Suchmaschinenmarketing

Angriff auf eBay und Amazon: Google plant Buy-Button

Der Internetgigant bläht sich weiter auf und plant die Integration des Buttons direkt auf seinen SERPs, so dass User keine Drittseiten mehr besuchen müssen.

© Flickr / Kristina Alexanderson, CC BY 2.0

Laut eines Berichtes des Wall Street Journals plant Google die Integration eines Buy-Buttons in seinen Anzeigen, damit User die gewünschten Produkte direkt über die SERPs kaufen können.

Von der Suchmaschine zum E-Commerce

Schon lange verfügt die Suchmaschine über eine Shopping-Funktion, über die sich Produkte finden lassen. Sie listet jedoch nur Preise und verschiedene Händler auf und leitet auf deren Landing Pages weiter. Da heute bereits in zehn Ländern mehr Suchanfragen über mobile Geräte gestellt werden als via Desktop, wird der geplante Button vorerst nur über die mobile Suche verfügbar sein und sich erst einmal auf den US-Markt begrenzen. Auch wird der Buy-Button nur in den bezahlten Anzeigen erscheinen und nicht in der organischen Suche. Unter Berufung auf anonyme Quellen gelangt der Kunde mit einem Klick auf den Button auf eine eigens von Google eingerichtete Landing Page, auf der er den Kauf abschließen kann. Der Internetgigant leitet die Bestellungen dann an den Händler weiter, bei dem sie wie gehabt abgewickelt werden.

Mit dem Ausbau seines Angebotes möchte das Unternehmen langfristig erreichen, dass die Nutzer Google nicht mehr verlassen und ihr gesamtes Leben im Web über die Suchmaschine stattfindet. So sollen die Nutzer nicht mehr nur klassisch googlen, sondern auch einkaufen und Essen bestellen. Erst kürzlich kündigte der Internetriese an, künftig Bestellungen von Restaurants und Lieferdiensten direkt über Google abwickeln zu wollen.

Händler werden zu Zwischenhändlern

Die Erweiterung der Search Engine in Richtung E-Commerce ist eine Kampfansage gegen Amazon und eBay, die beide Marktführerpositionen inne haben. Kleinere Unternehmen fürchten indes um einen Verlust ihrer Markenidentität, wenn die User in Zukunft direkt über Google bestellen und die eigentlichen Retailer zu Zwischenhändlern degradiert werden. Im Gegenzug versprach das Unternehmen aber stark gebrandete Landing Pages mit weiteren Produkten der Marke und der Option, sich via Opt-in für Newsletter oder ähnliche Marketingprogramme der Händler einzutragen.

Keine Pauschale, aber auch keine Daten

Dennoch sorgen sich Händler um wichtige Userdaten und auch Umsätze, die verloren gehen könnten. Google wird Kundeninformationen zwar für eigene Zwecke speichern – so dass diese Zahlungsinformationen bei einem weiteren Einkauf nicht mehr angeben müssen – sie aber den Retailern nicht ausliefern. Offenbar soll bei den Einkäufen über den Buy-Button zwar keine anteilige Pauschale für die Händler anfallen, wie es bei Amazon oder eBay bekanntermaßen der Fall ist, denn Google möchte stattdessen weiterhin Umsätze über die geschalteten Anzeigen generieren. Dass Umsätze aber verloren gehen, liegt nahe, wenn Google die Produkte auf den Landing Pages limitiert.

Wann der Kaufen-Button letztendlich eingeführt wird, steht in den Sternen, da sich Google selbst zu dem Feature noch nicht geäußert hat.

Über Tina Bauer

Tina Bauer

Studierte Sozialwissenschaftlerin mit Hang zu Online und Marketing. Seit 2014 als Redakteurin & Content Managerin bei OnlineMarketing.de.

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