Social Media Marketing

Facebook: Verkauf von Gruppen verstößt gegen Nutzungsbedingungen

Gruppen sind auf Facebook gerade sehr populär. Das hat eine steigende Nachfrage an selbigen durch Unternehmen zur Folge.

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Ob Hunderassen, Drohnenfliegen oder Strickmuster – Facebook Gruppen gibt es nicht nur für jedes erdenkliche Interesse, sie versammeln auch tausende von Usern in den geschlossenen Räumen. Sowohl Engagement als auch Interaktionen in Gruppen sind hoch, weit höher als im Newsfeed, und ein Grund dafür, dass Facebook unter anderem die Gruppen derzeit pusht. Da Gruppen auch für Marken zunehmend interessanter werden, steigt die Nachfrage nach Verkäufen. Facebook hat jetzt klar gestellt, dass ein solches Vorgehen gegen die Richtlinien verstößt.

Kein klares Verbot: Verkauf von Gruppen ist bislang Grauzone

Wie eine Investigation der BBC offenlegte, gibt es eine steigende Nachfrage am Verkauf gut laufender Gruppen auf Facebook. So verließen etwa vergangenen Monat 25.000 Mitglieder eine Londoner Gruppe aus Protest, weil sie vom Admin verkauft worden war. Wie ein Käufer angab, werden die Gruppen genutzt, um das eigene Business zu promoten und unter der Hand Werbeplätze zu verkaufen. Auch andere Admins berichteten von derartigen Anfragen durch Unternehmen. Gruppen sind insbesondere fürs Marketing spannend, da sie momentan noch sehr hohe Reichweiten bei geringem Aufwand versprechen.

Facebook öffnete der Praxis Tür und Tor: In den Nutzungsbedingungen wurde ein Verkauf nicht explizit ausgeschlossen und lag somit in einer Grauzone:

  • [Du darfst] dein Passwort nicht weitergeben, anderen keinen Zugriff auf dein Facebook-Konto gewähren bzw. dein Konto nicht an jemand anderen übertragen (ohne unsere Genehmigung).
  • Du darfst keines der dir im Rahmen dieser Nutzungsbedingungen zustehenden Rechte bzw. keine der dir obliegenden Pflichten ohne unsere Einwilligung an andere übertragen.

Zwar untersagt die Plattform die Weitergabe von Kontodaten an Dritte, wie und vor allem warum dies aber durch Facebook sichergestellt werden soll, bleibt offen. Zudem ist die Weitergabe der Adminrechte aus Gruppen verhältnismäßig einfach, was Facebook wiederum eine adäquate Durchsetzung erschwert.

Nach der Veröffentlichung der BBC stellte Facebook schnell klar, dass der Verkauf von Gruppen auf der Plattform untersagt ist und unter die Kategorie Spam fällt: „We do not allow people to sell site privileges on Facebook, which includes selling admin roles or space on a page or group to display a third-party ad“. Zwar wurden die Nutzungsbedingungen in der Spam-Kategorie nach der Klarstellung noch nicht aktualisiert, es ist jedoch davon auszugehen, dass dies in Kürze folgen wird. 

Facebooks Beitrag an zunehmenden Verkäufen

Facebook hat es Admins bisher allerdings auch nicht schwer gemacht, im Zuge ständiger Neuerungen sogar vereinfacht, ihre Rechte an Dritte zu übertragen. Das Problem hat die Plattform sich in den vergangenen Jahren also selbst herangezüchtet. Der ausgefeilte Algorithmus trägt sicherlich durch die Einschränkung organischer Inhalte ebenfalls seinen Teil zu der Entwicklung bei, dass Marketer sich andere Wege suchen, um ihre Sichtbarkeit zu erhalten. Dass derartiges auch Spammer anzieht, liegt in der Natur der Sache.

Über Tina Bauer

Tina Bauer

Studierte Sozialwissenschaftlerin mit Hang zu Online und Marketing. Seit 2014 als Redakteurin & Content Managerin bei OnlineMarketing.de.

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