Blockchain

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Der Begriff Blockchain taucht nicht nur in den Medien immer häufiger auf. Auch für das Internet der Dinge wird es in den kommenden Jahren eine noch größere Rolle spielen. Nimmt man den Begriff auseinander, handelt es sich um Teilbereiche, oder auch Teilinformationen (Blöcke), die durch Beziehungen (Ketten) miteinander verbunden werden. In der Praxis handelt es sich bei der Blockchain um eine dezentrale Datenbank, die ohne einen Administrator auskommt. Mehrere User können gleichzeitig und unabhängig vom Standort an einer Datei arbeiten. Lediglich ein Internetzugang und die passende Plattform wird benötigt.

Vorteile einer Blockchain

In der Transparenz für die jeweiligen Teilnehmer liegt auch die Sicherheit des Dokuments. Änderungen können bestimmt und auf den jeweiligen User zurückverfolgt werden. So entsteht eine fälschungssichere Datei, die auch von äußeren Eingriffen geschützt ist.

Eine zentrale Sammelstelle für Informationen, wie zum Beispiel die Finanzbuchhaltung, kann minimiert werden, wenn jeweilige Posten dezentral von den berechtigten Usern hinzugefügt werden. Durch die mögliche Rückverfolgung des Datensatzes ist die Transaktion verifizierbar.

Mit einer Reduzierung von Instanzen werden Geschäftswege verkürzt. Letztlich handelt es sich nicht nur um große Zeitersparnisse im täglichen Geschäftsablauf, diese gehen auch einher mit finanziellen Erleichterungen bei Personal- und anderen Fixkosten.

Anwendungsbeispiele einer Blockchain

Als einfachstes Beispiel kann ein dezentrales Dokument betrachtet werden, das unternehmensintern ständig erweitert und aktualisiert wird. Die wohl bekanntesten Tools für solche Dokumente bietet Google. Mit den Programmen Docs, Tabellen und Präsentationen lassen sich Projekte erstellen, die autorisierte Mitarbeiter öffnen und bearbeiten können.

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Zukünftig mehr Beachtung sollen Anwendungen finden, die auf unternehmensübergreifende Kommunikation abzielen. Verbraucher und Lieferant werden durch die Blockchain miteinander verbunden und können direkt kommunizieren. Durch die Transparenz wird beiden Seiten höchst mögliche Einsicht in Transaktionen gewährt. Diese sogenannten Smart Contracts bieten den Vertragsparteien die Möglichkeit, ohne eine vermittelnde Instanz, im ständigen Informationsaustausch zu stehen. Auf Verzögerungen im Waren-, oder Zahlungsverkehr kann direkt reagiert werden, was Handlungswege verkürzt und wichtige Ressourcen einspart. In der Praxis kann bei einem Zahlungsausfall vom Konsumenten der Service (z.B.: Webtool) eingeschränkt oder komplett pausiert werden. Bei einem Lieferungsausfall eines Lieferanten kann der Konsument selbst die Fehlerquelle ermitteln und in Kontakt mit dem Geschäftspartner treten.

Eine der derzeit bekanntesten Blockchains ist die Kryptowährung Bitcoin. Das System einer Blockchain hat sich aus vielerlei Hinsicht für den Bitcoin bewährt. Durch Mining werden immer wieder neue Blöcke erschaffen, die auf den Vorgänger aufbauen. Aus diesem Grund muss das System sowohl transparent, als auch fälschungssicher zu gleich sein. Für Miner ist es wichtig, Zugriff zur gesamten Blockchain zu haben, da sie zum einen die neuen Blöcke erstellen, aber auch gleichzeitig die erstellten Blöcke nach Richtigkeit überprüfen und somit authentifizieren. Mit dem jeweiligen Anstieg des Aufwands pro Block steigt jedoch auch die benötige Rechenleistung, die für die Erstellung eines Bitcoins benötigt wird. In diesem Zusammenhang steht die Geschwindigkeit, in der neue Bitcoins produziert werden. Zwar werden in 5 Jahren bereits 90% der Bitcoins erschaffen worden sein (Stand 2017), jedoch wird es bis ca. 2140 dauern, bis die letzten 10% gemined wurden.

