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Das Jahr 2017 in der Googlesuche: Hurricane Irma, iPhone X und Belästigungsvorwürfe

Von ES bis Harvey Weinstein: der Schrecken herrscht nach Googles Trends-Jahr 2017 vor. Doch auch Entwicklungen wie Bitcoin und das iPhone X sind prominent.

Screenshot YouTube, © Google

Jahr für Jahr zeigt Google einen Jahresrückblick aus der Perspektive der Suchmaschine. Dabei wurden für 2017, basierend auf Google Trends, Top Five-Listen veröffentlicht, die die größten Interessen der User widerspiegeln. So erhielten Namen wie Matt Lauer auch international einen ungewollten Bekanntheitsschub.

Meistgesucht bei Google 2017: Hurrikan Irma

Der verheerende Hurrikan Irma – der Ende August und Anfang September die USA, Kuba, die Jungferninseln usw. verwüstete und zahlreiche Verletzte sowie Tote, von den unglaublichen Sachschäden ganz zu schweigen, zurückließ – belegt in der globalen Googlesuche für das Jahr 2017 den ersten Platz. Das gilt ebenso für die Rubrik globaler News bei Google. Die häufigen Suchanfragen verstehen sich allein aufgrund der vielen Gebiete, die betroffen waren. Die internationale Berichterstattung vom Sturm, der als einer der schlimmsten in die Geschichte eingehen wird, tat ihr Übriges.

Auf das Treppchen schafft es dann aber genauso ein technologischer Aspekt. Das iPhone 8 wird auf Platz zwei der meistgesuchten Begriffe bei Google gefolgt vom iPhone X. Damit verweist Apple auch in der Rubrik Consumer Tech Begriffe wie Nintendo Switch, Samsung Galaxy S8 oder Xbox One X auf die Plätze.

Von besonderem Interesse sind natürlich aber auch bestimmte Persönlichkeiten. In diesem Jahr schafften es zwei in die Top Five der allgemein meistgesuchten Begriffe: Matt Lauer und Meghan Markle. Währen Markle (in der Rubrik People auf Platz zwei) durch ihre Verlobung mit Prinz Harry besondere Berühmtheit erlangt hat, ist Matt Lauer zu zweifelhafter Prominenz bei Google gekommen.

Meistgesuchte Personen 2017 nach den Google Trends, Screenshot Google Trends

Er nimmt in der People-Rubrik Platz eins ein, gilt allerdings als eines der Gesichter, die mit sexueller Belästigung in Verbindung gebracht werden. Als langjähriger Moderator der US-Nachrichtenshow Today war er in Übersee bereits allgemein bekannt; nun ist er auch vielen internationalen Usern ein Begriff.

Weitere Personen von Interesse

Dass mit der #metoo-Debatte auch verschiedene Personen der Öffentlichkeit in den Google-Jahresrückblick gelangen, scheint nur verständlich. Neben Lauer dürfte Harvey Weinstein als Sinnbild dieser Entwicklung fungieren. Auch Kevin Spacey schafft es in diesem Jahr nicht wegen House of Cards in die Liste, sondern höchstens wegen der Absetzung der Sendung aufgrund der Missbrauchsvorwürfe gegen den Oscar-Preisträger.

Demnach findet sich Spacey in der Schauspiel-Rubrik auf Platz zwei, hinter Meghan Markle. In dieser Liste taucht mit Comedian Louis CK ein weiterer Name auf, der in einer unrühmlichen Reihe mit Spacey, Weinstein und Co. steht. Damit spiegelt auch die Welt der Suchmaschine die Relevanz und Brisanz der gesellschaftlichen Entwicklung.

Dennoch finden wir mit Gal Gadot und Bill Skarsgård auch eine Schauspielerin und einen Schauspieler, die mit ihren Leistungen in Wonder Woman und ES auf sich aufmerksam gemacht haben.

