Suchmaschinenmarketing

Facebook: Monetarisierung auf Googles Spuren

Werbeträger auf der Suche nach der perfekten Anzeige – eine Reise durch die Geschichte des Display Advertising.

Die Werbeanzeigen wanderten im Laufe der Geschichte Googles vom Randbereich immer weiter in den Suchergebnisbereich. Durch die bewusste oder unterbewusste Konzentration der Nutzer auf die Mitte der Website und die immer schwieriger werdende Unterscheidbarkeit von den Suchergebnissen werden die Anzeigen immer erfolgreicher: Während die immer noch beliebte rechte Spalte Klickraten von 1% oder sogar weniger provoziert, überzeugt die neue Platzierung mit Raten von teilweise mehr als 30%.

Für die organische Wirkung ist aber nicht nur die die Platzierung verantwortlich. Im Laufe der Entwicklung experimentierte Google mit verschiedenen farblichen Elementen und Formen der Hervorhebung. Hier eine kurze Landkarte der historischen Stationen. Vielen Dank für die beiden folgenden Screenshots an advia.

Nachdem die erste Version von Google noch keine Werbung zeigt, folgen mit dem Start von AdWords im Jahr 2000 die ersten Anzeigen, zu Anfang noch am oberen Rand und in einer Seitenleiste rechter Hand. Die Kopfleiste direkt unter dem Suchschlitz spannt sich über die gesamte Seitenbreite und ist mit einem hellen Pink hervorgehoben. Anzeigen am rechten Rand befinden sich in einem hellblauen Kasten und zeigen ein vergessenes Artefakt: Die „Interest Bar“, eine Bewertungsform der Klickraten.

google-adwords-evolution-02-2000

Mit dem Ziel, diese zu steigern experimentiert Google in den kommenden Jahren mit hunderten verschiedenen Variationen. Die Farben wechseln von Blau über Gelb bis hin zu Grau oder Pink, während die Anzeigen in der Kopfleiste zum Teil verschieden Farben vorweisen. Diese Phase zieht sich bis zum Jahr 2004, in dem erstmals ein stabiles Gerüst ensteht.

An Stelle des Kastens tritt eine durch einen hauchdünnen Strich getrennte Seitenleiste, die sich farblich nicht von den Suchergebnissen unterscheidet. Anzeigen im oberen Rand werden dabei auf die Breite der organischen Suchergebnisse begrenzt. Hier ein Screenshot von 2005:

google-adwords-evolution-14-2005

Gegen 2007 nimmt die obere Leiste die hellgelbe Farbe an, die wir heute noch kennen. Bis zur heutigen Form passiert jedoch noch einiges. Features kommen und gehen, bis im Jahr 2012 mit einer kompletten Umgestaltung der Seite die Grenze zwischen organischen Ergebnissen und Werbeinhalten immer weiter verschwimmt. Heute sehen die Suchergebnisse bei populären Anfragen etwa so aus:

googleheute

Facebook schlägt seit der recht frühen Kommerzialisierung einen ähnlichen Weg ein und geht in einem deutlich kürzeren Zeitrahmen sogar noch ein paar Schritte weiter als der Suchmaschinenriese.

Am Anfang des sozialen Netzwerks sind die Anzeigen noch vom Hauptfenster abgegrenzt in der linken unteren Ecke platziert. Hier ein Screenshot des damaligen Designs aus dem Jahr 2006:

Facebook200601

Mit der Einführung der „Facebook Ads“, Engagement Ads und den umgestalteten Facebook Pages wächst auch das Interesse werbender Unternehmen am sozialen Netzwerk. Die Folge sind umfangreichere Werbeverträge und damit eine Umgestaltung der Anzeigenwerbung. Im Jahr 2009 nach dem umstrittenen Relaunch werden die Werbeanzeigen bereits in einer separaten Seitenleiste mit einem grauen Trennstrich gesammelt und deutlich zahlreicher als noch zu Beginn:

2009

Im Januar 2012 folgen bereits erste Anzeigen im Newsfeed der neuen Chronik, die sich kaum noch von echten Inhalten unterscheiden. Dazu gehören die 2011 erstmals eingeführten Sponsored Stories, also hervorgehobene Interaktionen, sowie gesponserte Seiten- und Eventvorschläge. Diese sind nahtlos eingefügt und verbinden Anzeigen mit einem Vertrauens- und Aufmerksamkeitsbonus, der von Freunden des Nutzers stammenden Beiträgen widerfährt. Hier ein aktueller Screenshot mit dem alleinigen Kennzeichnungsmerkmal „Gesponsert“.

facebooktoday

Diese schleichende Entwicklung lässt erahnen, dass weder bei Facebook, noch bei Google an diesem Punkt die Grenze erreicht ist. Google bringt immer neue Funktionen wie die Verknüpfung mit den eigenen Produkten des Unternehmens, etwa Google Plus. Der Platz für die organischen Suchergebnisse schrumpf dabei zusehends.

Bei Facebook kann jeder die Häufung der Sponsored Stories am eigenen Leib erfahren.  Mit der angekündigten Aufteilung des Newsfeeds in spezifische Kategorien wird neben größeren Anzeigen und Bildern auch eine gezieltere Platzierung der Anzeigen möglich – für Advertiser eine erfreuliche Nachricht.

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