Social Media Marketing

Neue Einnahmequelle für Schüler: Instagram Marketing als neuer Trend bei Ferienjobs

In den USA zeichnet sich ein neuer Trend ab: Um ihr Taschengeld aufzubessern, werden immer mehr Schüler während der Sommerferien zu Influencern. Die Unternehmen nehmen diesen Service dankend an. Digital Natives at their best.

© Elijah O'Donell | Unsplash, CC0

Die Sommerferien sind traditionell die Zeit für Ferienjobs. In diesen Wochen wird die Kasse für den Rest des Jahres wieder gefüllt – oder für den nächsten Urlaub. Bis vor ein paar Jahren gab es dabei einige Klassiker: Kellnern und Babysitten waren besonders beliebt, aber auch Zeitungen austragen und Regale im Supermarkt einräumen standen oben auf der Job-Wunschliste.

Nun hat sich eine weitere Einnahmequelle für junge Leute geöffnet, die sich vor allem in den USA wachsender Beliebtheit erfreut: Instagram Marketing. Quasi seit die Plattform existiert, gibt es dort auch Influencer. Neben den Stars und Möchtegern-Promis entdecken jetzt auch immer mehr Schüler und Studenten diesen Nebenjob für sich, wie auf The Atlantic zu lesen ist.

Jobs ab 1.000 Followern

Statt sich mehrere Stunden täglich für eine verhältnismäßig geringe Entlohnung die Beine in den Bauch zu stehen oder körperlich anstrengende arbeit zu verrichten, suchen die Teenies sich inzwischen lieber Digital Jobs. Mit Instagram groß geworden, sind sie mit den Mechaniken und Dynamiken der Plattform bestens vertraut. Die Hürden, zumindest in den USA, sind dabei denkbar niedrig. Man erstellt einen öffentlichen Account oder macht seinen privaten Account öffentlich. Dann sucht man sich Produkte, die man selber bevorzugt und schreibt die dazugehörigen Firmen an. Ab einer Followerzahl von 1.000 gibt es gute Chance, dass die Unternehmen positiv auf solche Anfragen reagieren. Bei deutlich mehr Followern sind es auch schon mal die Unternehmen, die auf die Schüler zugehen. Die Follower der Sommer-Influencer dürfte sich aus Freunden, Bekannten und Schulkameraden zusammensetzen. Eine spitze Zielgruppe also, für die Unternehmen dann nicht einmal viel recherchieren und im Endeffekt auch zahlen müssen.

Influencer schon ab der High School

Über die Schüler der High School können Unternehmen an die Generation Z herantreten, ohne ihr Werbebudget sonderlich zu belasten. Vor allem kleine und aufstrebende Lifestyle- und Bekleidungsmarken nutzen diese Möglichkeit.

Der Kontakt ist schnell hergestellt und die Gehaltsverhandlungen finden meistens über das Direct Messaging statt. Je nach Followerzahl erhalten die Jugendlichen zwischen fünf und zwanzig Dollar pro Post. Für die meisten ist das viel Geld, vor allem, wenn sie den ganzen Sommer über aktiv sind.

Professionalisierung bei den Schülern

Aber auch die Preise der jungen Influencer variieren. Dabei setzen sie teilweise sogar professionelle Strukturen auf und habe klare Staffelungen in ihren Preisen, beispielsweise drei Dollar pro 1.000 Follower für einen Post. Andere bieten zeitlich variable Modelle an. Dort gibt es einen Post für 20 Dollar. Wer nur 10 Dollar zahlen will, dessen Post wird nach 24 Stunden wieder gelöscht.

Andere Teenager haben sich zusammengeschlossen und eine Fake-Agentur gegründet, über die sie dann höhere Preise für ihre Posts erzielen wollten.

Unternehmen sparen viel Geld

Die Unternehmen könnten auch mit solch höheren Preisen noch leben. Für die Firmen sind es im Vergleich zu den Preisen der Influencer-Profis nur Peanuts. Statt der gerne mal 150 Dollar bei einem Influencer, nehmen die Nachwuchsstars nur ungefähr ein Zehntel davon.

Auch die Unzuverlässigkeit einiger Teenager sei zu verkraften. Matthew Weisberger, Inhaber der Marke Icewise, sagt dazu, dass er auch einen Post mit einer Woche Verspätung akzeptiert, wenn er für 10 Dollar eine Reichweite von 30.000 Menschen erzielt.

Bezahlung über PayPal

So professionell sich die meisten Jugendlichen bei der Vermarktung aufstellen, so langfristig denken einige auch bei der Bezahlung. PayPal ist häufig das Mittel der Wahl. Zum einen, weil die Abwicklung einfach ist. Zum anderen gefällt vielen Nachwuchs-Influencern, dass das Geld dort getrennt von ihrem Konto liegt. So sei die Hürde höher, das erarbeitete Geld sofort auszugeben.

Natürlich gibt es auch in diesem Bereich schwarze Schafe. Unternehmen, die Post fordern aber dann dafür nicht zahlen. Den Angaben der Jugendlichen zu Folge ist das aber noch die Ausnahme. Die meisten von ihnen waren begeistert von ihrem Gelderwerb. Wahrscheinlich wird es im nächsten Sommer dann eine neue Flut von Sponsored Posts geben.

Über Stephan Hütter

Stephan Hütter

Stephan Hütter ist ein Kind des Ruhrgebiets. Als gelernter Sportökonom schreibt er viel über Sport. Dabei hat es ihm vor allem das Sportsponsoring und dessen Einbindung in den Sales Funnel angetan. Seit seiner Selbstständigkeit beschäftigt er sich zudem mit dem Thema digitaler Lifestyle und den damit verbundenen neuen Karrieremöglichkeiten. Seit 2018 schreibt er für OnlineMarketing.de

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