Meistgesuchte Schauspieler 2017 nach den Google Trends, Screenshot Google Trends

Ihre Berühmtheit zeigt sich auch in der Filmrubrik. Dort rangiert ES vor Wonder Woman, Die Schöne und das Biest und Logan. Platz fünf belegt Justice League, worin Gal Gadot ebenfalls auftritt.

Stranger Things am populärsten bei den Serien, Musiker profitieren von Dramen

Stranger Things hat bei den Google Trends dank der zweiten Staffel anderen Serien wie 13 Reasons Why (Tote Mädchen lügen nicht) oder Game of Thrones den Rang abgelaufen.

Meistgesuchte TV-Shows 2017 nach den Google Trends, Screenshot Google Trends

Im musikalischen Bereich führt Ariana Grande die Liste vor Linkin Park an. Hieran ist zu erkennen, dass Personen, Bands etc. häufig in Zusammenhang mit anderen Ereignissen vermehrt in der Googlesuche auftauchen. Bei Grande dürfte dies der Fall sein, da nach ihrem Konzert der Terroranschlag von Manchester im Mai vonstatten ging. Linkin Parks Sänger Chester Bennington brachte sich im Juli um, sodass er wie auch seine Band bei Google häufig gesucht wurden.

Von Interesse ist jedoch auch ein Blick auf die meistgesuchten How-tos. Dabei fällt besonders das drittplatzierte How to buy Bitcoin ins Auge. Denn der Bitcoin-Boom hat durchaus die Google Trends erreicht. Bei den globalen News findet sich Bitcoin auf Rang zwei. Dort waren außerdem neben dem Hurrikan Irma ebenfalls große Themen wie die Sonnenfinsternis vom August, die in den USA eine totale war, Nordkorea und das Attentat von Las Vegas (Las Vegas Shooting) vertreten.

Meistgesucht in den globalen News 2017 nach den Google Trends, Screenshot Google Trends

Die Google Trends bilden vieles ab, doch längst nicht alles

Was in den Google Trends angezeigt wird, kann mitunter als Indikator für Entwicklungen oder aktuelle Debatten erkannt werden. In diesem Jahr sind die Belästigungsvorwürfe sicher ebenso ein übergeordnetes Thema wie das Interesse an technologischen Entwicklungen oder auch die Angst vor einer bewaffneten Auseinandersetzung. Von letzterem zeugen Suchanfragen wie „how far can north korean missiles go“, die im Video “Year in Search 2017” dargestellt werden.

Dieses Video bietet einen umfassenderen Überblick zu den prominenten Suchanfragen von 2017. Dabei werden etwa die anhaltenden Unmenschlichkeiten, denen Geflüchtete sich ausgesetzt sehen, thematisiert. Aber genauso werden internationale Wahlen oder Sportereignisse hervorgehoben. Auch verstorbene Künstler wie Tom Petty tauchen auf, dazu der als Salt Bae bekannte Küchenchef Nusret Gökçe, dessen spezielle Skills in der Küche zu massenhafter Nachahmung geführt haben.

Natürlich bilden diese Trends nur ausschnitthaft Entwicklungen ab. Und vor allem sind es auf die USA bezogene Begriffe, die sich im Jahresrückblick des US-amerikanischen Unternehmens abzeichnen.

Für Deutschland wären Themen wie das weitere Erstarken der AfD, die anhaltenden Sondierungsgespräche etc. ebenso von großer Relevanz. Nichtsdestotrotz liefert der ganz spezielle Jahresrückblick der Suchmaschine doch Einblicke in das aktuelle Interesse der User. Wer einen sowohl zeitlich als auch lokal konkreteren Überblick erhalten möchte, kann diesen bei Google Trends anstreben. Dort können die Einstellungen entsprechend optimiert werden. Zudem gibt es neuerdings auch Echtzeitdaten für die Bereiche Google Bilder, Shopping, News und YouTube. Damit sind Trend- und Ereignisanalysen anhand von Suchanfragen jederzeit, nicht nur am Jahresende, möglich.

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