Social Media Marketing

Erfolgreiches Emoji Marketing: Diese Kampagnen zeigen, wie es geht

Emoji Marketing bietet unmittelbaren Kontakt zum User. Ihr Einsatz sollte allerdings mit Bedacht gewählt werden und zur Marke passen.

© Flickr / Mike Mozart, CC BY 2.0

Mit dem Aufstieg der Emojis kommen für Marketer neue Wege der Werbedarstellung in Frage. Wie diese ohne Fauxpas beschritten werden können, zeigen wir mit einigen effektiven Kampagnen des Emoji Marketing.

Emoji Marketing – lohnenswert und doch riskant

Dass Emojis, die heute in der digitalen Kommunikation gerade im Social Web alltäglich sind, auch Werbezwecken dienen können, liegt auf der Hand. Doch höhere Interaktionsraten stehen einem großen Störpotential gegenüber. Wir berichteten, dass laut quintly die Interaktionsraten bei Posts auf Instagram mit Emojis um 17 Prozent höher ausfallen. Das heißt, dass die User mit den Bildschriftzeichen gut erreicht werden können. Stimmungen und Gefühle können unmittelbar übertragen werden. Diese Eigenschaft eignet sich auch dafür, Produkte und Leistungen auf eine bestimmte Art zu präsentieren.

Aber an dieser Stelle müssen Marketer aufpassen. Vor allem diese drei Dinge stellen beim Emoji Marketing eine Problematik dar:

  • missverständlicher Einsatz von Emojis
  • die falsche Zielgruppenausrichtung
  • übereifriger Einsatz von Emojis

Um aufzuzeigen, was User von Texten und Kampagnen mit Emoji-Einsatz halten, hat YouGov eine Studie erstellt. Diese zeigt, dass – was nicht überraschend ist – vor allem junge Leute die Aussagen der Emojis verstehen.

Emojis bieten vor allem jungen Leuten Aufschluss über Texte, in denen sie vorkommen, © YouGov

Emojis bieten vor allem jungen Leuten Aufschluss über Texte, in denen sie vorkommen, © YouGov

Zudem wird deutlich, dass der umfassende Einsatz von Emojis großteils als zu bemüht betrachtet wird.

User glauben, dass Marken weniger Emojis einsetzen sollten, © YouGov

User glauben, dass Marken weniger Emojis einsetzen sollten, © YouGov

Ineffektives Emoji Marketing – solche Kampagnen verwirren die User

Da nun die Stolpersteine beim Einsatz von Emojis im Marketing genannt wurden, sollen zunächst Beispiele gezeigt werden, die verwirrendes Emoji Marketing darstellen. In der Folge können erfolgreiche Kampagnen dann aufzeigen, wie es richtig geht.

Dass eher Produkte oder Dienstleistungen für die jüngeren und mittelalten Leute mit Emojis beworben werden, versteht sich. Doch gibt es Kampagnen, die den Einsatz der beliebten Bildschriftzeichen scheinbar mehr aufgrund ihrer Popularität als ihrer Notwendigkeit genutzt haben. Das führt eindeutig zu Verwirrung, wo eigentlich der Kunde klar angesprochen werden soll. Ein Beispiel bietet Getränkehersteller Tampico.

Tampicos fragwürdige Werbung mit Emojis, Screenshot HubSpot

Tampicos fragwürdige Werbung mit Emojis, Screenshot HubSpot

Bei dieser Reihe von Emojis fragst du dich: warum und wofür wurden sie gesetzt? Obwohl die positive Konnotation klar ist, scheint die Auswahl doch willkürlich. In Bezug auf den von vielen Usern bemängelten übereifrigen Einsatz von Emojis hat Chevrolet 2015 mit einer Pressemitteilung den Vogel abgeschossen.

Die verwirrende Emoji-Pressemitteilung von Chevrolet, Screenshot HubSpot

Die verwirrende Emoji-Pressemitteilung von Chevrolet, Screenshot HubSpot

Diese Beispiele dürften zur Abschreckung dienen. Doch es gibt auch Mittel und Wege, die Emojis effektiv zu nutzen.

Sinnvoller Emoji-Einsatz – diese Kampagnen zeigen, wie es gehen kann

Für eine gelungene Integration von Emojis in Werbekampagnen braucht es das Wissen um die Zielgruppe und deren Vorlieben und Gewohnheiten. Aber auch Einfallsreichtum spielt hierbei eine sehr große Rolle. Für das Verständnis der User, das ja vorausgesetzt sein muss, sollten auch gängige Emojis eingesetzt werden. Das mit Abstand meistverwendete Zeichen weltweit ist das „Gesicht mit Lachtränen“.

Die meistverwendeten Emojis weltweit, © University of Michigan

Die meistverwendeten Emojis weltweit, © University of Michigan

Für Werbung – gerade großer Marken – eignen sich jedoch eher eigenständige Emojis. Auch bestimmte Kombinationen sind oft hilfreich, um Aufsehen zu erregen.

Ein Beispiel für den funktionalen Einsatz von Emojis bietet Domino’s. Hier kann mit dem Senden eines Pizza-Emojis eine solche bestellt werden. Die populäre Funktion erlaubt dem Unternehmen, auch auf dieser Basis zu werben.

