Content Marketing

Blogcast: Das neue Format im Content Marketing

Das Content Marketing braucht neue Formate – Blogcasts, was sie sind und warum auch du jetzt auf sie setzen solltest.

© Jason Rosewell - Unsplash

Batman und Robin. Marty McFly und Doc. R2-D2 und C-3PO. Viele berühmte Filmhelden haben ihre Kräfte gebündelt, um als Partner Großes zu bewirken. Auch Podcasting und Blogging bilden ein dynamisches Duo und haben das Zeug, ganz oben auf der Liste von erfolgreichen Content Marketing-Formaten zu stehen. Das neue Dreamteam heißt “Blogcast” – eine Wortbildung aus Blog und Podcast. Im Folgenden erfährst du, wie ein Blogcast funktioniert und welche Vorteile es bietet.

Nein, es ist kein Podcast

Blogs sind für viele Unternehmen längst fester Bestandteil der Content Marketing-Strategie. Die Inhalte sind gefühlt zu 99 Prozent textgetrieben. Aber was, wenn dein Nutzer gerade am Laufen ist und nicht auf das Display starren kann oder gerade Auto fährt oder schlicht keine Zeit hat, die Augen für die nächsten Minuten auf Deinen Blog zu richten. Die Lösung ist nicht ganz neu und wurde im Windschatten der Podcastomie zu neuem Leben erweckt: der Blogcast.

Was aufregend klingt, ist im Grunde nichts anderes als die vertonte Fassung eines Blogbeitrags. Also letztlich ein Duplikat bereits vorhandener Inhalte. In Teilen vergleichbar mit einem Hörbuch oder einem Podcast, aber eben nur vergleichbar und anders genug, um einen eigenen Namen zu bekommen. Nein, es ist kein Hörbuch! Dafür fehlt dem Blogcast der literarische Unterbau – zumindest die meisten Corporate Blogs betreffend. Und nein, es ist kein Podcast. Dafür fehlt dem Blogcast die redaktionelle Einzigartigkeit und ist genau aus dem Grund in der Produktion deutlich weniger aufwendig. Podcasts leben oft von Expertendiskussionen. Blogcast geben das Wissen des eigenen (Corporate) Blogs wieder und ermöglichen den flexiblen Aufruf von bereits existierenden Inhalten. Dabei kommt der Blogcast direkt auf den Punkt und gibt Informationen und Know-how 1:1 wieder.

Blogcasts, Podcasts und Hörbücher haben eines gemein: Es ist keine künstliche Computerstimme zu hören – die zweifelsohne immer besser wird, aber eben noch nicht gut genug ist-, sondern eine echte, menschliche Stimme, die natürlich und emotional klingt.

Mit einem Blogcast erreichst du mehr

Die Vorteile eines Blogcast liegen auf der Hand. Zum einen bietest du deinen Bloglesern einen echten Mehrwert und liegst damit ganz im Zeitgeist der Multioptionalität und Flexibilität, die der Nutzer erwartet. “Jetzt nicht, aber vielleicht später to-go”, lautet die Devise. Das macht deine Community glücklich und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass dein Beitrag konsumiert wird – nur eben in einem anderen Content-Format. Zum anderen erreichst du insgesamt mehr Leser bzw. Hörer, indem du deine Inhalte kanalübergreifend auf neuen Plattformen anbietest – außerhalb deines Blogs. Hierfür stehen zahlreiche Streamingdienste zur Verfügung. Für die Blogcasts empfehlen sich die renommierten Plattformen iTunes, Spotify sowie Soundcloud und demnächst auch Google Podcast. Übrigens: Sehbehinderte und blinde Menschen profitieren im besonderen Maße von Blogcasts.

Interessant für Analytics-affine Blogger: Grundsätzlich kannst du sehen, wie lange und bis zu welcher Stelle der Blogbeitrag gehört wurde. Wie mächtig und umfassend die Auswertungen sind, hängt natürlich im Wesentlichen vom Streamingdienst und dem Analysetool ab.

Auch Blogcasts wollen verstanden werden

Natürlich lassen sich Blogcast ohne Weiteres auf andere Content-Bereiche anwenden. Im Grunde kann jeder Text vertont werden, ganz gleich ob Pressemeldungen, Blogposts, Fachbeiträge oder Whitepaper. Aber durch das 1:1-Einsprechen von Blogbeiträgen stehen Content-Producer vor der Herausforderung, bereits beim Produzieren der Primärinhalte die anstehende Vertonung zu berücksichtigen. An der Stelle sind verständliche, eher kurze Sätze statt langer Schachtelsätzen gefragt. Gleichzeitig sollten Fachtermini ausführlicher beschrieben bzw. umschrieben werden. Im Idealfall kommt der Blogbeitrag sogar ohne komplexe Begriffe aus und erklärt Sachverhalte einfach und erschöpfend. Ein schönes Beispiel hierfür ist der Blog der Telekom für Künstliche Intelligenz, welove.ai. Komplexe Themen werden verständlich transportiert wie beispielsweise der Blogpost “Mehr Zeit für Qualitätsjournalismus mithilfe Künstlicher Intelligenz”. Aber nicht jeder Text eignet sich als Blogcast. Technische Blogposts mit Code-Snippets o.ä. sind für die 1:1-Vertonung eher ungeeignet.