Blockchain Marketing

Die Blockchain besitzt das Potenzial, die Digitalisierung von Unternehmen voranzutragen, da umständliche Kundenbeziehungen vereinfacht und effizienter gestaltet werden können. Für Unternehmen wird es dann interessant, einer Blockchain beizutreten, um direkten Kontakt mit dem Kunden aufzubauen. Anders als bei der klassischen Online-Werbung bietet Blockchain den Werbetreibenden ein genaues Bild von den Konsumenten, die auf die jeweilige Werbung gegangen sind. In einer Blockchain gibt es keine Bots oder „hired clickers“, die die Klickraten von Seiten nach oben treiben. Unternehmen können somit nicht nur genau auslesen, welche Zielgruppen sie durch eine Werbemaßnahme erreicht haben, sondern auch im Vorfeld genau definieren, wer erreicht werden soll.

Mit der Verbreitung der Blockchains könnten Unternehmen sogar die vermittelnde Instanz überspringen und direkt den Endkunden ansprechen. Positiv hierbei ist, dass nur tatsächlich interessierte Kunden den Inhalt sehen und kein Streuverlust entsteht.

Der Block eines Users oder Konsumenten kommt eines Profils gleich. In ihm werden Daten von der Person gespeichert, die er teilen will, um ein Gesamtbild von sich für Unternehmen zu erstellen. Diese Technologie geht beispielsweise über Cookies hinaus, die das Verhalten eines Gerätes speichern. Der User bestimmt aktiv mit, welche Daten er veröffentlichen will.

Da in einer Blockchain größtmögliche Transparenz für alle Vertragspartner gewährleistet wird, können die Konsumenten die Lieferketten von den jeweiligen Produkten nachvollziehen. Im Luxusgütermarkt ist es besonders für Lieferanten hilfreich, Ihre Rohstoffe zu kennzeichnen und den Warenweg offen zu legen, damit Kunden von der Qualität überzeugt werden können. Echtheitssiegel sind dadurch für den Kunden nachvollziehbar. Der Endverbraucher erhält so großen Einfluss auf die endgültige Qualität des Produktes. Doch nicht nur Luxusgüter können getrackt werden. Auch Alltagsprodukte, wie Nahrungsmittel aus ökologischem Anbau, oder tierische Produkte mit dem Biosiegel, können Konsumenten so viel besser nachverfolgen.

Als zwangsläufige Folge müssen sich diese transparenten Unternehmen an ihr Versprechen an den Konsumenten halten. Unternehmen, die sich im Kontext Nachhaltigkeit platzieren wollen, wird der Zugang zum Markt erleichtert. Es bietet dem Unternehmen aber auch seine Marke weiterzuentwickeln und Markenerlebnisse zu steigern.

Einen kleinen Einblick in die Zukunft der Online-Werbung bietet das System des Brave Browsers. Mittelsmänner werden durch den direkten Kontakt zwischen Konsument und Anbieter übersprungen. Reduziert man die Anzahl an Plattformen, so werden Kosten auf Anbietersicht gespart, die direkt an den Kunden weitergegeben werden können. Anreize werden durch Belohnungen in Form von Basic Attention Tokens geschaffen. Unternehmen bekommen Tokens für Views ihres Beitrags, User erhalten Tokens für den View eines Beitrags. User können ihre Tokens dem Unternehmen übertragen und so guten Content belohnen, aber auch schlechten Content, wie zum Beispiel Clickbait, abstrafen. Die Qualität wird dadurch stets über die Quantität gestellt.

Um die Blockchain langfristig erfolgreich zu machen, müssen jedoch zunächst Netzwerke aufgebaut werden. Umso länger eine Blockchain wird, umso wertvoller wird es für werbetreibende Unternehmen. Ab wann sich der Einstieg im Einzelfall lohnt, wird sich eventuell schon 2018 rausstellen.