SEO - Suchmaschinenoptimierung

Google: Die Wortzahl ist kein Hinweis auf Qualität – oder doch?

John Mueller stellt klar, dass die Wortzahl von Google nicht als Anzeichen für Qualität anerkannt wird. Trotzdem performen längere Artikel oft besser.

© Thomas Lefebvre - Unsplash

Für SEOs wie Content Manager, Texter und Co. ist es eine immerwährende Frage: sind längere Inhalte besser für das Ranking bei Google? In dieser Diskussion meldete sich nun die Stimme der Webmaster zu Wort, Googles John Mueller. Demnach deutet die Wortzahl eines Texts für Google nicht per se auf Qualität hin. Aber haben lange Beiträge nicht doch einen Vorteil?

John Mueller differenziert: Wortanzahl und Detailreichtum sind nicht gleich Qualität

Im Kontext der Frage, ob viele Beiträge mit wenig Wörtern problematisch für die Einschätzung einer Website durch Google sein könnten, hat sich der Webmaster Trends Analyst John Mueller von Google nun bei Twitter eingeschaltet. Er bestätigt eine nur logische Annahme. Kurze Artikel können genauso qualitativ wertvoll sein wie längere. Mehr noch, lange Inhalte können trotz ihrer höheren Wortanzahl einen bestimmten Qualitätsstandard vermissen lassen. Damit wären solche Beiträge für das Googleranking schlechter positioniert; trotz ihrer Länge.

Die Aussagen sind leicht nachvollziehbar. Wer informative und relevante Beiträge in 500 Wörtern schreibt, kann ebenso eine gute Position bei Google erlangen wie eine Website, die mit längeren Artikeln glänzt. Von Interesse ist für Googles Algorithmen eher die Zahl der wichtigen und relevanten Begriffe im Hinblick auf populäre Suchanfragen.

Nichtsdestotrotz liefert Content mit einer höheren Wortzahl gerade im Lichte dieser Anmerkung einige Vorteile. So argumentiert ein User in der Diskussion zu Barry Schwartz’ Beitrag bei SEO Roundtable wie folgt:

Kommentar zu Muellers Aussagen zur Wortzahl, Quelle: SEO Roundtable

Und tatsächlich finden sich viele Studien, die behaupten, dass Content eine bestimmte Länge gut tut, wenn es ums Ranking geht.

Was Studien zur Wortzahl meinen

Während eine Balance zwischen kürzeren und längeren Artikeln sich selbstredend positiv auf die Nutzererfahrung auswirkt, können lange Beiträge einige Vorteile hinsichtlich der SEO bieten. Zumindest finden sich zu dieser Meinung viele Ansätze. Jayson DeMers schreibt bei Forbes, dass Beiträge, die mindestens 600 bis 700 Wörter enthalten, die Möglichkeit bieten Synonyme und Variationen der relevanten Keywords einzubauen. Außerdem, das ist ganz offensichtlich, kann bei solch einer Länge einfach mehr Wissenswertes vermittelt werden. Im vergangenen Jahr hat Noah Kagan von OkDork zusammen mit BuzzSumo 100 Millionen Artikel analysiert und dabei auch die Contentlänge in den Fokus gestellt. Bei der Analyse der zehn Prozent der meistgeteilten Artikel in Social Media zeigte sich, dass längere Beiträge deutlich mehr Shares erreichten.

Die durchschnittlichen Shares im Kontext der Länge der Inhalte nach BuzzSumo und OkDork, © OkDork, BuzzSumo

Viele weitere Studien verweisen auf die Relevanz längerer Beiträge für die SEO. Allerdings muss dabei auf die angesetzten Parameter bei der Analyse geachtet werden. Das macht eine Studie von Can I Rank? deutlich. Hier zeigt sich, dass die höhere Wortzahl durchaus mit einem besseren Ranking in Verbindung steht – jedoch im Rahmen von Beiträgen zwischen 850 und 1.150 Wörtern.

Ranking und Contentlänge bei Beiträgen zwischen 850 und 1.150 Wörtern, © Can I Rank?

Wird eine Skala von null bis 2.500 Wörter angesetzt, sind die Differenzen nicht mehr so drastisch.

Bei einer weiter gefassten Skala zeigt sich im Durchschnitt der Contentlänge ein anderes Bild (mit einem Klick aufs Bild gelangt ihr zur größeren Ansicht), © Can I Rank?

Qualität muss aber vor der Wortzahl kommen

Letztlich ist vor allem von Belang, für welche Themen und Suchanfragen man ranken möchte. Und genauso, ob die Inhalte für die mobile Rezeption optimiert werden. Denn obwohl auf dem Desktop die Verweildauer bei im Schnitt 1.750 Wörtern am größten ist und die Bounce Rate bei Artikeln mit durchschnittlich 1.000 Wörtern am geringsten, ist das Bild mobil etwas anders. Hier ist die Bounce Rate bei Beiträgen mit im Schnitt 572 Wörtern am geringsten; und auch die Verweildauer auf diesen ist höher als bei den längeren Beiträgen mit durchschnittlich 1.750 Wörtern.

Und schließlich sind es ebenso Faktoren wie Verweildauer und Engagement, die für das Ranking relevant werden. Diese Aspekte werden mit Inhalten angestrebt, die genau dem Interesse des Nutzers entsprechen. Dass diese in längeren Artikeln oft mehr Insights finden und dass in solchen Beiträgen mehr SEO-relevante Keywords verortet werden können, ist klar. Trotzdem kann immer mal ein kurzer Beitrag erscheinen, der qualitativ hochwertig ist, weil er aktuell ist oder viele Interaktionen auslöst. Schlussendlich ist die Wortzahl kein Hinweis auf Qualität; dafür gibt es zu viele lange Texte ohne inhaltlichen Mehrwert, der nicht auch in 500 Wörtern hätte dargestellt werden können. Aber für eine langfristige SEO-Strategie bedarf es durchaus auch längerer Beiträge. Denn diese bieten einfach mehr Raum, um die eigene Qualität auszustellen. Sowohl für den Nutzer als auch für Google.

Über Niklas Lewanczik

Niklas Lewanczik

Niklas hat an der Uni Hamburg Deutsche Sprache und Literatur sowie Medien- und Kommunikationswissenschaften studiert und schreibt als Redakteur über Social Media, SEO und innovative Themen im Kontext des digitalen Marketing. Wenn er sich nicht gerade dem Marketing zuwendet, dann womöglich den Entwicklungen im modernen Fußball oder dem einen oder anderen guten Buch.

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