Content Marketing

Nie wieder schlechter Content: 9 weitverbreitete Fehler im Content Marketing

Wir zeigen dir neun Symptome schlechten Contents, die alle etwas mit falscher Kundenkommunikation zu tun haben, und wie du sie vermeidest.

© Flickr / Joakim Jardenberg, CC BY 2.0

So wie es gute und schlechte Werbung gibt, gibt es guten und schlechten Content. Wer weiß, was schlechten Content ausmacht, wird nie wieder schlechten Content produzieren. Wir haben die schlimmsten Fehler, die du laut den Experten vom Content Marketing Institute begehen kannst, zusammengefasst.

# 1: Dein Content ist nicht großartig

Wodurch zeichnet sich dünner oder armseliger Content aus? Er ist abgedroschen, womöglich noch kopiert, triviales Wiedergekautes oder ein unlesbarer Text mit einer Keyword-Dichte jenseits der 5 Prozent Schwelle.

Wenn du Glück hast, erscheint so ein Content auf Seite zehn bei Google. Wenn du Pech hast, liest das jemand. Zum Schaden deiner Marke.

#2 Dein Content hilft niemandem weiter

Gut schreiben ist eine notwendige, nicht hinreichende Bedingung für guten Content. Selbst wenn du schreibst wie Ernest Hemingway, dein Content verraucht im Nichts, wenn du am Leser vorbeischreibst.

Was musst du tun? Ganz einfach. Versetze dich in deinen User hinein. Was bewegt ihn? Wo liegt sein größtes Problem? Wie trägt dein Produkt dazu bei, diesen Schmerz zu lindern bzw. die Welt für deinen Kunden besser zu machen?

#3 Du willst nur verkaufen

Stell dir vor, du betrittst ein Geschäft und ein Verkäufer stürmt auf dich zu, nur um ununterbrochen auf dich einzureden, welches Produkt du kaufen solltest. Was offline nervt, wird auch online nicht funktionieren.

Wenn du als Marketer von Anfang an nur verkaufen willst, verärgerst du deine Besucher. Gestalte daher deine Sales-Absicht charmant, mit Sympathie, etwas Nützlichem, bevor du deinem Leser deine Briefmarkensammlung anbietest.

#4 Du kommst als Experte nicht rüber

Expertenstatus ist ein entscheidender Punkt. Denn der Expertenstatus hat etwas mit Vertrauen zu tun. Bau dir also Expertenstatus bei deiner Zielgruppe auf. Entscheidend dabei ist, dass dir dein Leser den Expertenstatus abkauft.

#5 Du machst dir keine Gedanken darüber, was dein Content erreichen soll

Jeder deiner Content-Bausteine – ob Text, Bild oder Infografik – hat ein Ziel und einen Zweck. Überlege dir daher bei jeder einzelnen Zeile, welchen Wert sie im Gesamtzusammenhang hat. Geht es um Information, um Entscheidungsvorbereitung oder um die Kaufentscheidung auf einer Landingpage?

#6 Du hast keinen Evergreen-Content

Du brauchst ein bestimmtes Fundament an hochwertigem Content, der die Zeiten überdauert. Ein Fundament, an dem sich alle weiteren Content-Arten und Beitragstypen orientieren.

Auf diesen Content beziehst du dich, sobald du Ergänzungen und Erweiterungen oder neue Formate bringst.

# 7 Dein Content ist nicht ideal für dein Publikum

Im schlechtesten Fall produzierst du Content, suchst nach einem Publikum und findest keines. Idealerweise orientierst du dich zuerst am Bedarf deines Publikums und überlegst dir, in welcher Situation dieser Bedarf zu einer Kaufentscheidung führt.

Dann erst beginnst du, Content zu erstellen.

Da kann es sinnvoll sein, die Nische zusätzlich zu segmentieren, damit du die einzelnen Segmente in ihrer Landessprache und mit ihren Ködern angeln kannst.

