Display Advertising

„Wer seine Daten bei Google oder Amazon speichert, dem ist nicht mehr zu helfen“ – Dino Bongartz, The ADEX

Dino Bongartz, The ADEX, spricht mit uns über aktuelle Entwicklungen in der Adtech-Szene und erklärt, warum der E-Commerce seine Daten nicht den großen US-Playern überlassen sollte.

Dino Bongartz, CEO bei The Adex

Hamburg wird am 10. und 11. April zum Hot Spot der Programmatic Advertising-Branche. Auf der d3con 2018 treffen die spannendsten Experten des Display Advertising aufeinander, um aktuelle Trends, Herausforderungen und Lösungen zu diskutieren. Um euch schonmal auf die weltgrößte Fachkonferenz zum Thema einzustimmen, haben wir als offizieller Medienpartner der Konferenz Interviews mit den Speakern geführt. Als einer der erfahrensten deutschen Adtech-Gründer spricht Dino Bongartz mit uns über aktuelle Entwicklungen in der Adtech-Szene und darüber, wie gut diese auf die bald eintretenden Regulierungen vorbereitet ist.

Dino Bongartz studierte Wirtschaft an der Universität Marburg. Aus dem Studium heraus gründete er im Jahre 2001 mediasquares und etablierte es in den nächsten 4 Jahren unter den TOP 5 der deutschen Onlinevermarkter. Mediasquares arbeitete für Webseiten und Kunden wie Axel Springer, Coca Cola, NBA.com, Vodafone, sport1.de. Im Jahre 2005 verkaufte er die mediasquares GmbH an den börsennotierten Vermarkter Adpepper. Bis zum April 2007 leitete er mediasquares weiter als Managing Director und half der Adpepper AG beim Aufbau von mediasquares Töchtern weltweit. 2008 startete er mit Jogo Media, einem Internationalen Player für InGame Advertising. Er war Investor in Tech Companies, wie smartclip oder Kush TV. Seitdem beschäftigt er sich mit den Themen Digital Marketing und Technologien und ist aktuell Gründer und CEO von ADEX, dem führenden europäischen Anbieter von Data Management Technologien, der seit 2017 Teil der Pro7Sat1 Tech Unternehmen ist.

Auf der d3con könnt ihr Dino Bongartz sowohl auf dem Expertenpanel Daten-, Login- und Consent-Allianzen auf der Stage II als auch auf dem Expertenpanel: Programmatic 2018 auf der Main Stage sehen.

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„Eine Pflicht zum OptIn würde die gute Position von GAFA noch verstärken“

OnlineMarketing.de: Dino, du bist ja auch schon seit Jahren bei der d3con und sicher einer der erfahrensten deutschen Adtech-Unternehmer. Wie siehst du aktuell den Status der Branche? Ein bisschen hat man das Gefühl, dass die letzte Adtech-Gründungs-Welle schon weitgehend abgeebbt ist. Liegt das am Kapitalmangel in Europa, am GAFA-Oligopol oder am immer härter werdenden Datenschutz in der EU?

An allem. Europäische VCs und insbesondere deutsche fassen Adtech nur in absoluten Ausnahmefällen an. Am besten wenn es eher Richtung E-Commerce geht als Adtech. Die meisten VC wollen das hohe Risiko nicht eingehen und setzen lieber auf die nächste e-learning App oder Food Start-Up. Das liegt unter anderem auch am Datenschutz und insbesondere an der Unsicherheit. Solange nicht klar ist, was ePrivacy wirklich bringt, werden sich die meisten zurückhalten. Eine Pflicht zum OptIn würde die gute Position von GAFA noch verstärken und es neuen Geschäftsmodellen sehr schwer machen. Schon jetzt ist der Marktanteil erdrückend, aber dann wäre nur in besonderen Nischen noch Platz.

Stichwort Datenschutz: Wie sehr siehst du die deutsche Digital Marketing-Branche auf die DSGVO vorbereitet, auch im Vergleich zu anderen Ländern der EU?

Der deutsche Markt hat relativ spät anfangen, sich damit wirklich auseinander zu setzen. Wir sind ja meist zurückhaltend und wollen alles sehr strukturiert angehen. Inzwischen sind alle unsere Kunden und viele Marktteilnehmer gut auf die DSGVO vorbereitet. Die Auslegung ist in anderen Märkten deutlich strenger, aber insgesamt halten sich alle Mitglieder an die gleichen Standards.

Warum sollte man in 2018 eine europäische DMP nutzen statt der großen US-Player?

Vieles ist in einer DMP nur spannend, wenn man entsprechende Daten hat. Dazu gehören 3rd Party-Daten die man hinzukaufen kann oder 2nd Party-Daten zum Beispiel über Kooperationen oder Bündnisse. Marktfremde Technologien bieten dies meist nicht. Man hat kaum Zugriff auf qualitative Daten oder die Möglichkeit Syngerien zu nutzen. Eine Kooperation zwischen Vermarkter A und B auf zwei verschiedenen US DMPs ist nahezu unmöglich. Die Großen US-Technologien sind vom Aufbau nicht für Datenschutz geeignet, datenschutzkonforme Ausnutzung der Features ist nicht möglich oder nicht konform. Und wer als großer Retailer oder E-Commercler seine Daten bei Google oder Amazon speichert, obwohl diese immer neue Geschäftsfelder für sich selbst entdecken, dem ist auch nicht mehr zu helfen.

Zur Zeit ist ja die Blockchain-Technologie in aller Munde. Siehst du irgendwo sinnvolle Anwendungen dafür im Online Advertising?

Ja viele. Die ganzen Abrechnungsthemen könnten dadurch deutlich besser, einfacher und transparenter gelöst werden. Hauptproblem ist neben der Geschwindigkeit in der Abwicklung, dass es vermutlich sehr schwer werden dürfte, jetzt einen Standard zu setzen.

Später wird es vermutlich viele Marketing Coins geben, die dann jeweils miteinander gewechselt und verrechnet werden, bevor sich einer durchsetzen kann. Es könnte auch helfen mehr Transparenz und Sicherheit zu schaffen, ads.txt ist etwas das mit Blockchain deutlich eleganter gelöst werden könnte.

Danke dir für das Interview & bis bald auf der d3con!


OnlineMarketing.de ist offizieller Medienpartner der d3con 2018. Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit den Event-Organisatoren entstanden. Melde dich hier für die d3con an und erhalte 5% Rabatt auf dein Ticket.

Über Tina Bauer

Tina Bauer

Studierte Sozialwissenschaftlerin mit Hang zu Online und Marketing. Seit 2014 als Redakteurin & Content Managerin bei OnlineMarketing.de.

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