Social Media Marketing

Ungewöhnliches Marketing: Wie diese Agentur Clickbait zur Freude aller einsetzt

Diesmal heiligt der Zweck die Mittel der PR-Aktion. RXM Creative aus New York verwandelt Clickbait in etwas wirklich Positives.

© Flickr / Nicu Buculei, CC BY-SA 2.0

Eine Digitalagentur aus New York versucht Clickbait für einen guten Zweck einzusetzen und die Methode trotz des negativen Images für etwas Positives zu verwenden.

Clickbait genießt einen schlechten Ruf

Clickbait begegnet uns im Netz überall. Inhalte werden mit möglichst reißerischen und emotional aufgeladenen Überschriften sowie Teasern versehen, um den Nutzer zum Klick zu animieren. Heftig.co hat es als einer der ersten verstanden, diese Technik gekonnt einzusetzen und ein Traffic-Imperium darauf aufzubauen.

Oftmals erwarten den User nach dem Klick jedoch spamlastige Websites mit einer Vielzahl an Bannern und der Content kann das Versprechen der Überschrift nicht halten. Insbesondere Facebook versucht dem immer wieder einen Riegel vorzuschieben, um einerseits zu verhindern, dass die Klickraten auf Artikel aufgrund der frustrierten User sinken und andererseits die Qualität des Contents auf der Plattform hochzuhalten. Die ersten Algorithmus-Updates in diese Richtung erfolgten bereits vor Jahren.

Wie verwandelt man dies in etwas Positives?

Jack Marshall vom Wall Street Journal hat mit einer New Yorker Werbeagentur gesprochen, die nicht versucht, Geld mit dieser Methode zu verdienen, sondern gemeinnützige Projekte zu unterstützen. RXM Creative rief in Zusammenarbeit mit Andoscia Communications die Seite Clickbait for Good ins Leben, die seit kurzem unter dem Slogan “Let’s click what matters.” Traffic für Hilfsorganisationen generiert. Das Ziel ist es, zum Spenden zu ermuntern und Aufmerksamkeit für die Projekte zu erregen. Dazu kuratiert die Agentur Inhalte auf der eigenen Website und promotet diese über Facebook und Twitter. Hier finden sich Überschriften wie “Sie verliebte sich in Mr. Perfect. Du glaubst niemals, was dann passierte.”. Nur diesmal geht es nicht um eine Story aus einem Boulevard Magazin, sondern um Hilfe für Menschenhandel.

Clickbait Headline zu einer Organisation, die Menschenhandel bekämpft / Screenshot Clickbaitforgood.org

Clickbait Headline zu einer Organisation, die Menschenhandel bekämpft / Screenshot Clickbaitforgood.org

So schockiert der Mann mit der Headline “OMG! Schockierende Fotos von einem Mann nach 30 Jahren Drogenmissbrauch“, weil er glücklich lächelt, nachdem ihm die Hilfsorganisation HOPE aus der Sucht geholfen hat. “Diese eine Sache musst du über Milch wissen” informiert über ein Syrien-Projekt, das Spenden sammelt, um Milch für Kleinkinder zu finanzieren.

Posting auf Facebook zu einem Milch-Projekt in Syrien / Screenshot Facebook

Posting auf Facebook zu einem Milch-Projekt in Syrien / Screenshot Facebook

Auf der Website Clickbait for Good heißt es über die eigene Mission:

Clickbait is the practice of spreading sensational headlines for the sake of page views. We’ve decided to turn it into something good and use clickbait to promote charities, support causes and encourage donations.

Wer steckt hinter den Überschriften?

Die Headlines schreibt RXM Creative selbst. Jeden Tag scannt die Agentur das Netz und trifft eine Auswahl von Projekten, die unterstützenswert sind. Andere Organisationen können sich dank eines Formulars auf der Website umsonst vorschlagen, um genannt zu werden. Raul Mandru, Creative Director bei RXM Creative, erklärte dem Wall Street Journal gegenüber:

It’s an aggregator of worthy causes. Some of them are well known, but some of them are less known. We want to point to as many causes as possible.

Die Besucher der Website können die Postings dann mit einem Klick in den sozialen Netzwerken teilen. Beworben wird nichts, die Initiatoren vertrauen auf Mundpropaganda. Ein Problem mit der Beschränkung der Reichweite sieht das Unternehmen nicht. Da Clickbait tatsächlich für einen guten Zweck eingesetzt wird, kann Facebook ihrer Meinung nach sicherlich überzeugt werden, wenn das Projekt erst einmal gut funktioniert.

Auch wenn die Idee am Ende scheitern sollte, ist Clickbait for Good eine gelungene PR-Aktion, die sich RXM Creative aus den richtigen Gründen auf die Fahne schreiben kann.

Quelle: The Wall Street Journal

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