Künstliche Intelligenz

Google will Gesichtserkennung mithilfe von Social Media-Daten revolutionieren

Mit dem Patent will Google Gesichtserkennung um eine Vielzahl an Daten anreichern. Es ist aber noch unklar, wie das Unternehmen die Funktion anwenden will.

© Sebastiaan Stam - Unsplash

Google hat einen Plan. Das Unternehmen will die Gesichtserkennung revolutionieren. Grundlage dafür sollen Social Media Accounts, Terminkalender und andere Daten bieten.

Am 24. Juli veröffentlichte das US-Patentamt Googles neue Technologie. „Facial Recognition with Social Network Aiding“ soll Gesichter erkennen, um soziale Verbindungen zu analysieren, so dass Personen auf Fotos identifiziert werden können. Diese Reverse Image Search sucht visuelle Hinweise in Fotos und vergleicht diese dann mit ähnlichen Aufnahmen. Funktionieren soll das Ganze relativ reibungslos. Solange Fotos gut ausgeleuchtet sind und eine hohe Auflösung haben, funktioniert die Technologie.

Die Vision des Patents

Um das Prinzip der neuen Technologie von Google zu verdeutlichen, führt der Bryan Clark auf The Next Web ein Beispiel an. Wenn man ein Facebook-Profilfoto von einer Freundin aus der Schulzeit in die Suche einfügen würde, stehen die Chancen hoch, dass Google ausschließlich auf den Facebook Account verweist, der dieses Profilbild verwendet.

Das neue System, das auf künstlicher Intelligenz basiert, soll das ändern. Dieses soll Gesichter auf Fotos nicht nur identifizieren, sondern auch weitere Faktoren in die Suche miteinbeziehen. So ist geplant, dass bei der Suche auch Daten über die Kommunikation, aus sozialen Netzwerken, Partner Apps und sogar den persönlichen Kalendern eine Rolle spielen. Um diese Ergebnisse zu erzielen, geben Benutzende ihr visuelles Suchobjekt in Form eines Bildes, eines Screenshots oder eines Scans ein. Daraufhin gleicht das System ähnliche Aufnahmen ab und soll mögliche Übereinstimmungen mithilfe von den vorhin genannten Datenquellen erkennen.

Es werden auch relevante Daten über die Suchenden mit in die Suche einbezogen. Der Wohnort, das Alter, die Arbeit, Informationen aus sozialen Netzwerken und weitere Daten sollen dafür sorgen, dass Google nur komplett relevante Ergebnisse für die visuelle Suche liefert. So sind Verbindungen zwischen der suchenden und der gesuchten Person auf dem Foto essentiell für die Ergebnisse, die geliefert werden. Wenn man zum Beispiel ein Foto eines Arbeitskollegen Alex sucht, versichert sich die Technologie, dass es wirklich Alex ist, nach dem gesucht wird. Diese Absicherung erfolgt über die Daten des gleichen Arbeitgebers, gemeinsame Freunde auf Facebook und andere Faktoren. Auf die gleiche Weise würde auch die Bildsuche nach einer alten Schulfreundin funktionieren. Die Verbindung zwischen der suchenden und der gesuchten Person bestünde demnach in der Heimatstadt, der gemeinsamen Schule und einem ähnlichen Alter.

Wie will Google das Patent einsetzen?

Doch eine nicht von der Hand zu weisende Frage bleibt offen. Auf welche Art und Weise will Google dieses Patent nutzen? Clark meint, man könne sich sicher sein, dass Reverse Image Search und Google Photos profitieren würden, denn die neue Technologie würde das Markieren von Personen auf Gruppenfotos automatisieren.

Dennoch gibt es viele bedenkliche Faktoren. Google könnte unter anderem anfangen Daten an Strafverfolgungsbehörden zu übermitteln, so wie Amazon dies bereits handhabt. Will Google mit dem neuen Patent ein Konkurrenzprodukt zu Amazons KI-Programm „Rekognition“ liefern? Dieses liefert Daten über Gesichtserkennung in Echtzeit an einige Polizeistellen in den USA. Auch wenn Google das Google Glass wiederaufnehmen will, könnte diese neue Technologie bedenklich werden. Des Weiteren verzeichnet Google in seinem Patent, dass in gewissen Szenarien, die Google undefiniert lässt, sich eine Person erst anmelden müsse, um ihre Identität in die Suchergebnisse mit aufzunehmen.

Bis jetzt ist diese Technologie nur ein Patent und keine ausgerollte Software. Falls es soweit kommen wird, wird sicherlich ethischer und datenschutzrechtlicher Gegenwind wehen. Immerhin haben einige Länder bereits Gesetze erlassen, die die Verwendung von Gesichtserkennungsdaten einschränken.

Über Maja Hansen

Maja Hansen

Seit 2017 unterstützt Maja die Redaktion von OnlineMarketing.de. Dabei widmet sie sich primär dem Karrieremagazin mit den Themenfeldern rund um Jobs und Karriere, schreibt aber auch über digitales Marketinggeschehen.

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