Technologie

Google Transactions macht nahtlose Bestellungen über den Assistant möglich

Transactions bei Google bieten Unternehmen einen neuen, zukunftsgewandten Marketingkanal, der Sprachsteuerung für schnelle Erledigungen der User nutzt.

Googles Assistant bietet Transactions, Screenshot YouTube, © Google

Auf dem Online Marketing Rockstars Festival wurde Transactions von Google für den deutschen Markt vorgestellt. Die Marketingoption gibt Unternehmen die Möglichkeit Produkte und Dienstleistungen per Google Assistant anzubieten, sich auf Sprachbefehle einzustellen und damit auf die Entwicklung der Nutzerbedürfnisse einzugehen.

„Age of Assistance“: Nutzer sind neugieriger und anspruchsvoller

Das Zeitalter der Sprachsteuerung und von Voice Search ist bereits angebrochen. Doch auch allgemein befinden wir uns, was das digitale Nutzerverhalten angeht, in einem „Age of Assistance“. Das erklärt Googles Naomi Makofsky, zuständig für Global Product Partnerships für den Google Assistant, beim Online Marketing Rockstars Festival 2018. Demnach sind die Nutzer schwieriger zufriedenzustellen. Denn sie sind sowohl neugieriger als auch anspruchsvoller in Bezug auf Suchergebnisse beispielsweise, so David Sneddon, Googles Managing Director für Mitteleuropa. Von Google erwarten sie eine passende, ja personalisierte Antwort oder Option bei der entsprechenden Anfrage. Und diese Haltung ist zusehends stärker mit Voice verknüpft.

Zum einen sollen schon 2020 die Hälfte aller Suchanfragen sprachbasiert sein, wie Branded3 und Co. vermuten. Zum anderen gaben in eMarketers Bericht „Chatbots and Virtual Assistants 2017“ 87 Prozent der Werbetreibenden an, dass digitale Assitenten vor 2021 für das Marketing von größtem Interesse sein werden. Daher möchte Google seinen Assistant – weiltweit bereits auf über 100 Millionen Geräten verfügbar – weiter für das Marketing der Unternehmen optimieren.

Actions vs. Transactions: Der Google Assistant wird für Unternehmen attraktiver

Schon seit Oktober 2017 besteht für Unternehmen die Option mit Actions on Google Inhalte über den Assistant an die Nutzer zu vermitteln. Sei es ein Wetterbericht oder einfach eine Information zu bestimmten Zahlen.

Actions on Google beim Assistant, © Google, Quelle: Geeknum

Dabei nutzt der Google Assistant die passendste App für die Anfrage und bringt den Nutzer in die Kommunikation mit dieser.

Mit Transactions eröffnet sich jedoch ein noch attraktiverer Marketingkanal für Unternehmen. Damit sollen Einkäufe, Bestellungen sowie Reservierungen einfach per Sprachsteuerung abgewickelt werden können. Für den Nutzer – gerade unterwegs – eine Vereinfachung. Für die Unternehmen eine Möglichkeit, diesen Nutzern bei digitalen Assistenten die bestmögliche Lösung oder das bestmögliche Angebot zu präsentieren.

Je früher Unternehmen die Möglichkeit des assistierenden Marketings für sich nutzen, desto eher können sie entsprechendes Know-how aufbauen. Wir bei Google freuen uns darauf, eng mit Unternehmen zusammenzuarbeiten und die Zukunft der digitalen Assistenten gemeinsam zu gestalten,

verkündet Naomi Makofsky. Und Google arbeitet hierzulande bereits mit einigen Partnerunternehmen, um zu demonstrieren, wie Transactions funktioniert und welche Vorteile es bietet.