#8 Dein Content ist nicht für den Zielkanal optimiert

Soziale Medien sind gute Kanäle, deinen Content zu promoten. Doch hat jeder einzelne soziale Kanal seine eigenen Gesetze und sein eigenes Sprach-Niveau. Auf Facebook gelten andere Regeln als auf Karrierenetzwerken.

#9 Du vernachlässigst SEO

In der Regel ist deine Website Dreh- und Angelpunkt deiner Content-Strategie. Webanalysen vieler Seiten zeigen, dass über Suchmaschinen ein Großteil des Traffics kommt, der in puncto Verweildauer und Konversion die besten Werte aufweist.

Daher ist es ein gravierender Fehler, auf SEO zu verzichten. Denn erfolgreiches SEO reduziert die Kosten der Kundenakquise.

Sorge für gute Kommunikation

Schlechter Content führt zu einer Störung der Kommunikation. Kommunikation findet auf vier Ebenen statt:

  • Sachebene: Hier geht es um das konkret Gesagte.
  • Beziehungsebene: Hier steht die Beziehung zwischen Content-Marketer und potenziellem Kunden im Mittelpunkt.
  • Selbstoffenbarungsebene: Hier verrät der Content viel über den Content-Marketer.
  • Appell-Ebene: Hier will der Content-Marketer etwas vom potenziellen Kunden.

Bei schlechtem Content werden auf der Sachebene die falschen Schwerpunkte gesetzt. Vorgetragen werden Dinge, die den Leser nicht interessieren und berühren.

Die Beziehungsebene ist zu wenig empathisch. Der Content-Produzent sagt: „Leser, du interessierst mich nicht.“

Die Selbstoffenbarungsebene entlarvt den Produzenten schlechten Contents als ich-bezogen, selbstverliebt oder nur produktverliebt.

Auf der Appell-Ebene sagt er: „User, kauf mich oder schleich dich!“

Bevor du Content produzierst, denke an deinen Kunden: Wer ist er? Was für einen Schmerz hat er, den dein Produkt lindern soll? Für welche Botschaften ist er empfänglich? Wie gibt er seinem Schmerz Ausdruck? Mit welchen Suchanfragen? Mit welchen Handlungen im Netz?

Baue dann Vertrauen auf, positioniere dich als Experte und liefere ihm Inhalte bzw. Content-Bausteine, die strategisch aufeinander aufbauen und die auf jedem sozialen Kanal mit der dem Kanal gebotenen Stimme sprechen.

Wie seht ihr das? Welche Beispiele für schlechten Content fallen euch spontan ein? Schreibt mir ein paar Zeilen und teilt den Artikel mit euren Freunden und Bekannten.

Quelle: Content Marketing Institut

Über Andreas Wieland

Andreas Wieland

Andreas J. Wieland ist Dipl.-Kaufmann und war 20 Jahre als Geschäftsführer eines Juweliers tätig. Mit dem Aufbau eines Online-Shops für Uhren infizierte er sich mit dem Online-Marketing-Bazillus. Als freiberuflicher Consultant berät er Juweliere und Dienstleister und unterstützt die Redaktion mit Beiträgen zu Online Marketing Themen.

6 Gedanken zu „Nie wieder schlechter Content: 9 weitverbreitete Fehler im Content Marketing

  1. Farbenfreundin

    Wenn das so einfach wäre… Punjt 1 nicke ich noch, aber dann kommt auch noch 6, 7 und weiter bis 10. Das ist immens, was es zu beachten gilt. Ich fange mal mit SEO an … :-)

    Antworten
  2. Stephanie

    Ein sehr interessanter und gut geschriebener Artikel! Aber was bedeutet das den konkret? Was wäre ein Beispiel für gutes Content Marketing? Liebe Grüsse, Stephanie

    Antworten
  3. Dennis

    Hallo,

    toller Beitrag, ich bin auch der Meinung dass man die Zielgruppe und deren Interessen in den Mittelpunkt stellen sollte.

    Viele Grüße
    Dennis

    Antworten

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