Domino's Emojis Marketing mit Pizzen, Screenshot Econsultancy

Domino’s Emojis Marketing mit Pizzen, Screenshot Econsultancy

Wenn es um die Verwendung eigener Emojis und um die humorvolle Kombination dieser geht, zeigt McDonald’s mit einer Kampagne gute Anlagen.

 

Humorvolles Emoji Marketing von McDonald's, Screenshot SEOPressor

Humorvolles Emoji Marketing von McDonald’s, Screenshot SEOPressor

Hier wird auf komplizierte Alltagssituationen referiert, bei denen ein Besuch im Restaurant Abhilfe schafft. Das ganze wird lustig und verständlich dargestellt, es hat eine Unmittelbarkeit inne, die aufgrund der Bildhaftigkeit direkt Assoziationen hervorruft.

Assoziative Emojis bei McDonald's, Screenshot SEOPressor

Assoziative Emojis bei McDonald’s, Screenshot SEOPressor

Emojis zu Assoziationen machen

In Sachen Assoziation hat Marktriese CocaCola im Jahr 2015 einen Coup mit einem Marken-Emoji gelandet. Unter dem Hashtag Shareacoke wurden ikonographisch zwei Cola-Flaschen dargestellt. Innerhalb von 24 Stunden hatte dieses Bildzeichen nach eigenen Angaben über 170.500 Reaktionen weltweit hervorgerufen.

Der erfolgreiche #Shareacoke Emoji von CocaCola, Screenshot CocaCola Company

Der erfolgreiche #Shareacoke Emoji von CocaCola, Screenshot CocaCola Company

Während CocaCola auf sein eigenes Zeichen setzt, hat Pepsi mit der Kampagne #SAYITWITHPEPSI große Wellen geschlagen. Nutzer können die vielfältigen sogenannten PepsiMojis nicht nur im Chat verwenden, sondern beispielsweise auch als Filter bei Bildern. Sie werden ermutigt, mit Hilfe der Emojis ihr Engagement zu steigern.

Die Nutzungsoptionen für PepsiMojis, Screenshot Sayitwithpepsi

Die Nutzungsoptionen für PepsiMojis, Screenshot Sayitwithpepsi

Dabei nutzt Pepsi geschickt den Trend um die Verwendung der Zeichen, um die eigene Marke in dieser Kommunikation zu etablieren.

Der Erfolg solcher Kampagnen liegt also auch in der assoziativen Wirkung begründet. Ein letztes Beispiel zeigt, wie man sich von der Masse abhebt; und das für einen guten Zweck. WWF erstellte Emojis zu bedrohten Tierarten. Die Idee dahinter ist, dass User sich bei WWF registrieren und für die Verwendung der im wahrsten Sinne des Wortes speziellen Emojis 10 Cent zahlen. Besonders der Panda Emoji könnte bei diesem Unterfangen Aussicht auf Erfolg haben.

WWF Emojis bedrohter Tierarten, Screenshot SEOPressor

WWF Emojis bedrohter Tierarten, Screenshot SEOPressor

Die Chancen des Emoji Marketing

Letztlich zeigt sich bei den genannten Beispielen, dass vor allem große Marken auf erfolgreiche Emoji Kampagnen zurückgreifen können. Das liegt an zwei grundsätzlichen Dingen: Der schnellen Assoziation und der globalen Verwurzelung. Doch auch kleinere Unternehmen könnten sich mit cleverem Einsatz von Emojis hervortun. Die Negativbeispiele müssen im Hinterkopf bleiben, allerdings kann man auf einige eindeutige Vorteile bauen:

  • eine Sprachbarrieren überwindende Kommunikationsform
  • eine Möglichkeit, humorvoll und knapp Storytelling zu betreiben
  • die Anknüpfung an etablierte Voreinstellungen/Kenntnisse der User
  • eine unmittelbare und leicht identifizierbare Message

Wer die Nutzungsgewohnheiten von Emojis kennt und einzuschätzen weiß, kann diese für effektives Emoji Marketing verwerten. Es bedarf jedoch einer deutlichen Strategie und Aussage sowie Kreativität für eine gelungene Kampagne. Wichtig ist auch, dass die Emojis der Marke angemessen sein sollten und das Image nicht untergraben. Und es sollte nicht der Eindruck entstehen, dass der Einsatz der Emojis zu gewollt daherkommt. Das schreckt potentielle Kunden eher ab.

Nicht alles, was sich mit einem Emoji sagen lässt, muss auch damit gesagt werden. Wenn es jedoch der Gelegenheit zu Gute kommt – wie bei der #CondomEmoji Kampagne von Durex –, kann es durchaus sehr vorteilhaft sein.

Als Kommunikationsmittel sind Emojis wichtiger denn je. Deshalb sind sie für das Marketing eine vielversprechende Option. Sie sinnvoll zu nutzen, kann sich schon heute, aber besonders auch künftig, auszahlen.

Quelle: Econsultancy

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Ein Gedanke zu „Erfolgreiches Emoji Marketing: Diese Kampagnen zeigen, wie es geht

  1. Ben Schneider

    Emojis sind super für Werbekampagnen und Social Media Posts. Emojis kennt man aus den Gesprächen mit Freunden über Whatsapp und Facebook. Dadurch hat man bei Emojis ein gutes Gefühl, wodurch auch jede Werbung viel freundlicher und jeder Social Media Posts wesentlich lebhafter wirkt.

    Antworten

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