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Kreatives Marketing: Kurzgeschichten tauchen in Google Ads auf

Ein Literaturmagazin nutzt Google AdWords, um Kurzgeschichten zu verbreiten.

© Eugenio Mazzone | Unsplash, CC0

Eine Anzeige, die dir nichts verkaufen will, sondern dir gute Texte präsentiert? Das ist das Konzept von Matchbook, einem Literaturmagazin, das Kurzgeschichten in Google Ads verpackt im Netz verbreitet. Eine erfrischende Instrumentalisierung des Werbesystems.

Werbeplätze als Raum für Kunst: Kurzgeschichten in Google Ads

Das Online Literaturmagazin Matchbook veröffentlicht Kurzgeschichten verschiedener Autoren. Doch inzwischen fällt das US-Magazin der Herausgeber Brian Mihok und R. B. Pillay ausgerechnet durch Advertising bei Google auf. Dabei werden in ihren Ads keine von ihnen verlegten Bücher zum Kauf angepriesen, sondern die Anzeigen sind mit Kurzgeschichten ausgefüllt. In diesem Jahr läuft bereits Volume 5 ihrer sogenannten Ad Stories. Zu den entsprechenden Geschichten heißt es auf der Website.

The following pieces are currently running as Google ads in Google’s AdWords program in an attempt to litter the internet with stories. Before our first round of ad stories (see Volumes 4, 3, and 2 below), we found that this method of advertising had not been previously used as an art space, but very well could be.

Brian Mihok hat Tim Nudd von Ad Week und AdFreak gegenüber ein paar Beweggründe für dieses kreative Konzept preisgegeben. So erklärt er, dass die Besuche ihrer Seite in Zeiten der Verbreitung der Ad Stories nach oben gehen, da diese auch über Social Media fleißig geteilt werden. Damit kommen sie ihrem Ziel, das Internet mit guten Geschichten zu beschenken, näher. Allerdings zu einem Preis. Denn von Matchbook werden zum einen die Autoren bezahlt, zum anderen aber auch die Ads bei Google AdWords finanziert, bis das Budget ausgeht.

Im Jahr 2011 hatte Mihok über eine unkonventionelle Art des Publishings von Literatur aus seinem Magazin nachgedacht. Mit der Idee der Ad Stories wurde auch die Vorstellung einer Geschichte überdacht.

There’s something the best ad stories do that includes as much in the text as they omit. The really good ones point to bigger, complex narratives and emotional relationships without having the space to show them. It’s not easy to do. We try to avoid jokes, one liners, etc. We want stories, and we’re willing to accept that “story” may be redefined in the course of writing an ad story,

erklärt Mihok AdFreaks Nudd. Und so können solche Ad Stories dann aussehen.

Google duldet die Nutzung und gab sogar Tipps

Wie der Herausgeber weiter erläutert, hat Google dem Magazin bislang keine Steine in den Weg gelegt. Man habe sogar Tipps zum Einsatz von Keywords erhalten und selbst wenn der Algorithmus eine Story als „möglicherweise anstößig“ gemeldet hatte, wurde diese doch manuell genehmigt.

Das System des Cost-per-Click reizt Matchbook auch deshalb, weil die Stories extrem häufig ausgespielt werden können, ehe für einen Klick drauf bezahlt werden muss. Auch so werden die Inhalte verbreitet. Diese Methode ist wichtig, da die Herausgeber Mihok zufolge keine Einkünfte über Matchbook generieren.

Das Magazin ist mit seinen Ad Stories innovativ und inspirierend zugleich. Verschiedenste erfahrene Autoren, aber auch Schreibneulinge haben bei dem Magazin Entwürfe ihrer Geschichten eingereicht. Matchbook gewinnt mit ihren Ad Stories Bekanntheit; und kann künftig sicher noch mehr durchaus nachdenkliche und hochwertige Kurzgeschichten verbreiten. Die kurzen, aber mitunter tiefen Ad Stories sind dabei nicht die einzige Art Geschichte auf Matchbook.

Wenn ihr neugierig seid, besucht doch Matchbook einmal. Hier noch eine branchenspezifische Ad Story aus Volume 3:

Matchbook Ad Story aus Volume 3, ©JM Francheteau, Matchbook

 

Quelle: Tim Nudd, Ad Age

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