SEO - Suchmaschinenoptimierung

Google bringt Daten in Tabellenform in die Suche – und gewinnt an Macht

Google optimiert die Strukturierten Daten soweit, dass Publisher bald tabellarische Daten für die Suche aufbereiten können. Das hilft vor allem Google selbst.

Google bringt Daten in Tabellenform in die Suche, © Google

Die Suche nach passenden und seriösen Daten treibt nicht nur den normalen Nutzer mit spezifischen Interessen um. Auch Journalisten, Wissenschaftler oder Hobbyforscher suchen längst online nach passenden Quellen. Wenn es um die Darstellung von tabellarischen Daten geht, setzt Google nun auf Strukturierte Daten, die diese aus Beiträgen direkt in die SERPs bringen können. Damit ist dem Nutzer genauso wie Google sehr geholfen, dem Publisher aber nur bedingt.

Daten in Search zu ermitteln wird einfacher

Google bringt ein neues Feature für die Suche. Es soll Nutzern helfen, Daten zu spezifischen Suchanfragen in Tabellenform bereits in den SERPs ausfindig zu machen. Immerhin setzen heutzutage immer mehr Publisher auf Datenjournalisten. Google kommt in einer Studie von 2017 auf den Wert von 51 aller europäischen und US-amerikanischen Newsorganisationen, die einen solchen Journalisten beschäftigen. Die Zahl steigt auf 60 Prozent, wenn nur digitalbasierte Organisationen in Betracht gezogen werden. 42 Prozent der Journalisten bei Newsportalen oder -zeitungen aus der Umfrage stützen ihre Berichte demnach mit Daten wie Zahlen.

Nun wird man bei der Suche aus Überschriften von Beiträgen hinsichtlich der enthaltenen Daten nicht immer schlau. Dazu kommt, so Simon Rogers, Data Editor beim Google News Lab, im Blogpost, dass relevante Daten häufig in verschiedenen Mustern angegeben werden. Doch gerade bei vergleichenden Dateninformationen – sei es beispielsweise zu den Ausgaben für die Lobbyarbeit bestimmter Organisationen – ist eine Tabelle ein sinnvolle Darstellungsoption. Ein Beispiel von LobbyFacts.eu untermalt dies:

Tabellarische Auflistung von bestätigten Lobbyausgaben deutscher Organisationen, © LobbyFacts.eu

Google hat jedoch Schwierigkeiten, die für die Suchanfragen relevantesten tabellarischen Darstellungen auszumachen und zu verstehen. Daher können diese mitunter schonmal nicht bei den am besten gerankten Ergebnissen erscheinen. Aus diesem Grund hat die Suchmaschine mit Hilfe des Feedbacks von 30 weltweit anerkannten Datenjournalisten eine Lösung geschaffen. Damit soll es Google selbst erleichtert werden, relevante tabellarische Daten zu ermitteln, sodass diese unmittelbar in den SERPs angezeigt werden können. Das wird dann wiederum den suchenden Nutzer erfreuen.

Wer Daten in Tabellenform veröffentlicht, kann diese für die Suche optimieren

Newsorganisationen können nun zusätzliche Strukturierte Daten anwenden, um ein tabellarisch dargestelltes Datenset aus einem Beitrag für Google einfacher identifizierbar zu machen. Somit erhöht sich die Chance, dass solch eine relevante Tabelle bei Googles Search Features dann prominenter auftaucht. Womöglich sogar unmittelbar in den SERPs. Wie das Ganze dann aussehen kann, zeigt ein Vergleich der Googlesuche nach „google foundation total expenses 2014“. ProPublica, die hierzu Daten veröffentlicht haben, testeten die neuen Strukturierten Daten und Google zeigt nun direkt einen Ausschnitt aus der betreffenden Tabelle in der Suche.

ProPublicas Tabelle wird dank neuer Strukturierter Daten in der Googlesuche angezeigt, © Google

Dabei können die Publisher im Newsbereich die Strukturierten Daten dem bereits existierenden HTML-Code zur Seite hinzufügen. Insofern haben sie weiterhin die Kontrolle darüber, wie diese Tabellen dem Nutzer präsentiert werden, meint Rogers. Scott Klein, Deputy Managing Editor bei Testorganisation ProPublica, meint:

As a news organization that is focused on having real-world impact, it’s very much in our mission to give people information at the point of need. If we can make the data we’ve worked hard to collect and prepare available to people at the very moment when they’re researching a big life decision, and thereby help them make the best decision they can, it’s an absolute no-brainer for us. And the code is trivial to add.

News Publisher, die Interesse haben, können hier Googles entsprechende Developer Documentation nachvollziehen.

Neues Search Feature für Publisher nur bedingt hilfreich

Dass Nutzer sich über diese Option, direkt in der Suche strukturell aufbereitete Daten finden zu können, freuen werden, dürfte klar sein. Wenn nach bestimmten Vergleichen oder Angaben zu Quartalszahlen usw. gesucht wird, ist eine bei Google auftretende Übersicht mehr als hilfreich. Damit kann auch die richtige Quelle schneller und zielgerichteter identifiziert werden. Für den Publisher dieser Daten ergibt sich potentiell jedoch ein Problem: werden in der Vorschau in den SERPs bereits die relevantesten Daten der Tabelle preisgegeben – oder sogar die ganze grafische Übersicht –, bleibt der Klick des Suchenden auf die originäre Seite womöglich aus. In diesem Falle hätte der Publisher zwar mit seinem Content gewissermaßen Reichweite generiert, aber nicht in Form von Traffic für die eigene Seite.

Dieser Fall dürfte den Nutzer nur am Rande berühren. Er sucht, und das zumeist bei Google, nach den passenden Daten und wird dort fündig. Mit solch gut aufbereiteten Angaben, wie Google sie dank der Implementierung von Strukturierten Daten bei Publishern für die Suche ermitteln kann, steigt dann nicht nur das Renommee für die Fertigkeiten der Suchmaschine. Ebenso wird die Verweildauer auf Google erhöht – was wiederum die Möglichkeiten für die Vermarktung optimiert. So hat das Update der Strukturierten Daten viele Vorzüge für die Nutzer und bietet sicherlich den News Publishern einige Chancen; gerade solchen, die sich auf die starke Aufbereitung gut recherchierter Daten verstehen. Am Ende bleibt Google dabei aber der größte Nutznießer und steigert weiter seine Macht. Nicht nur anderen Suchmaschinen gegenüber, sondern auch als potentielles digitales Monopol für die Informationsvermittlung.

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