Social Media Marketing

Facebook wird in Inuktut übersetzt – Die digitale Vernetzung der Inuit

Das Soziale Netzwerk treibt die Übersetzung in Inuktut voran, das die zwei Hauptsprachen der Inuit in Nordkanada umfasst. Das bringt Vorteile für Viele.

Facebook wird in Inuktut übersetzt, © Inuit Uqausinginnik Taiguusiliuqtiit

Hoch oben im Norden Kanadas: auch hier ist Facebook inzwischen als wichtige Kommunikationsplattform angekommen. Doch die Inuit würden dem Social in Social Media gern mit ihren traditionellen Sprachen Leben einhauchen. Daher strengt Facebook nun ein Programm an, mit dem die Plattform in Inuktut übersetzt wird; damit die Inuit genau so gern auf Facebook gehen wie der Rest der Welt.

Inuktut wird ein großer sozialer Wert beigemessen

Die Kommunikation der Inuit ist keineswegs auf Sprachen wie Inuktitut oder Inuinnaqtun, die unter dem Namen Inuktut zusammengefasst werden, beschränkt. Sowohl Englisch als auch Französisch werden von vielen Einwohnern des Territoriums Nunavut beherrscht. Dennoch haben viele der Inuit zu den Sprachen des Inuktut als ihrer Muttersprache eine besondere Beziehung. Aluki Kotierk, Präsidentin der Nunavut Tunngavik Incorporated (NTI) und damit politische Repräsentantin der Inuit in Nunavuk, erklärte bei The Globe and Mail:

You’re always getting the message that your language is not quite at par with French or not quite at par with English. So it’s crucially important that Inuit who speak Inuktut are able to use Inuktut in any aspect of their lives, whether it’s public sector or private sector.

Im Bericht von Gloria Galloway wird deutlich, dass Kevin Chan, der Head of Public Policy bei Facebook in Kanada, sich der Relevanz der Plattform für indigene Bevölkerungsgruppen des Landes bewusst ist. In den weniger dicht besiedelten Gebieten wird Facebook bei einem Internetzugang als essentielles Kommunikationsmittel verwendet. Insofern verbindet das Soziale Netzwerk dort bereits Menschen miteinander. Allerdings möchte Kotierk, die sich besonders für den Erhalt der Sprachen der Inuit einsetzt, dafür kämpfen, dass auch im digitalen Zeitalter Räume entstehen, die die Kommunikation über Inuktut erlauben.

Facebook arbeitet mit Sprechern von Inuktut zur Übersetzung

Das Projekt zur Übersetzung von Facebook in die Sprache der nordkanadischen Inuit findet in Kooperation mit NTI statt. Außerdem ist das Inuit Uqausinginnik Taiguusiliuqtiit, das offizielle Sprachinstitut Nunavuts, beteiligt. Dabei werden aktiv Facebook-Nutzer um Hilfe gebeten. Über die Translate Facebook App sollen Sprecher von Inuktut die Übersetzung vorantreiben. Bei der App werden den Sprechern Wörter aus Facebooks Interface präsentiert. Das berichtet City News aus Toronto.

That would mean simple things like the ‘share’ and ‘comment’ buttons, having those read in Inuktut. But there are also more complicated phrases that are part of the Facebook interface as well […]  All of those things would be translated into Inuktut,

erklärt Kevin Chan dem Publisher.

Daraufhin werden sie gebeten, die passende Übersetzung in ihre Sprache anzugeben. Zudem kann bei vorgeschlagenen Phrasen über die entsprechend passende abgestimmt werden. Die Ergebnisse sollen die Facebook-Version in den Sprachen der Inuit formen. Bisher können die Nutzer bei Facebook schon Posts im Silbensystem etwa der Sprache Inuktitut erstellen. Das zeigt das Beispiel der Canada Post zum Nunavut Day.

Trotzdem war der Wunsch da, auch das Interface in der entsprechenden Sprache zur Verfügung zu haben. Sodass die Inuit Nunavuts ihre Social Media-Erfahrung in einem vertrauteren Rahmen wahrnehmen können. Allerdings wird das Interface auf das lateinische Alphabet zurückgreifen. Damit sollen so viele Nutzer wie möglich einen simplen Zugriff erhalten können.

Providing an interface and allowing communications in our language is one of the ways we can encourage our people to use our language in all areas, including the very widely used social media,

bestätigt Mary Thompson, Chefin des Inuit Uqausinginnik Taiguusiliuqtiit.

Facebook stärkt die Community – und den eigenen Einflussbereich

Während Facebook mit dem Projekt womöglich zum Erhalt von Sprachen und zur optimierten Kommunikation in Nunavut beiträgt, hat dieses Bestreben auch Vorteile für das Unternehmen. Denn wenn mehr Inuit Facebook auch in der Landessprache nutzen können, dürfte sich die Zahl der Nutzer in der Region erhöhen. Das mag zur Folge haben, dass die Community in Nunavut anwächst. Und eventuell stellt diese dann künftig für regionalbasierte Marketer einen Markt dar, der mit spezifischen Ads bespielt werden will. Insofern eröffnet Facebook mit seiner multikulturellen und multilingualen Ausrichtung fruchtbare Kommunikationsräume. Dass diese aber auch vermarktet werden können, darf nicht vergessen werden.

Nichtsdestotrotz bietet die Kooperation der öffentlichen Stellen aus Nunavut und Facebooks für beide Parteien einen guten Weg, der digitale Innovation und kulturelles Erbe zusammenbringt. Wenn in diese Gleichung die Variable der Werbung Einzug hält, mag das nicht zu ändern sein; aber der Fortschritt für die Anerkennung indigener Sprachen ist bemerkenswert.

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