E-Mail Marketing

4 MailChimp-Fehler, die du als Anfänger machen wirst — und wie du sie vermeidest

MailChimp ist das wohl beliebteste E-Mail-Marketing-Tool. Doch Kampagnen sind schnell ruiniert, wenn man einige Basics nicht beachtet.

© Liz Bridges - Unsplash

MailChimp ist eines der gefragtesten E-Mail-Marketing-Tools auf dem Markt: Super Design, einfache Handhabung — perfekt für Einsteiger. Aber oftmals haben gerade MailChimp-Neulinge einige wichtige Einstellungen nicht im Blick, die entscheidend für den Erfolg von E-Mail-Kampagnen sind. Im Folgenden erfährst du, wie man die vier gängigsten Fehler vermeidet.

Fehler 1: Mehrere Listen anlegen statt Segmente und Gruppen

Beim Aufsetzen neuer Kampagnen erstellen Nutzer oftmals komplett neue Kontaktlisten und laden diese für die jeweilige Kampagne hoch. Das Ergebnis: Unzählige, nach Kampagnen benannte Listen mit vielen Duplikaten.

Melden sich Nutzer von einer Mailing-Liste ab, werden sie natürlich automatisch von der entsprechenden Liste entfernt. Tauchen Nutzer allerdings in verschiedenen Listen auf oder werden mit einer neu erstellten Liste wieder hinzugefügt, erhalten sie weiterhin E-Mails, obwohl sie sich abgemeldet haben. Unsubscriber müssen in diesem Szenario also manuell gehandhabt werden — und wer will das schon? Verwendet man hingegen eine globale Liste, umgeht man dieses Problem. Eine globale Liste lässt sich für unterschiedliche Kampagnen nutzen, indem man innerhalb dieser Liste segmentiert und/oder Gruppen bildet.

Ein weiterer Grund für Segmente und Gruppen ist das Preismodell von MailChimp: Bezahlt wird pro Kontakt. Eine große umfangreiche Liste ist also günstiger als eine Vielzahl kleinerer, kampagnenspezifischer Listen mit Kontakten, die sich teilweise doppeln.

MailChimp Globale Listen

Ich empfehle also die Verwendung einer globalen Liste und das Anlegen verschiedener Segmente innerhalb dieser Liste als entsprechende Zielgruppen für einzelne Kampagnen.

Fehler 2: Templates statt Kampagnen anpassen

Beim Aufsetzen einer Kampagne in MailChimp kann man zwischen verschiedenen Templates auswählen, die das Design der Kampagne vorgeben. Hat man sich für ein Template entschieden, kann dieses entsprechend der aktuellen Kampagne angepasst werden. Genau davon rate ich ab. Denn die nächste Kampagne würde auf dem angepassten Template basieren und nun benötigte Elemente könnten aus dem Template entfernt worden sein.

Es ist also sinnvoll, Templates sehr allgemein zu halten und keine Elemente zu entfernen, die in Zukunft für andere Kampagnen benötigt werden könnten. Bevor man kampagnenspezifische Änderungen vornimmt, sollte man im Standard-Template also immer “Create Campaign” wählen und das Template an sich unangetastet lassen. Auf diese Weise bleibt man zukünftig flexibler, wenn man neue Kampagnen aufsetzt.

Will man eine Kampagne aufsetzen, die einer vorherigen ähnelt, beispielsweise eine neue Weihnachtskampagne, dupliziert man einfach die entsprechende Kampagne in der Kampagnenansicht und muss nicht von Vorne anfangen.

Fehler 3: Generische Templates nicht anpassen

MailChimp generiert für jede erstellte Liste automatisch ein Anmelde-, Abmelde- und weitere Formulare. Werden diese nicht individuell angepasst, erhalten die Kontakte der Liste das generische Formular — und das ist in der Regel nicht das, was man will. So ist bei der Verwendung des vorgegebenen Formulars beispielsweise der Name der jeweiligen Liste sichtbar. Heißt diese etwa “Kunden die in 2014 gekündigt haben-xys”, möchte man dies gerne vermeiden. Denkt also immer daran, das vorgegebene Anmeldeformular anzupassen, bevor ihr eine Kampagne aussteuert.

Ein weiteres Problem, das in diesem Zusammenhang auftreten kann, sind schlechte Übersetzungen in generischen Formularen. Im deutschen Standardformular beispielsweise wird “Continue on our website” mit “Fahren Sie auf unserer Website” übersetzt. Achtet also immer auf die Formulierung, wenn ihr generische Formulare benutzt — besonders, wenn ihr Kampagnen in verschiedenen Sprachen aufsetzt.

Fehler 4: Listenfelder nicht verstecken

Bei MailChimp-Formularen wie dem Anmeldeformular oder im Preference Center kann man manuell bestimmen, welche Eingabefelder für den Subscriber sichtbar sein sollen und welche nicht. Es ist wichtig bestimmte Felder zu verstecken, da Kunden am Ende der jeweiligen E-Mail in der Regel einen Link zur Aktualisierung ihrer Einstellungen erhalten. Versteckt man im entsprechenden Formular nicht einige der Felder, können Kunden alle Informationen einsehen und sogar ändern.

So könnten Kunden beispielsweise ihren Kundenstatus auf “Premium” oder “VIP” stellen und besondere Angebote wahrnehmen, die nicht für sie bestimmt sind. Oder sie könnten den Namen ihres Vertriebsmitarbeiters ändern, falls dieses Feld in der Liste vorhanden ist. Derartige Probleme lassen sich vermeiden, indem bei Feldern, die für den Kunden nicht sichtbar und editierbar sein sollen, kein Haken in der Checkbox “Visible” gesetzt wird. Diese Option findet ihr unter Lists > Settings > List fields and *|MERGE|* tags.

Fazit: Eine Liste, individuell angepasste Kampagnen

Pflegt eine globale Liste, die ihr durch Segmentierung für all eure Kampagnen nutzen könnt. Nehmt alle Anpassungen auf Kampagnen-Level vor und denkt immer daran, auch generische Formulare und Listen anzupassen. So vermeidet ihr die gängigsten MailChimp-Anfängerfehler und ebnet den Weg für erfolgreiche E-Mail-Kampagnen.

Über Aaron Rosen

https://www.project-a.com

Schon mit 14 Jahren hatte Aaron den Wunsch im Marketing-Bereich zu arbeiten. Nach seinem Diplom in Business Administration (Marketing & E-Business) sammelte er Erfahrung in Bereichen wie Radio-Marketing, Consumer Goods-Marketing, Social Media-Marketing, Online Marketing und Growth Hacking. Aaron leitete Growth-Projekte bei Facebook und baute die Marketingabteilung für zwei Berliner Startups auf. Derzeit leitet er die Abteilung für CRM und Social Media-Marketing bei Project A, einem operativen Frühphaseninvestor in Berlin, wo er Portfoliounternehmen wie WorldRemit oder ZenMate dabei hilft, ihre Marketing-Aktivitäten auf das nächste Level zu bringen.

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