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Was wir von der DMEXCO erwarten – und was nicht passieren wird

Die Erwartungen an das größte Online-Marketing-Event der Welt in Köln sind hoch – Ralf Scharnhorst nennt sechs Hoffnungen. Die, die enttäuscht werden.

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Die Vorankündigungen zur Messe drohen mit mehr Superlativen denn je. Was dürfen wir in Köln wirklich erwarten, was ist zu viel verlangt von der DMEXCO?

1. Weniger heiße Luft und angebliche Weltneuheiten

Das ist schon rein meteorologisch und durch erstmalig über 1.000 Aussteller ausgeschlossen. Vorhersage: 30 Grad im Schatten – vor den Messehallen.

Aber ruhige Gespräche in leeren, kühlen Messehallen wären uns ja auch nicht recht.

2. Viewability

Eine Einigung auf nur eine Messmethode zur Sichtbarkeit von Bannern wird hinter verschlossenen Türen diskutiert. Aber Verbände dürfen nicht handeln wie Kartelle. Und die technischen Grundlagen entwickeln sich weiter. Daher besteht weiter der Wettbewerb am freien Markt – auch wenn die Vielfalt von Messwerkzeugen verwirrt.

3. Das Ende der Verwirrung für Werbungtreibende

Eine Branchenschelte an die “intransparenten, unfertigen Onliner” unserer “Kunden” gehört inzwischen zum festen Ritual vor der DMEXCO. Es gibt immer Unternehmen, für die ihre Online-Kampagne nicht funktioniert. Und manchmal sogar welche, die es zugeben – mutig und begrüßenswert.

Doch es ist der Job von Marketing-Abteilungen, neue Methoden zu suchen und ihre bestehenden zu verbessern. Innovationen sind ihre Chance, sie als erste zu nutzen. Oder als erste ihren Nutzen zu entdecken. Klar, diese Unterscheidung hinzubekommen ist schwer im lauten Marktgeschrei. Aber sonst könnte es ja jeder. Und es gibt ja Berater – Vorsicht, das war meine Eigenwerbung.

4. Größere Bildschirme

Der First Screen hat noch eine Zeit lang eine einfache Obergrenze für die Größe: so, dass er noch in die Hosentasche passt. Samsung und Google haben zwar schon VR-Brillen und arbeiten an aufrollbaren Bildschirmen. Aber bis dahin bleibt die Regel: Wer einen größeren Daumen hat, klickt häufiger Werbung – wenn auch nicht gewollt. Wir müssen uns daran gewöhnen, dass der User Werbung nicht viel Platz und Zeit einräumt.

5. Das Ende der Adblocker

Mafiosi, die in den Boden des Restaurants einbetoniert werden? Nicht in unserer Branche. Hier hat Eyeo – der Adblocker mit dem zweifelhaftesten Geschäftsmodell – einen Messestand. Und verkauft – ja, was eigentlich und an wen?

6. Alle wiedersehen beim Klassentreffen

Unter 50.000 Besuchern aus aller Welt darf man nicht mehr erwarten, zufällig all diejenigen zu treffen, die man schon lange mal wiedersehen wollte. Die Alternativen: verabreden und digitales Networking auf Twitter, Xing, LinkedIn und Facebook.

Zum Schluss nicht vergessen: die DMEXCO stellt nur den Marktplatz, die Besucher sind wir – machen wir das Beste daraus!

Über Ralf Scharnhorst

Ralf Scharnhorst

Scharnhorst Media leistet Marketing-Strategie-Beratung und begleitet die Umsetzung je nach Bedarf auch in Mediaplanung, Einkauf, Analyse und Optimierung. Schwerpunkt ist das datengetriebene Programmatic Advertising. Seit 1996 ist Ralf Scharnhorst Online-Mediaplaner, 2008 hat er Scharnhorst Media gegründet. Er lehrt an der Macromedia Hochschule. Testen Sie mit seinem Online-Marketing-Check ihr Optimierungspotential und folgen Sie Ralf Scharnhorst auf Xing und LinkedIn für die nächsten Artikel.

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