„Sprechen oder sprechen lassen?“, das ist hier die Frage

Wie so oft im Businessalltag stellt sich auch beim Blogcast irgendwann die Frage: „Wer soll das denn vertonen?“. Du kannst dir ein professionelles Mikro besorgen und die Texte so lange aufnehmen, bis es gut klingt und fehlerfrei ist. Oder du beauftragst professionelle Agenturen damit. Ob Inhouse produziert oder extern beauftragt – die Aufnahme muss qualitativ überzeugen. Bei der internen Erstellung der Audio-Dateien muss auf hochwertiges Equipment und einen professionellen Sprecher geachtet werden. Sollte ein Mitarbeiter aus den eigenen Reihen in Frage kommen, sollte dieser mit professionellem Sprachtraining gecoacht werden.

Praxisbeispiel: Der Blog von Daimler lässt die Inhalte von einer Agentur einsprechen und darüber hinaus hosten, was Vieles vereinfacht.

Stell dir vor, du sagst was und keiner hört zu

Auch Blogcasts wollen promotet werden – zumindest wenn du neue Nutzer erreichen möchtest. Insofern reicht es nicht, den Blogcast “nur” auf der eigenen Blogseite zu veröffentlichen. Es geht vielmehr darum, den Blogcast auf externen Seiten zu verbreiten und zu bewerben. Der erste Schritt den eigenen Blogcast zu bewerben ist es, ihn über die eigenen (owned) Kommunikationskanäle zu verbreiten. Der Daimler Blog beispielsweise promotet die Audio-Kanäle im Header des Newsletters. Sinnvoll ist darüber hinaus der gute alte RSS-Feed. Auch unter SEO-Aspekten werden Blogcasts an Relevanz gewinnen. Zack Reneau-Wedeen vom Google Podcast-Team gab bekannt, dass in Zukunft die Audio-Suche beim Suchmaschinen-Giganten optimiert wird. Die Integration von Audio-Inhalten in die Google-Suche steigert folglich die Sichtbarkeit von Blogcasts, Unternehmen und deren Corporate Blogs. Dafür muss der Blogcast als RSS-Feed abonnierbar sein.

Fazit: Do it!

Infografiken, Videos und Whitepaper sind in der Businesswelt als Content Marketing-Formate fest etabliert. Blogcasts werden sich hier einreihen. Wer schnell ist, kann den besonderen Aufmerksamkeitseffekt des First Movers mitnehmen. Daimler, Telekom, Gunter Dück und Lexoffice nutzen es bereits, um ein paar Beispiele zu nennen. Mach dir einen Plan und probiere es aus. Der Aufwand ist überschaubar.

Dieser Beitrag als Blogcast:

Über Sinan Arslan

https://www.neofonie.de

Sinan Arslan ist Head of Marketing & Communications bei der Berliner Digitalagentur Neofonie. Er befasst sich strategisch und inhaltlich mit neuen digitalen Themen. Seine Freizeit nutzt er gerne für Reisen.

12 Gedanken zu „Blogcast: Das neue Format im Content Marketing

  1. Matthias

    Hier sind echt sehr viele „hilfreiche Kommentare“. Schade das nicht mehr diskutiert wird für welche Branchen Themen und Anwendungsfälle das interessant ist und welche Anbietern in Frage kommen.

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  2. Fritz

    Mir ist oft die umgekehrte Variante lieber: Statt eines Videos konsumiere ich die Infos lieber per Text. Teilweise bin ich genervt, wenn es zu einer bestimmten Frage nach der google-Suche nur ein Video gibt (Zwei einfache Beispiele: Navigieren in einem sozialen Netzwerk bezüglich einem bestimmten Zweck, Auswirkungen besonderer Tastenkombinationen die bei jedem Android-Smartphone funktionieren).

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  3. Sabrina

    Oh lol, das hat meine Lieblingswochenzeitung schon seid über 12 Jahren für Abonnenten. Ist weder neu noch trendy, aber wirklich praktisch und die Artikel werden von einer echten Person vorgelesen, nicht vom Computer.

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    1. Anton PriebeAnton Priebe

      Hier geht es auch um echte Personen und nicht um Computerstimmen. Daher auch der Hinweis auf die professionellen Sprecher ;-)

      Beste Grüße
      Anton

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  4. Sinan

    Hinsichtlich der technischen Umsetzung arbeiten wir mit Narando (https://narando.com/) zusammen, die auf die Vertonung und Verbreitung von Audiocontent spezialisiert sind. Narando hostet unsere Audiodateien und gibt uns einen RSS-Feed zurück. Gleichzeitig nutzen wir auch deren WordPress-Plugin auf unserem Blog. Den RSS brauchst Du zB für die Einbindung auf iTunes & Co.

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  5. Romy Mlinzk

    Mir stellt sich eher die Frage, wie das am Besten technisch umgesetzt wird?
    Wo liegt der Blogcast, was sind gängige Plugins (z.B. für WordPress etc.), wie generiere ich einen RSS-Feed nur für den Blogcast? Etc. pp.

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