SEO - Suchmaschinenoptimierung

Strukturierte Daten: Google testet Markup für die Sprachsuche

Bei Fragen über den Assistant setzt Google künftig wohl auf Strukturierte Daten, die Content markieren, welcher als Antwort gesprochen werden soll.

Googles Spezifikation für die Strukturierten Daten, © Google

„Hey Google, was gibt es Neues von der NASA?“ Auf solche Fragen an den Google Assistant können Nutzer bald auch gesprochen sehr konkrete Newsbeiträge rezipieren. Dafür sorgt eine Spezifikation der Strukturierten Daten bei Google. Das sprechbare Markup gibt Publishern die Möglichkeit relevante Teile von Beiträgen für die Sprachsuche zu optimieren – ist vorerst jedoch in der Testphase.

Die Sprachsuche gewinnt an Bedeutung; auch für SEOs

Schon für 2020 gilt in Marketingkreisen die Annahme, dass etwa die Hälfte aller Suchen sprachbasiert sein wird. Überhaupt wird die Relevanz von Voice Search extrem zunehmen, was auch Googles Webmaster Trends Analyst John Mueller anerkennt:

Längerfristig gedacht sollten sich Webmaster Gedanken machen, wie sie mit ihrer Website erfolgreich sein können, wenn der Nutzer nicht mehr am Bildschirm hängt. Also alles über Voice oder die verschiedenen Assistents. Wie kann mein Geschäft online relevant sein, wenn niemand meine Inhalte sieht? Im ersten Schritt ist vielleicht der naive Gedanken da, dass man in Richtung Featured Snippets arbeitet, also dass man die Texte vorgelesen bekommt. Aber das bringt ja noch kein Geschäft.

Eine Infografik von Seotribunal zeigt auf, wie stark die Sprachsuche schon jetzt (zumindest in den USA) in den Alltag der Nutzer integriert ist.

Die Spezifikation für Strukturierte Daten: Newsausschnitte als gesprochene Antwort über den Assistant

Daher setzt Google bei den Strukturierten Daten nun auf eine Spezifikation. TV Raman, Senior Staff Software Engineer bei Google, klärte diese Woche im Blogpost darüber auf, dass qualifizierte Publisher mit einem besonderen Schema Markup nun optimiert auf Sprachsuchen reagieren können. Die „Speakable“ genannte Spezifikation wird beim Kooperationspartner Schema.org wie folgt definiert:

Indicates sections of a Web page that are particularly ’speakable‘ in the sense of being highlighted as being especially appropriate for text-to-speech conversion.

Google spezifiziert dazu:

The speakable schema.org property identifies sections within an article or webpage that are best suited for audio playback using text-to-speech (TTS). Adding markup allows search engines and other applications to identify content to read aloud on Google Assistant-enabled devices using TTS. Webpages with speakable structured data can use the Google Assistant to distribute the content through new channels and reach a wider base of users.

Das heißt, dass die Nutzer selbst auf eine eher vage Frage an den Assistant eine sprachlich formulierte Antwort erhalten, die vom Publisher in den Strukturierten Daten quasi angelegt ist. Im Beispiel Googles ist das die Frage „Hey Google, what’s the news on NASA?“ Die Antwort lautet hier: „According to example.com , astronomers believe they have seen a star ‘devouring‘ a planet for the first time ever […] “ Die Antwort ist ein Ausschnitt aus einem Newsartikel, der zur Anfrage passt. In der Folge dieser ersten Antwort soll der Assistant den Nutzer fragen, ob dieser einen weiteren Artikel (oder einen Ausschnitt daraus) hören möchte. Außerdem werden relevante Links an das mobile Gerät des Nutzers geschickt.

Bisher nur für einige Publisher in den USA

Publisher im Bereich News können ihre Beiträge über den Assistant mit dem neuen Markup hervorheben. Dabei ist der Test bislang nur für die USA relevant, wo Publisher sich als qualifiziert erweisen müssen, um teilzunehmen. Das funktioniert dort über das Publisher Center, wo die Website zur Aufnahme eingereicht werden kann. Oder der Publisher meldet sich valide beim Google News Producer an.

Für Google Home-Geräte in den Vereinigten Staaten und englischsprachige Nutzer ist die sinnvolle Spezifikation der Strukturierten Daten also schon da. Wie sie dort implementiert werden kann, zeigt Google beim Developers Blog.

Spannender für die Sicht aus Europa ist jedoch: sobald genug Publisher das Markup für die Sprachsuche implementiert haben, soll es für weitere Sprachen und in mehr Ländern ausgerollt werden. Damit dürften künftig die SEOs bei Publishern neue Möglichkeiten erhalten, um sich auf die nuancierte und differenzierte Sprachsuche der Nutzer einstellen zu können. Denn diese stellt alle Webmaster vor eine neue Herausforderung. Mit dem neuen Markup wird die Notwendigkeit, sich dieser Aufgabe anzunehmen, nurmehr beschleunigt.

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