Kooperation mit FlixBus und car2go: Unmittelbare und unkomplizierte Bestellverfahren

FlixBus ist in Deutschland wohl jedermann ein Begriff. Zum Launch des neuen Features von Google bietet das Fernbusunternehmen den Verkauf von Fahrkarten über den Google Assistant an. Nach Googles Angaben soll dann ein Sprachbefehl wie „Frag FlixBus nach einem Ticket von Hamburg nach Berlin“ dazu führen, dass der Assistant mögliche Reiseverbindungen mit dem persönlichen Kalender abgleicht und Vorschläge an den Nutzer weitergibt.

Ähnlich soll es beim Carsharingunternehmen car2go ablaufen. Mit Transactions kann problemlos und vor allem schnell ein Auto gefunden und auch reserviert werden. Dann wird der Nutzer zur car2go-App geleitet, die ihn zum jeweiligen Wagen navigiert. Oliver Redder, CEO der car2go Group meint:

Ein car2go per Sprachbefehl – komfortabler kann urbane Mobilität kaum ermöglicht werden. Unsere Kunden sind interessiert an modernen, technischen Lösungen, die ihr Leben einfacher und mobiler machen. Und wir freuen uns, wenn wir ihnen passende Optionen anbieten können.

Was für die Reservierung für Fahrten mit Verkehrsmitteln gilt, kann auch in anderen Bereichen Anspruch erheben. Die potentiellen Kunden erwarten im digitalen Bereich Hilfestellung bei der Suche nach dem passenden Produkt oder der passenden Dienstleistung. Daher sind auch Bringmeister/ EDEKA, foodora, OTTO und MediaMarktSaturn Partner des Transactions-Programms.

Wie sieht die Bestellabwicklung für den Nutzer aus?

Wenn ein Nutzer nun ein Produkt oder zum Beispiel eine Fahrt bei FlixBus bestellt, stellt sich noch die Frage, wie die Kaufabwicklung vonstatten geht. Die Unternehmen müssen eine App bereitstellen, mit denen die Nutzer kommunizieren und interagieren können; an diese verweist der Google Assistant dann.

Wählt der Nutzer nun etwa eine der FlixBus-Verbindungen in der Kommunikation mit der App des Unternehmens, können einerseits für den Google Assistant eingestellte Zahlungsoptionen zum Tragen kommen. Andererseits kann es auch zum Account Linking kommen. Wenn nämlich der Kunde bei FlixBus einen Account und eine voreingestellte Zahlungsart hat, kann dieser bequem auch für die Buchung über Transactions verwendet werden. In der Folge bekäme der Kunde dann eine Übersicht der Bestellung vorgestellt, die er einfach bestätigen kann. Schon ist die Bestellung abgeschlossen.

Allerdings braucht es (noch) ein spezifisches Keyword im Sprachbefehl der Nutzer, damit die Transactions-Partnerunternehmen aufgerufen werden, also etwa „FlixBus“. Daher eignet sich diese Option zuvorderst vor allem für die Unternehmen, die in ihrem Marktsegment als besonderer Ansprechpartner gelten. car2go und FlixBus sind gute Beispiele, man könnte sich auch Zalando, Kinoketten usw. vorstellen.

Mit dem Launch können Werbetreibende die neue Plattform für ihr Marketing nutzen und sich damit auf dem rasch wachsenden Voice-Markt etablieren.

Für den Ablauf der Transactions können im Developers Blog von Google mehr Informationen gefunden werden. Wer den Vortrag von Naomi Makofsky und David Sneddon noch einmal erleben möchte, kann beim YouTube Channel der OMR die Aufzeichnung der Konferenz ansehe, sobald der Live Stream vorüber ist.

Über Niklas Lewanczik

Niklas Lewanczik

Niklas hat an der Uni Hamburg Deutsche Sprache und Literatur sowie Medien- und Kommunikationswissenschaften studiert und schreibt als Redakteur über Social Media, SEO und innovative Themen im Kontext des digitalen Marketing. Wenn er sich nicht gerade dem Marketing zuwendet, dann womöglich den Entwicklungen im modernen Fußball oder dem einen oder anderen guten Buch.

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