stages right now.

Da der Watch Tab in der App nur wenig Traktion erfährt, findet die junge Testgruppe diesen durch LOL ersetzt. Ob es Facebook nun gelingt, mit einem Meme Hub Teenager zurückzuholen, bleibt fraglich. Im Fokus des derzeitigen Nutzungsverhaltens junger Zielgruppen stehen flüchtige und leicht zu konsumierende Stories – und die attraktivsten dieser Art finden sich noch immer auf Instagram wie auch auf Snapchat. Auch Memes erfreuen sich bei jungen Nutzern hoher Beliebtheit, dass ein eigens eingerichteter Memebereich jedoch ausreicht, um die Plattform nachhaltig zu verjüngen ist unwahrscheinlich. Insbesondere vor dem Hintergrund des massiven Verlustes an Reputation, den Facebook im vergangenen Jahr erfahren hat. Zusätzlich entsprechen Apps wie TikTok oder YouTube dem derzeitigen Nutzungsverhalten viel eher und versammeln ohnehin junge Zielgruppen auf sich.

LOL tritt an die Stelle des Watch Tabs in der Facebook App

Facebook testet mit 100 High School-Schülern Memes in der App, um diese wieder auf die Plattform zu holen.

Tippt der Nutzer auf das LOL Tab erscheinen Memes im oberen Bereich unter „Dailies“ im Carousel-Format. Darunter finden sich vom Algorithmus kuratierte Clips und der Nutzer kann darüber hinaus verschiedene Kategorien auswählen, die für ihn von Interesse sind. Auch an die Implementation von Reactions hat Facebook gedacht, diese jedoch gegenüber des eigentlichen Newsfeeds leicht auf den Konsum der Memes angepasst. So können Nutzer beispielsweise mit „Funny“, „Alright“ oder „Not funny“ reagieren. Auch kann der Content natürlich geteilt werden und Nutzer können selbst Memes hochladen oder per Link vorschlagen. Laut Aussagen einiger Nutzer fühle sich LOL jedoch an, als würde Facebook krampfhaft versuchen, junge Zielgruppen zurückzuerobern. So sei der Content teilweise bereits Wochen alt und stelle nichts Neues dar. Ob das Feature als Standalone App erscheint oder in die Facebook App integriert wird, ist bis dato offen.

Facebook ist auf junge Nutzer angewiesen

Dass Facebook stark an jungen Zielgruppen interessiert ist, ergibt auf lange Sicht durchaus Sinn: Gelingt es dem Netzwerk nicht, nachwachsende Generationen für sich zu begeistern, könnte die Zukunft der Plattform düster aussehen. Facebook kämpft derzeit demnach an zwei Fronten, um die Monetarisierung langfristig sicherzustellen: Zum einen gilt es die Reputation wieder herzustellen, zum anderen dürfen die Nutzer sich nicht länger reihenweise anderen, attraktiveren Netzwerken zuwenden. Bis zum Ziel dürfte es für Facebook allerdings noch ein langer Weg sein.

Über Tina Bauer

Tina Bauer

Studierte Sozialwissenschaftlerin mit Hang zu Online und Marketing. Seit 2014 als Redakteurin & Content Managerin bei OnlineMarketing.de.

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